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Nach Ende von Fettes Brot: König Boris kehrt nun solo zurück

Trost für Fettes-Brot-Fans: Nach der Auflösung der Kult-Band bringt Boris Lauterbach ein neues Solo-Album heraus. In «Disneyland After Dark» schlägt er nachdenkliche Töne an
Boris Lauterbach
Hat ein Soloalbum veröffentlicht: der Musiker Boris Lauterbach aka «König Boris». © Christian Charisius/dpa

Gut ein halbes Jahr ist es her, dass das Hamburger Hip-Hop-Trio Fettes Brot mit seinem zweitägigen Brotstock-Festival «Tschüss» sagte - nun meldet sich Boris Lauterbach alias König Boris mit einem Soloalbum zurück (26.4. - Titel: «Disneyland After Dark»). Und die zwölf Titel darauf sind wie eine Art Spaziergang durch Hamburg. Viele der Songs entstanden schon während der Corona-Lockdowns, sagt Boris Lauterbach der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

«Da bin ich, wie viele andere auch, ziellos spazieren gegangen und habe mir unbekannte Orte entdeckt», sagt Lauterbach. Ihm sei so bewusst geworden, was normalerweise in einer Stadt passiere. Und darüber textete er. Er zoomt ganz nah ran oder auch mal raus, blickt in Wohnungen und Menschen und dann wieder auf die große Stadt und auch «in nicht gut ausgeleuchtete Ecken», wie er sagt.

Witz und Großstadtpoetik

Die Texte sind gewohnt gewitzt und von einer gewissen Großstadtpoetik geprägt. So heißt es im treibenden Opener «Zuhause angekommen»: «Über Neonleuchtreklamen verblasster Mond. Dass wir keinen Sternhimmel haben, ist man fast gewohnt.» Und: «Der schnellste Weg zur Erleuchtung: Displays von Smartphones. (...) Der leuchtende Stern über mir ist ein Satellit. (...) Das Licht am Horizont ein Containerschiff unten am Hafen.»

Dass König Boris ein guter Beobachter ist, zeigen die Texte, die wie eine Persiflage auf Romantik wirken und zugleich selbst eine, wenn auch leicht desillusionierte, Großstadtromantik entfalten. Viele der Songs sind auf Boris' Beobachtungen zurückzuführen. So entstand «Lieferservice», als er aus dem Fenster schaute. «Ich stand wie ein Opa am Fenster und habe unten auf der Straße einen Typ auf seinem Lieferfahrrad gesehen», erzählt der Musiker. «Mir wurde klar, dass diese Leute die Stadt in- und auswendig kennen, wissen, wo und wie die Leute leben.»

Blick hinter die Fassaden

Auch in «Disneyland After Dark» blickt der König ein wenig hinter die Fassaden. Dort heißt es: «Heimlich, allein oder gemeinsame, kleine, große, schweinische, traurige, lustige, peinliche. Auch wenn man es nicht sieht: Hinter jeder Tür Geheimnisse.» Und trotz oder gerade wegen all dieser Menschen, dunklen Ecken und Geheimnisse schließt das Album mit «Beste» und dem Fazit, dass das Beste an einer Stadt die Menschen sind, die darin leben.

Zu einem hüpfenden Beat und Möwengeschrei im Hintergrund heißt es in diesem Hamburg-Liebeslied: «Das Beste an der Stadt sind du und ich, Arm in Arm durch Hamburgs Straßen» - und das trotz allem, was Hamburg auch ausmacht und was König Boris in dem Song aufzählt wie Kokain, billiger Sex, Schlagermove und Touristenströme. «Der Song enthält eine große Portion Wahrheit», sagt Boris Lauterbach. «Das Tollste in einer Stadt sind immer die Menschen, mit denen man Sachen erlebt.»

«Disneyland After Dark» ist bereits das zweite Soloalbum von König Boris. Mit «Der König tanzt» machte er 2012 schon erste Solo-Erfahrungen. Die «taz» resümierte damals: «König Boris hat Hummeln im Arsch, wo jüngere Kollegen Wut im Bauch hätten.» Das Alleinarbeiten sieht er allerdings ambivalent: «Das Gute ist, dass ich alles allein entscheiden kann und keine Kompromisse machen muss. Aber das Schlechte ist, dass ich alles allein entscheiden muss», sagt der Hamburger und lacht. «Wenn ich keine Ideen habe, steht mir keiner zur Seite.»

Bei seinem ersten Album habe er Angst gehabt, nicht genug Ideen zu haben. «Diesmal bin ich mit deutlich mehr Spaß daran gegangen.» Und das merkt man dem Album an. Es ist flüssig, locker und fast alle Songs haben Ohrwurmpotenzial.

© dpa ⁄ Janina Heinemann, dpa

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