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Steve Hackett über Liebe, Musik und Genesis

Bei seinen Konzerten zelebriert Steve Hackett die alten Klassiker seiner Ex-Band Genesis. Doch auch als Solokünstler hat der Gitarrist und Sänger viel zu bieten. Nun erscheint sein 30. Album.
Steve Hackett
Steve Hacketts neues Album «The Circus And The Nightwhale» ist ein opulentes Konzeptwerk. © Lee Millward/dpa

Wenn Steve Hackett durch West-London spaziert, dann meistens unbehelligt. Kaum jemand erkennt den optisch unscheinbaren, begnadeten Musiker, der seit Jahrzehnten dieselbe Frisur trägt, aber musikalisch immer neue Wege geht.

Beim lokalen Italiener bestellt der 74-Jährige am liebsten die Pilzsuppe. «Aber bitte ohne Lauchzwiebeln drauf», sagt Hackett mit ruhiger Stimme zur Kellnerin, bevor er sich im Interview seinem Lieblingsthema widmet, der Musik.

Seit mehr als 50 Jahren kreiert er unermüdlich neue Songs und hält außerdem sehr erfolgreich das Werk seiner ehemaligen Band Genesis am Leben, deren Sound Hackett in den 1970er Jahren maßgeblich prägte. Bevor der Gitarrenvirtuose wieder mit seinem «Genesis Revisited»-Programm auf Tournee geht, veröffentlicht Steve Hackett eine neue LP. Nach Zählung seiner deutschen Plattenfirma Inside Out ist «The Circus And The Nightwhale» bereits sein 30. Soloalbum. Auf die Akustik-LP «Under A Mediterranean Sky» folgt nun ein opulentes Konzeptwerk.

Konzeptalbum zwischen hart und zart

«Es ist eine Geschichte, eine Erzählung», sagt Hackett im Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Es ist autobiografisch. Auf gewisse Weise ist es recht enthüllend. Ich erzähle darin von meiner Beziehung mit Jo. Also gibt es auch Liebeslieder.» Jo ist seine Ehefrau, Muse und Managerin - und fast immer in seiner Nähe.

Auch beim dpa-Gespräch sitzt sie neben ihm und nickt gelegentlich freundlich. «Es reicht von Gezeter bis Romantik», beschreibt Hackett sein Album. «Mit Gezeter meine ich die manchmal sehr schrillen Gitarren. An anderer Stelle wird es wieder sehr sanft und romantisch.»

«The Circus And The Nightwhale» ist großes Kino für die Ohren. Schon der Eröffnungstrack «People Of The Smoke» beginnt mit den Klängen einer alten BBC-Kindersendung, dem Geschrei eines Kindes und dem Geräusch einer Dampflok, die beschleunigt und schließlich den Rhythmus für Hacketts Band und das Orchester vorgibt. «All das passiert in den ersten 45 Sekunden, sagt Hackett zufrieden. Er nennt das «kleine Vorspeisen, um zum Hauptgang zu gelangen». Bei jedem Hören entdeckt man neue Details auf diesem faszinierenden Werk.

Musikalische Reise durch sein Leben

Hacketts «Hauptgang» ist eine musikalische Reise durch sein Leben und seine Karriere. «Ich wollte es so persönlich wie möglich gestalten, aber gleichzeitig universell halten», sagt der Gitarrist, der auf dem Album auch gelegentlich singt. «Ich denke, dass jeder Mensch seine eigene Version des Traums, der Geschichte oder der eigenen Mythologie hat, und jeder ist der Held seines eigenen Lebens, weil man alles durchstehen muss, man muss leiden.»

Lange Zeit habe er vieles in sich hineingefressen, erzählt der Brite. «Es gab einige sehr harte Zeiten, die wir durchmachen mussten, eine finanzielle Krise, verschiedene Dinge - und eine schwierige Scheidung.» Über die Einzelheiten darf Hackett laut einer Abmachung nicht sprechen, trotzdem wird deutlich, dass es ihm zugesetzt hat und es fast auch seine Karriere gefährdet hätte. «Der «Nightwhale» (Nachtwal) symbolisiert, wie sehr man von den Ereignissen verschluckt werden und nah an einem Nervenzusammenbruch sein kann.»

Die Liebe zu Jo, mit der er seit 17 Jahren liiert ist, und die Liebe zur Musik hätten ihn durch die schwersten Zeiten gebracht. «Ich habe in meinem Leben schon einiges ertragen, aber das Eine, was ich nicht zulassen werde, ist, wenn meine Musik bedroht wird», stellt Hackett klar. «Die Leute unterschätzen oft meine Beharrlichkeit, wenn es um Musik geht. Aber sonst hätte ich doch Genesis nicht verlassen.»

Ein Leben nach Genesis

1977 stieg er bei den Progressive-Rock-Giganten aus, weil ihm die Band «zu kontrollierend» wurde und er nach seinem ersten Soloalbum auf den Geschmack gekommen war. «Man muss entschlossen sein, um eine Band zu verlassen, für die man Blut und Schweiß gelassen hat, damit sie eine internationale Macht wird», sagt Hackett, der mit Genesis unter anderem die beiden Albumklassiker «Selling England By The Pound» (1973) und «The Lamb Lies Down On Broadway» (1974) aufnahm.

«Aber es gab ein Leben danach. Nach Genesis gab es für mich mehrere Leben danach. Und hier bin ich.» Zu einer Reunion kam es nie. Gespräche dazu verliefen erfolglos. Hackett ist nicht böse. «Ich liebe das, was wir zusammen gemacht haben», sagt er.

Tournee im Sommer

Zum 50. Jubiläum von «The Lamb Lies Down On Broadway» wird er Teile des Kultalbums auf seiner kommenden Tournee spielen, die den Titel «Genesis Greats, Lamb Highlights & Solo» trägt und eine Mischung aus den Songs seiner vielseitigen Karriere werden wird. In Deutschland sind im Sommer mehrere Konzerte geplant. Sein neues Album wird Steve Hackett dabei auch berücksichtigen. Von «The Circus And The Nightwhale» will er auf jeden Fall einige Songs live präsentieren.

© dpa ⁄ Philip Dethlefs, dpa

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