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Olympischer Sorgenfall: IOC-Entscheid über Winterspiele

Noch immer sucht das IOC einen Gastgeber für die Winterspiele 2030. Mit einer Doppel-Vergabe will sich der Dachverband Zeit verschaffen, um die langfristige Zukunft des Winter-Spektakels zu sichern.
Thomas Bach
Thomas Bach und das IOC könnten bei der Sitzung in Paris eine Vorentscheidung über die Vergabe der Winterspiele 2030 und 2034 treffen. © Tom Weller/dpa

Seinen olympischen Sorgenfall zeichnet selbst Thomas Bach in dunklen Farben. Sehr beunruhigend, ja sogar dramatisch sieht der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees die Zukunft der Winterspiele durch den Einfluss des Klimawandels.

Der schnell schwindende Kreis schneesicherer Ausrichter, die Ablehnung der Bürger in potenziellen Bewerber-Ländern oder das strikte Nein der Politik haben die Suche des IOC nach Gastgebern für kommende Winter-Ausgaben erheblich erschwert. Am Mittwoch könnte die IOC-Spitze nun mit Verspätung auf einen Streich eine Vorentscheidung für die Vergabe der Winterspiele 2030 und 2034 treffen.

Bei der dreitägigen Sitzung des Exekutivkomitees in Paris gehen dem Vernehmen nach vier Bewerber ins Rennen. Nach den Absagen früherer Favoriten wie Sapporo und Vancouver balgen sich wohl Olympia-Projekte aus Frankreich, Schweden und der Schweiz sowie Salt Lake City in den USA. Der 2002-Gastgeber Salt Lake ist für 2034 so gut wie gesetzt, sodass die anderen Interessenten vermutlich auf 2030 hoffen müssen. 

Absage-Flut für Winterspiele 2030

Die Frage ist nun: Wer von ihnen schafft es in den sogenannten gezielten Dialog mit der IOC-Auswahlkommission und wird damit zum bevorzugten Kandidaten des Ringe-Zirkels? Im neuen Bewerberverfahren, das nicht wenige als undurchsichtiger als frühere Vergabeprozesse empfinden, ist mit diesem Votum schon fast die Entscheidung über den Spiele-Gastgeber gefallen. So zumindest war es, als das IOC schon 2021 Brisbane zum Wunschkandidaten für die Sommerspiele 2032 erklärte und damit auch die Macher des Rhein-Ruhr-Projekts düpierte.

Für die Winterspiele 2030 hätte der Auswahlprozess eigentlich längst abgeschlossen sein sollen. Doch dann hagelte es Absagen für das IOC. Kanadas Metropole Vancouver bekam keine Garantien für staatliche Gelder. Das japanische Sapporo verzichtete wegen der Turbulenzen um den Korruptionsskandal rund um die Sommerspiele in Tokio auf einen Anlauf. München ist nach den gescheiterten Bewerbungen für 2018 und 2022 die Lust auf Winterspiele vergangen. Die Stadt will sich nur noch für Sommerspiele bewerben.

In der Not verschob das IOC die Vergabe der übernächsten Winter-Ausgabe um ein Jahr und ermutigte wohl einige zweifelnde Anwärter, es doch zu versuchen. Als Letztes gab erst in der Vorwoche das Schweizer Sportparlament grünes Licht für eine Bewerbung. «Winterspiele in der Schweiz wären ein Riesen-Booster für unser Land», sagte Sportministerin Viola Amherd. 

Nachhaltige Konzepte sind gefragt

In der Tat umfasst das dezentrale Konzept gleich mehrere Regionen im ganzen Land, um ausschließlich bestehende Wettkampfstätten zu nutzen. Da es keine taugliche Eisschnelllaufhalle gibt, könnte das bayerische Inzell hier ins Spiel kommen. Für die Eröffnungsfeier ist Lausanne im Gespräch, für die Schlussfeier dann Bern. 

Einen ähnlichen Ansatz verfolgen Stockholm und die französische Bewerbung. In Schweden würden neben der Hauptstadt auch Falun, Are und Östersund Wettbewerbe ausrichten. Die Schlitten-Events würden nach Sigulda in Lettland gehen, Eisschnelllauf nach Norwegen. «Dies wird eine völlig andere Art von Olympischen Spielen sein», sagte Schwedens Sportminister Jakob Forssmed.

Frankreich geht mit einem Verbund der früheren Winter-Gastgeber Chamonix (1924), Grenoble (1968) und Albertville (1992) sowie Nizza ins Rennen. Auch hier ist für die Eisschnelllauf-Wettbewerbe ein Ausweichen ins Ausland möglich.

Dank dieser nachhaltigen Konzepte würde sich auch eine Mehrheit der zuletzt meist IOC-kritischen Bürger für das Milliarden-Spektakel Winterspiele gewinnen lassen, argumentieren die Interessenten. Referenden hat es aber zu den aktuellen Plänen weder in Schweden noch in Frankreich oder der Schweiz bislang gegeben. 

Dramatischer Einfluss des Klimawandels

Viel länger warten kann das IOC in der Vergabe-Frage nicht mehr. Bei der Generalversammlung in Mumbai entschied der Dachverband im Oktober, die Gastgeber für die Spiele 2030 und 2034 im kommenden Jahr auf einen Schlag zu benennen. Damit will sich das IOC auch Ruhe verschaffen, um die langfristige Zukunft der Winterspiele zu regeln. «Dies ist ein sehr komplexes Thema, und um es auf die richtige Weise zu adressieren, benötigen wir etwas mehr Zeit», sagte IOC-Chef Bach. 

Nur noch zehn Länder sind nach Berechnungen von Forschern von 2040 an überhaupt noch schnee- und eissicher genug für Winter-Olympia. «Wir müssen diesen dramatischen Einfluss des Klimawandels auf die Winterspiele sehr schnell angehen», sagte Bach. 

In Betracht gezogen wird sowohl die Veränderung des Wettkampfprogramms wie auch ein Rotationssystem bei den Ausrichtern. Winterspiele könnten dann abwechselnd nur noch in wenigen Orten mit existierenden Wettkampfstätten und garantiert frostigem Wetter stattfinden. 

© dpa ⁄ Christian Hollmann, Rachel Boßmeyer und Martin Roy, dpa
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