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Busse und Bahnen stehen wegen Warnstreik erneut still

Der Warnstreik im kommunalen Nahverkehr sorgt in vielen Städten in Niedersachsen erneut für Ausfälle bei Bussen und Bahnen. Auch in Bremerhaven legen die Busfahrer die Arbeit nieder.
Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr
Ein Plakat «Warnstreik» klebt in den Frontscheibe einer Stadtbahn der Hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra auf dem Betriebshof Glocksee. © Julian Stratenschulte/dpa

Ein Warnstreik der Bus- und Stadtbahnfahrer hat am Dienstag erneut in Teilen Niedersachsens den Nahverkehr zum Stillstand gebracht. «In den bestreikten Betrieben steht weiter alles still», sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi am Dienstag in Hannover. Zusätzlich zu Hannover, Braunschweig, Osnabrück, Göttingen, Wolfsburg, Goslar und der Lüchow-Schmarsauer Eisenbahn, wo schon am Montag gestreikt wurde, traten am Dienstag auch in Bremerhaven Busfahrer in den Ausstand. Auch dort sei kein Bus gefahren, hieß es bei Verdi. Am Mittwoch soll der Verkehr überall wieder normal rollen.

Bremerhavenbus hatte wie die meisten bestreikten Betriebe in Niedersachsen angekündigt, den Busverkehr während des Warnstreiks komplett einzustellen. Die Verkehrsbetriebe Üstra in Hannover und die Braunschweiger Verkehrsgesellschaft ließen wie am Montag alle Busse und Stadtbahnen im Depot. Metrobus Osnabrück, die Göttinger Verkehrsbetriebe und Stadtbus Goslar ließen den Busbetrieb ruhen. In Wolfsburg fielen mehr als 80 Prozent aller Fahrten aus.

2500 Mitarbeiter im Ausstand

In Niedersachsen beteiligten sich insgesamt erneut 2500 Mitarbeiter am Ausstand. In Bremerhaven sprach Gewerkschaftssekretär Franz Hartmann von einer «überwältigenden Streikbeteiligung» unter den 380 Mitarbeitern von Bremerhavenbus. «Gearbeitet hat hier keiner.» Rund 150 Streikende seien am Vormittag zur Kundgebung am Betriebshof gekommen. Im Laufe des Tages seien weitere hinzugekommen.

Der Warnstreik hatte bereits am Montag den Nahverkehr in den betroffenen Städten weitgehend zum Stillstand gebracht. Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft in der Tarifrunde den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Am Donnerstag kommen Gewerkschaft und Arbeitgeber in Hannover zu ihrer nächsten Runde zusammen. In Bremerhaven, wo ein eigener Haustarif gilt, soll das bereits am Mittwoch der Fall sein. «Es war uns wichtig, vor der Verhandlungsrunde noch einmal ein starkes Zeichen zu setzen und Druck aufzubauen», sagte Gewerkschaftssekretär Hartmann.

Kritik von Arbeitgebern

Bremerhavenbus-Vorstand Robert Haase kritisierte den Ausstand. «Wir können nicht nachvollziehen, dass das Ergebnis der nächsten Verhandlungsrunde am Mittwoch nicht abgewartet wird», sagte er laut Mitteilung. Ähnlich hatte sich der Kommunale Arbeitgeberverband Niedersachsen geäußert. Er vertritt in den Verhandlungen die kommunalen Nahverkehrsunternehmen.

Verdi fordert für die Mitarbeiter unter anderem mehr freie Tage, längere Ruhezeiten, eine Anpassung der Zeitzuschläge sowie eine Modernisierung und Aufwertung der Entgeltordnung. In Bremerhaven gehe es zudem darum, die Bedingungen an jene in Niedersachsen anzugleichen, sagte Hartmann. Bisher seien die Konditionen schlechter als im angrenzenden Niedersachsen. Dies mache es dort noch schwerer, Mitarbeiter zu finden.

© dpa
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