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Viele Busse und Bahnen bleiben wegen Warnstreiks stehen

Vielerorts können Menschen in Niedersachsen und Bremen heute nicht mit Bus und Bahn fahren. Der Grund: Streik vieler Verkehrsbetriebe. Bei dem Ausstand erhalten sie Unterstützung.
Warnstreik im Nahverkehr - Bremen
Streikende halten sich am in der Nähe einer brennenden Tonne auf. © Jörn Hüneke/dpa

Ein Warnstreik hat für viele Ausfälle bei Bussen und Bahnen in Niedersachsen und Bremen gesorgt. «In den bestreikten Betrieben steht alles», sagte Verdi-Verhandlungsführer Marian Drews am Freitag. An der Kundgebung in Hannover nahmen Drews zufolge rund 1000 Menschen teil. Nach Angaben der Polizei Hannover gab es 650 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Drews sprach von einer sehr guten Streikbeteiligung. Der Ausstand soll bis zum Betriebsschluss am Freitag dauern.

Auch in Bremen wurden alle Betriebshöfe bestreikt, wie Franz Hartmann von Verdi sagte. Nach Angaben der Polizei Bremen sei eine Demonstration am Vormittag nicht angemeldet gewesen, aber störungsfrei verlaufen. 500 Menschen beteiligten sich demnach daran.

In Niedersachsen standen laut Verdi Busse und Bahnen bei allen beteiligten Verkehrsbetrieben seit dem frühen Morgen still. Beteiligt waren demnach die Braunschweiger Verkehrsgesellschaft, die Göttinger Verkehrsbetriebe, die Osnabrücker Stadtwerke-Töchter Osnabus und SWO Mobil, Stadtbus Goslar, die Verkehrsbetriebe Üstra in Hannover, die Wolfsburger Verkehrsgesellschaft und die Lüchow Schmarsauer Eisenbahn GmbH. Für alle Linien dieser Verkehrsbetriebe gab es den Angaben zufolge starke Einschränkungen. Die Gewerkschaft rief nach Angaben eines Sprechers insgesamt 4500 Arbeitnehmer in Niedersachsen zum Warnstreik auf, in Bremen etwa 2400.

Auch die Beschäftigten der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) legten am Freitagmorgen die Arbeit nieder. Das Unternehmen werde für 24 Stunden den Betrieb aussetzen, teilte die BSAG mit. Konkret bedeute dies: Von Freitagmorgen bis zum Betriebsbeginn am Samstag führen auf den Linien der BSAG weder Busse noch Straßenbahnen, auch die Nachtbusse seien betroffen. Einzig die Anruflinientaxen und Kooperationspartner der BSAG - die Linien 29/52, 57/58, 63S, 80/81 - seien noch im Dienst.

Warnstreik in 15 Bundesländern

Bundesweit dürfte der Warnstreik in mehr als 80 Städten und rund 40 Landkreisen den Bus-, U- und Straßenbahn-Verkehr weitgehend zum Erliegen bringen. Der Ausstand war in den meisten Kommunen ganztägig geplant. Hintergrund sind parallele Tarifverhandlungen im ÖPNV in fast allen Bundesländern. In der Regel geht es um die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Verdi fordert unter anderem kürzere Arbeitszeiten ohne finanzielle Einbußen, längere Ruhezeiten zwischen einzelnen Schichten, mehr Urlaubstage oder mehr Urlaubsgeld. Damit sollen die Beschäftigten entlastet und der Beruf attraktiver werden.

Außer in Bayern verhandelt Verdi in allen Bundesländern parallel mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden über neue Tarifverträge für die Beschäftigten im ÖPNV. Bei der ersten Verhandlungsrunde vergangene Woche kam in keiner Region eine Lösung zustande. Verdi fordert für die Beschäftigten in Niedersachsen unter anderem drei Urlaubstage mehr im Jahr.

Wenn man sich nicht zur Wehr setze, werde es immer nur Verschlechterungen für die Arbeitnehmer geben, betonte Drews. Es müsse «dringend etwas geschehen», damit die Beschäftigten entlastet und neues Personal gewonnen werden könnten.

Unterstützung von Fridays for Future

Seit Jahren unterstützt die Klimabewegung Fridays for Future die Gewerkschaft bei ihren Tarifrunden im ÖPNV. Bundesweit kamen zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten am Freitag zu den Streikposten und solidarisierten sich mit den Beschäftigten. Auch in Bremen und Hannover beteiligten sich den Angaben nach Klimaaktivisten bei den Demonstrationen.

Der Ausstand sei auch ein Klimastreik, sagte Paul-Nikos Günther von Fridays for Future in Bremen laut einer Mitteilung. «Für eine zukunftsfähige Mobilität brauchen wir mehr Bus und Bahn, und das kann nur gemeinsam mit den Beschäftigten gelingen.» Demnach brauche es faire Arbeitsbedingungen und einen guten Nahverkehr, der alle mitnehme.

© dpa
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