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Nahverkehrsstreik in Niedersachsen: Auftakt in Göttingen

Der Warnstreik im Nahverkehr erreicht am Mittwoch Niedersachsen. Betroffen ist zunächst nur Göttingen. Ab Donnerstag stehen auch in anderen Städten Busse und Bahnen still, am Freitag auch in Bremen.
Busausfälle in Göttingen
Ein Bus der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) ist auf dem Holtenser Berg unterwegs. © Swen Pförtner/dpa/Archivbild

Verdi weitet den bundesweiten Ausstand im Nahverkehr auf Niedersachsen und Bremen aus. Am Mittwoch wird zunächst nur in Göttingen gestreikt, am Donnerstag folgen Hannover, Braunschweig, Osnabrück, Wolfsburg und Goslar, am Freitag auch Bremen, wie die Gewerkschaft mitteilte. Die Verkehrsbetriebe rechnen überfall mit massiven Ausfällen bei Bussen und Straßenbahnen. Erst am Samstag soll der Verkehr überall wieder normal rollen.

Göttingen

Die Göttinger Verkehrsbetriebe lassen den Busbetrieb ab Mittwoch für drei Tage ruhen. «Aufgrund dessen fahren von Mittwoch bis Freitag, 28.02.2024 bis 01.03.2024, von Betriebsbeginn bis Betriebsschluss keine Busse», teilte das Unternehmen mit. Auch der Rufbus «Flow» stehe in dieser Zeit nicht zur Verfügung. «Unser Linienverkehr setzt erst wieder am Samstag, 02.03.2024, mit Betriebsbeginn ein.» Als Alternative empfehlen die Verkehrsbetriebe die Regionalbusse mit dreistelliger Liniennummer. Hier werde nicht gestreikt, der Verkehr laufe dort also normal.

Hannover

In der Landeshauptstadt beginnt der Ausstand einen Tag später. Die Verkehrsbetriebe Üstra kündigten nun an, am Donnerstag und Freitag alle Stadtbahnen und Busse in den Depots zu lassen. «Daher fahren an diesen Tagen auf den Linien der Üstra von Donnerstag Betriebsbeginn (ca. 3 Uhr morgens) bis Freitag Betriebsschluss keine Busse oder Bahnen», teilte das Unternehmen mit. Betroffen sein alle Üstra-Linien. Auch der Nachtsternverkehr in der Nacht von Freitag auf Samstag falle aus. Die Üstra empfiehlt, an den Streiktagen auf andere Verkehrsmittel umzusteigen. Vom Ausstand nicht betroffen sind der Regiobus und die von Transdev betriebene S-Bahn. Auch der Rufbus «Sprinti» sei weiter im Einsatz. «Es kann aber in einigen Kommunen in geringem Umfang zu weniger Fahrten kommen», fügte das Unternehmen hinzu.

Bremen

Am Freitag ruft Verdi auch die Mitarbeiter der Bremer Straßenbahn-AG (BSAG) zum ganztägigen Warnstreik auf. «In dieser Zeit wird das Unternehmen den Betrieb stilllegen», erklärte ein Sprecher der dpa. «In der Zeit von Freitag, 1. März, circa 3 Uhr morgens, bis Betriebsbeginn am Sonnabend, 2. März, fahren auf den Linien der BSAG weder Busse noch Straßenbahnen», so der Sprecher. «Davon betroffen sind auch die Nachtlinien.» Die Kundencenter am Hauptbahnhof, an der Domsheide und in Vegesack bleiben dann ebenfalls geschlossen. Am Vormittag plant Verdi in Bremen eine Demonstration gemeinsam mit «Fridays for Future». Die Gewerkschaft hatte den Ausstand erst am Dienstagabend ankündigt, nachdem die Tarifgespräche mit der BSAG am Nachmittag ohne Ergebnis geblieben waren.

Braunschweig

Auch die Braunschweiger Verkehrsgesellschaft (BSVG) stellen den Verkehr wegen des Warnstreiks am Donnerstag und Freitag ein. «Busse und Bahnen müssen deshalb im Depot bleiben. Es wird keinen Linienverkehr der BSVG geben», teilte das Unternehmen mit. Betroffen seien alle Stadtbahnlinien sowie alle Buslinien mit einer 400er-Nummer. Dies gelte auch für die Anruf-Linien-Taxis (ALT). Normal fahren sollen an den Streiktagen dagegen die Schulbusse für Grundschüler.

Wolfsburg

Die Wolfsburger Verkehrs-GmbH rechnet damit, dass am Donnerstag und Freitag der Großteil des Busverkehrs ausfallen wird. Zumindest ein Teil soll dort über nicht bestreikte Subunternehmen abgesichert werden. Dafür wurde ein spezieller Streikfahrplan aufgelegt. Mehr als 80 Prozent des Verkehrs werde dennoch ausfallen, sagte eine Sprecherin der dpa. Und in den verbleibenden Bussen könne eine Beförderung aufgrund möglicher Überfüllung nicht garantiert werden. Betroffen seien alle Linien und der Berufsverkehr ins VW-Werk.

Osnabrück

In Osnabrück fallen am Donnerstag und Freitag alle Fahrten der städtischen Metrobus-Linien aus, wie der Anbieter SWO Mobil mitteilten. Auf den Stadtbuslinien 10 bis 21, die von nicht bestreikten Auftragsunternehmern bedient werden, soll der Verkehr hingegen normal rollen. SWO mobil empfiehlt daher, während des Ausstands auf die nicht bestreikten Stadtbusse umzusteigen. Auch viele Schulbusse im Stadtgebiet, die von Mitarbeitern der Stadtwerke-Töchter SWO Mobil und Osnabus gesteuert werden, fallen aus, ebenso die Nachtbusse der Linien N1 bis N5 und N15.

Goslar

In der Harzstadt werde es am Donnerstag und Freitag «im Stadtbus-Goslar-Liniennetz zum Stillstand des gesamten Fuhrparks kommen», kündigte der Betreiber Stadtbus Goslar an. «Betroffen sind alle Linien an diesen Tagen von Betriebsbeginn bis Betriebsende.» Auch die Service-Stelle des Unternehmens sei an beiden Tagen nur eingeschränkt von 8 bis 14 Uhr erreichbar.

Amt Neuhaus

Ebenfalls vom Warnstreik betroffen ist das Amt Neuhaus (Landkreis Lüneburg) direkt an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern, allerdings nur am Freitag. Dann werde dort der gesamte Busverkehr und die Schülerbeförderung ausfallen, teilte der Landkreis Lüneburg mit. Grund ist der Warnstreik bei der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim, die auch das Amt Neuhaus bedient. Im übrigen Landkreis Lüneburg, wo die KVG fährt, gibt es laut Landkreis dagegen keine Einschränkungen. Bei der KVG werde nicht gestreikt.

Festgefahrene Tarifrunde

Bereits in der vergangenen Woche hatte es am Montag und Dienstag Warnstreiks gegeben, die zu massiven Ausfällen im Nahverkehr geführt hatten. Betroffen waren in Niedersachsen dieselben Städte wie jetzt, hinzu kam Bremerhaven, wo dieses Mal nicht gestreikt wird. Mit dem Ausstand will Verdi den Druck in der laufenden Tarifrunde erhöhen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem drei Tage mehr Urlaub, längere Ruhezeiten, eine Anpassung der Zeitzuschläge sowie eine Aufwertung der Entgeltordnung. Die für kommenden Montag geplante vierte Verhandlungsrunde hat der Kommunale Arbeitgeberverband Niedersachsen (KAV) wieder abgesagt, nachdem Verdi zum Warnstreik aufgerufen hatte. In Bremen und Bremerhaven laufen gesonderte Verhandlungen mit den dortigen Unternehmen.

© dpa ⁄ Frank Johannsen, dpa
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