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Gedränge am Flughafen, gähnende Leere an Bahnhöfen

Im Ringen um mehr Geld für Beschäftigte hat die Gewerkschaft Verdi erneut die Nutzung von wichtigen Verkehrsmitteln eingeschränkt. Das bekamen Pendler und Reisende zu spüren.
Warnstreik bei der Lufthansa
Anzeigentafeln zeigen «cancelled» und «Lufthansa» an einem Flughafen. © Peter Kneffel/dpa/Symbolbild

Arbeitsniederlegungen an den beiden größten Flughäfen Nordrhein-Westfalens und bei der Bahn haben Reisende und Pendler auch am Donnerstag vor große Probleme gestellt. Am Düsseldorfer Flughafen begann in den frühen Morgenstunden ein Warnstreik des Sicherheitspersonals, woraufhin es zu langen Warteschlangen und Gedränge im Terminal kam. Die Wartezeiten an den Sicherheitsschleusen betrugen dem Airport zufolge mitunter eine Stunde oder sogar noch mehr. Als Folge des unangekündigten Ausstandes sagten Airlines insgesamt 13 Flüge ab oder leiteten sie um. Unterdessen beeinträchtigte der Streik der Lokführergewerkschaft GDL auch in NRW den Bahnverkehr massiv.

Der Großteil der Regionalbahn-Linien fiel aus, etwa der Regionalexpress 8 von Mönchengladbach nach Koblenz oder der RE 49 von Wuppertal nach Wesel. Andere Linien fuhren nur auf einem Teil ihrer normalen Strecke. Auch auf dem ICE-Fahrplan hieß es meistens: Verbindung fällt aus. Wer trotzdem in andere Städte kommen wollte, war auf das Auto oder auf Busse angewiesen. 

Manche Pendler hatten aber auch Glück: Regionalbahn-Linien, die von Wettbewerbern der Bahn betrieben wurden, waren nicht betroffen, etwa der RE 1 von Aachen nach Hamm. Viele Reisende und Pendler hatten sich vorab im Internet über die eingeschränkten Fahrtmöglichkeiten informiert und umgeplant, entsprechend leer war es an vielen Bahnhöfen. Am Freitag soll der Streik bei der Bahn um 13 Uhr vorerst vorbei sein, danach dürften aber noch Spätfolgen des Arbeitskampfes bemerkbar sein. Erst am Samstag dürfte sich die Lage normalisieren.

Derweil sorgte der unangekündigte Warnstreik am Düsseldorfer Flughafen bei der Betreibergesellschaft für heftiges Kopfschütteln. Airport-Chef Lars Redeligx kritisierte das Vorgehen von Verdi als «verantwortungslos». «Dieses Vorgehen zielt bewusst darauf ab, unseren Flughafen und unsere Passagiere zu schädigen», sagte er und wies darauf hin, dass besagte Passagiere ja maßgeblich zur Sicherung der Arbeitsplätze betragen. «Statt Lösungen zu erzielen, schürt diese Art des Ausstands Unsicherheit und Unruhe, was die Lage in jeder Hinsicht verschärft», monierte Redeligx.

Der Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim wies diese Kritik zurück. Zwar habe man Streikmaßnahmen bisher in der Regel zwei Tage vorher angekündigt. Diese Zeit habe der Flughafenbetreiber aber genutzt, um die Lücken mit eigenem Personal zu stopfen und die Wirkung des Ausstandes dadurch wesentlich abzuschwächen. «Unsere gut gemeinte Geste wurde missbraucht, um Streiks zu unterlaufen», sagte Tarim. Daher habe man sein Vorgehen geändert. «Der Sinn eines Streiks ist, weh zu tun und Druck zu machen.» 

Der Ausstand hatte in Düsseldorf am frühen Donnerstagmorgen begonnen, um Mitternacht sollte er vorbei sein. In Köln/Bonn gab es am Donnerstag ebenfalls Arbeitskampf, dieser betraf laut Verdi aber nur die Personal-, Waren- und Frachtkontrolle. An den Sicherheitskontrollen der Passagiere waren die Beschäftigten ganz normal im Dienst.

Für den 20. März ist die nächste Tarifrunde für das Sicherheitspersonal geplant. «Dann muss sich der Arbeitgeber dringend bewegen», forderte Tarim. Es sei nicht ausgeschlossen, dass vorher erneut unangekündigt gestreikt werde. In dem Tarifkonflikt fordert Verdi 2,80 Euro mehr Lohn pro Stunde, höhere Funktionszulagen und Mehrarbeitszuschläge ab der ersten Überstunde. Der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 12 Monaten haben. Den Arbeitgebern gehen die Forderungen zu weit. 

Separat zum Sicherheitspersonal-Warnstreik wurde am Donnerstag der am Vortag begonnene Ausstand des Lufthansa-Bodenpersonals fortgesetzt. Dieser Ausstand, bei dem NRW nur eine Nebenrolle spielt, soll bis Samstag gehen. Von den in diesem Zeitraum geplanten 70 Flugbewegungen zwischen Düsseldorf und Frankfurt sowie Düsseldorf und München wurden laut einem Airport-Sprecher fast alle abgesagt.

© dpa
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