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Warnung vor unnötig riskanten Schmerzmittelverordnungen

Rund 380.000 Hamburgerinnen und Hamburger bekommen pro Jahr vom Arzt mindestes ein Schmerzmittel verordnet. Laut einer Untersuchung der Barmer aber nicht immer das passende. Die Krankenkasse warnt vor fatalen Folgen.
Tabletten
Tabletten liegen auf einem Tisch. © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Die Barmer Krankenkasse warnt vor der Verordnung vermeintlich harmloser Schmerzmittel und fordert zur Vermeidung möglicher fataler Folgen den Einsatz digitaler Helfer in den Arztpraxen. Wie aus dem Barmer-Arzneimittelreport 2023 hervorgeht, bekam in Hamburg 2021 etwa jede dritte Frau und jeder vierte Mann pro Jahr mindestens ein Schmerzmittel ambulant verordnet. Hochgerechnet entspreche das gut 380.000 Menschen in der Stadt. Für den Bericht wurde die medikamentöse Schmerztherapie ambulant behandelter Versicherter der Barmer ab 18 Jahren ohne Tumordiagnose untersucht.

Demnach wurden etwa 6800 Versicherten trotz Herzinsuffizienz sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder Diclofenac verschrieben, die auch bei nur kurzer Einnahme die Herzleistung deutlich verschlechtern könnten. Dadurch könne die Zahl der Krankenhausaufenthalte und das Sterberisiko steigen.

«Die Kombination vermeintlich harmloser Schmerzmittel kann fatale Folgen haben», sagte Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Hamburg, der Deutschen Presse-Agentur. «Die meist von mehreren Ärztinnen und Ärzten verordnete Therapie ist ohne digitale Unterstützung kaum mehr überschaubar.» Abhilfe könnte der Einsatz eines digital unterstützten Therapiemanagements leisten, dass es den Ärzten anhand der Patientengeschichte ermögliche, Medikationsrisiken individuell einzuschätzen.

Dabei bilde der Report nur die ärztlich verordnete Schmerzmitteleinnahme ab. Mittel wie Ibuprofen oder Diclofenac seien jedoch auch rezeptfrei erhältlich. In diesen Fällen fehle den Ärzten meist die Kenntnis der Einnahme. «Risiken der Selbstmedikation dürfen gerade bei Schmerzmitteln nicht unterschätzt werden», warnte Klein.

Gerade ältere Menschen sind laut dem Report betroffen: Bekam bei den Versicherten im Alter von 18 bis 64 Jahren 2021 nur etwa jeder Vierte ein Schmerzmittel verordnet, war es bei den über 80-Jährigen knapp jeder Zweite.

Auch bei der Verordnung starker Schmerzmittel zeigt der Report Probleme auf: So sei 2021 in Hamburg hochgerechnet knapp 49.000 Versicherten ohne Tumorerkrankung ein Opioid - beispielsweise Morphin - verordnet worden. «Drei von zehn Betroffenen erhielten parallel dazu kein Abführmittel, wie es medizinische Leitlinien vorsehen», sagte Klein. Dadurch verfünffache sich das Risiko für einen Darmverschluss. «Fünf von 10.000 Patienten mit einer Opioid-Therapie müssen jedes Jahr wegen dieser Komplikation ins Krankenhaus. Das wäre vermeidbar, wenn Abführmittel bereits vorsorglich verordnet und eingenommen würden.»

© dpa
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