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Preis für Texte: Holocaust-Überlebende und Flugblatt-Affäre

Eine der wichtigsten journalistischen Auszeichnungen ist verliehen worden. Den Stern-Preis gab es unter anderem für Berichte über Holocaustüberlebende, einen Polizeiskandal und die Flugblatt-Affäre.
Stern-Preis 2024
Moderatorin Pinar Atalay spricht neben Gregor Peter Schmitz, Chefredakteur „Stern“, während der Verleihung des Stern-Preises 2024 auf Kampnagel. © Marcus Brandt/dpa

Für seine Reportage über die Holocaust-Überlebende Eva Umlauf ist der Journalist Timofey Neshitov mit dem Stern-Preis ausgezeichnet worden. Er nahm am Mittwochabend in Hamburg die Auszeichnung in der Königsdisziplin «Egon Erwin Kisch-Preis» für die beste Reportage entgegen. Sein Stück «Die perfekte Zeugin» erschien im Magazin «Der Spiegel».

In der Kategorie «Geschichte des Jahres» zeichnete die Jury das Team Katja Auer, Sebastian Beck, Andreas Glas, Johann Osel und Klaus Ott von der «Süddeutschen Zeitung» aus. Sie hatten mit ihren Recherchen im August 2023 und vor der Bayern-Wahl die Flugblatt-Affäre ins Rollen gebracht. Dabei geht es um ein antisemitisches und menschenverachtendes Flugblatt, das bei Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger zu Schulzeiten gefunden worden war.

Aiwanger geriet in der Affäre massiv unter Druck. Er selbst sprach von einer gezielten Kampagne gegen sich. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) entschied sich damals gegen Aiwangers Entlassung aus dem Kabinett.

In der Kategorie «Lokal» ging der Stern-Preis an den Journalisten Thumilan Selvakumaran vom «Haller Tagblatt», einer Lokalredaktion der «Südwest Presse». Er hatte in seinem Bericht «Polizeibeamte im Blindflug» aufgedeckt, dass die Polizei einen Mord in einem Serientäter-Komplex übersehen hatte.

Zur «Fotogeschichte des Jahres» wählte die Jury die Reportage «Grabenkampf» von Johanna-Maria Fritz über Soldaten in der Ukraine, erschienen in der «Zeit». Der Stern-Preis in der Kategorie «Investigation» ging an die Journalisten Jochen Breyer und Julia Friedrichs für ihre ZDF-Reportage «Die geheime Welt der Superreichen - das Milliardenspiel».

Der Preis wird vom Magazin «Stern» gestiftet, unabhängige Jurymitglieder entscheiden. Die Zeitschrift zählte früher zum Verlagshaus Gruner + Jahr und inzwischen zu RTL Deutschland.

Die Auszeichnung Stern-Preis heißt traditionell eigentlich Nannen Preis. Er ist einer der wichtigsten Journalistenpreise in Deutschland. Wegen noch laufender Forschung rund um die Vergangenheit des «Stern»-Pioniers Henri Nannen im Nationalsozialismus wurde er aber nun bereits zum dritten Mal als Stern-Preis vergeben. Ein Ergebnis der Forschungsarbeiten ist noch nicht absehbar.

© dpa
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