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GDL- und Flughafenstreik: Herausforderungen für Reisende

Drei zeitgleiche Arbeitskämpfe stören den Verkehr im Norden. Wer von Hamburg aus mit Bahn oder Flieger reisen möchte, muss umplanen oder viel Zeit mitbringen. Auch Busse fahren nicht überall.
Flughafen Hamburg
Ein Absperrband steht im Terminal 2 vor einem Serviceschalter der Lufthansa. © Rabea Gruber/dpa

Ein leerer Flughafen und Züge im Notfalltakt: Im Norden Deutschlands haben die Menschen am Donnerstag große Einschränkungen im Bahn- und Luftverkehr hinnehmen müssen. Im Personenverkehr hatte der Streik, zu dem die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) aufgerufen hatte, in der Nacht um 2.00 Uhr begonnen, die Bahn richtete einen Notfahrplan für den Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr ein. «Das Grundangebot, das wir geplant haben, läuft stabil», sagte eine Bahnsprecherin. 

Notfahrplan eingerichtet

Im Fernverkehr sind rund 20 Prozent der üblichen Züge unterwegs. Am Hamburger Hauptbahnhof hatten die meisten Reisenden den Ausstand in ihre Reiseplanungen übernommen, nur wenige wussten nichts von den Zugausfällen. Die Bahnsteige waren entsprechend leer. Aushänge wiesen an vielen Orten - wie dem Kundenzentrum - auf die Einschränkungen hin. Die Unternehmen Metronom, Erixx und AKN werden nicht bestreikt, allerdings kann der Ausstand auch auf ihren Verbindungen zu Ausfällen und Verspätungen führen.

Die S-Bahn-Hamburg bietet eine Taktung wie an vorangegangenen Streiktagen an. Auf den Linien S1, S2 und S3 sollen die Züge nach Angaben des Unternehmens alle 20 Minuten fahren, die S5 zwischen Neugraben und Stade verkehrt im Stundentakt. Auch auf den Regionallinien im Norden richtete die Bahn wieder einen Notfalltakt sowie teils einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Der Streik im Personenverkehr der Bahn soll bis Freitag, 13.00 Uhr, dauern. Auch danach werde es aber zu Verzögerungen kommen, warnte das Unternehmen.

Sitzplatzreservierungen für Freitag empfohlen

Die Bahnsprecherin empfahl Sitzplatzreservierungen für Fahrten am Freitag. Im seit November laufenden Tarifstreit ist es der fünfte Arbeitskampf. Neben finanziellen Forderungen dreht sich die Auseinandersetzung vor allem um das Thema Wochenarbeitszeit. Die GDL fordert eine Senkung von 38 auf 35 Stunden für Schichtarbeiter ohne finanzielle Einbußen. Eine mehrwöchige Verhandlungsphase hinter verschlossenen Türen war vergangene Woche gescheitert. Auch externe Vermittler konnten keine Lösung herbeiführen. Ihren Vorschlag, die Arbeitszeit stufenweise bis 2028 auf 36 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich abzusenken, lehnte die GDL ab. Im Güterverkehr der DB Cargo begann der Streik bereits am Mittwochabend um 18.00 Uhr und soll bis Freitag um 5.00 Uhr gehen.

Zusätzlich zum Lokführerstreik sind Mitarbeitende des Hamburger Flughafens in einen Ausstand getreten. Beschäftigte im Luftsicherheitsbereich sowie das Bodenpersonal der Lufthansa hatten bereits am Mittwochabend die Arbeit niedergelegt. «Es finden am Donnerstag keine Abflüge statt», teilte der Flughafen auf seiner Internetseite dazu mit. Bei den Ankünften seien ebenfalls Ausfälle und Verspätungen zu erwarten, hieß es. Für Freitag erwartet der Flughafen darüber hinaus viele Umbuchungen, sodass mit stark ausgelasteten Flügen zu rechnen sei.

Flughafengebäude fast leer

In den beiden Flughafen-Terminals wiesen am Donnerstag Schilder auf den Warnstreik hin. Bis auf einige vereinzelte Menschen war das Flughafengebäude verwaist, wie ein dpa-Reporter berichtete. Vor dem Eingang zur Lufthansa-Technik am Flughafen versammelten sich am Donnerstagmorgen mehrere Dutzend Streikende mit Fahnen und Schildern. Am Vormittag veranstaltete die Gewerkschaft Verdi, die zur Arbeitsniederlegung aufgerufen hatte, zudem einen Demonstrationszug und eine anschließende Kundgebung vor der Lufthansa-Basis. Nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers beteiligten sich mehr als 1000 Streikende daran.

Der Ausstand der Luftsicherheitskräfte soll am Donnerstagabend (22.00 Uhr) enden, der Warnstreik des Lufthansa-Bodenpersonals soll bis Samstagmorgen um 7.10 Uhr dauern. Betroffene Reisende sind laut Flughafen angehalten, sich bei der Fluggesellschaft zu informieren. Am Freitag sind demnach jeweils 15 Ankünfte und Abflüge der Lufthansa abgesagt.

In Neumünster rief die Gewerkschaft Verdi außerdem die Busfahrer zum zusätzlichen Warnstreik auf. Der Ausstand der Beschäftigten der Stadtwerke Neumünster (SWN) startete um 6.00 Uhr und sollte mit Dienstschluss enden. Es wurde ein Notfahrplan eingerichtet, wie die SWN online mitteilten.

Redaktionshinweis: Angaben Bahn und Verdi (1. und 6. Absatz)

© dpa
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