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Streik bei der Bahn - Was Fahrgäste wissen müssen

Wieder legt ein Lokführerstreik weite Teile des Bahnverkehrs in Deutschland lahm. Fahrgäste dürften schon Übung haben. Was auf sie nun zukommt.
Bahnstreik
Die Lokführergewerkschaft GDL hat die Beschäftigten der Deutschen Bahn zum nächsten Streik aufgerufen - Fahrgäste müssen sich auf den längsten Streik seit vielen Jahren einstellen. © Jens Büttner/dpa

Fahrgäste müssen sich ab morgen auf den längsten Streik der Lokführergewerkschaft GDL seit vielen Jahren einstellen. Rund sechs Tage lang wird auf der Schiene kaum noch etwas gehen. Was Fahrgäste tun können:

Wann genau wird gestreikt?

Die GDL will den Personenverkehr ab 2.00 Uhr am Mittwoch bestreiken. Erste Züge dürften schon vorher ausfallen. Die Bahn nimmt manche Verbindungen in der Regel schon vor Streikbeginn aus dem Programm, damit die Fahrt nicht auf freier Strecke endet und damit die Züge nach Streikende dort stehen, wo sie gebraucht werden. Im Güterverkehr soll es bereits heute losgehen. Insgesamt soll der Ausstand bis Montag um 18.00 Uhr dauern.

Was ist betroffen?

Der Streik soll laut Gewerkschaftsaufruf erneut alle Verkehrsarten treffen. Sowohl im Fern-, Regional- als auch im Güterverkehr ist mit großen Behinderungen zu rechnen. Die Bahn hat wieder einen Notfahrplan angekündigt. «Für diese Fahrten setzt die DB im Fernverkehr längere Züge mit mehr Sitzplätzen ein, um möglichst viele Menschen an ihr Ziel bringen zu können», hieß es.

Über den Umfang des eingeschränkten Fahrplans wurde zunächst nichts bekannt. Bei den vorigen Arbeitskämpfen fuhr rund jeder fünfte Fernzug. Im Regionalverkehr waren die Auswirkungen regional sehr unterschiedlich, gleichwohl erheblich.

Welche Regionen sind betroffen?

Der Streikaufruf gilt auch dieses Mal bundesweit. Erfahrungsgemäß sind insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern sowie im Südwesten viele Beschäftigte bei der GDL organisiert. Dort dürfte daher im Regionalverkehr vielerorts nichts mehr gehen. «In jedem Fall wird es auch im Regionalverkehr massive Einschränkungen geben», teilte die Bahn mit.

Wo kann ich mich über meinen Zug informieren?

Der eingeschränkte Notfahrplan der Deutschen Bahn für die anstehenden Streiktage auf der Schiene soll im Laufe des Tages abrufbar sein. «Wir sind gerade dabei, den Notfahrplan in alle unsere Auskunftssysteme einzupflegen, sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr», sagte eine Bahnsprecherin. «Das wird auch wie im vergangenen Fall des Streiks für die Fahrgäste wichtiger und zuverlässiger sein, sich vorher zu informieren.»

Was passiert mit meiner Fahrkarte?

Die Bahn hat die Zugbindung für alle Tickets während des Streiks aufgehoben. Alle Fahrgäste, die eine zwischen dem 24. und 29. Januar geplante Fahrt verschieben möchten, können ihre Fahrkarte damit später nutzen. Alternativ können sie ihre Fahrt auf den heutigen Tag vorziehen. Die Fahrkarte gilt dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden.

Wieso streikt die GDL?

Mit dem Streik reagiert die GDL auf das jüngste Angebot der Deutschen Bahn, das der Konzern am Freitag präsentiert hatte. Insbesondere bei der wichtigsten Forderung geht der Konzern aus ihrer Sicht nicht weit genug: Die Gewerkschaft unter ihrem Chef Claus Weselsky fordert eine Verringerung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden bei gleichbleibendem Lohn. Die Bahn hatte nun eine optionale Absenkung auf 37 Stunden vorgeschlagen. Wer sich dagegen entscheidet, bekäme stattdessen 2,7 Prozent mehr Geld. Die Gewerkschaft sieht in der Offerte keine Verhandlungsgrundlage.

Neben der Arbeitszeitverkürzung fordert sie unter anderem 555 Euro mehr im Monat sowie eine Inflationsausgleichsprämie bei einer Laufzeit von einem Jahr. Die Bahn hatte zuletzt stufenweise insgesamt 13 Prozent mehr Geld angeboten - bei einer Laufzeit von 32 Monaten inklusive der Prämie.

© dpa ⁄ Fabian Nitschmann und Matthias Arnold, dpa
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