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Ermittlungen nach Gerüstunfall in Hamburg mit vier Toten

Die Frage nach dem Warum rückt nun in den Vordergrund. Warum krachte ein Baugerüst in der Hamburger Hafencity in sich zusammen? Wie kam es zu dem Unglück mit mehreren Toten? Klar scheint: Es dürfte lange dauern, bis Gewissheit herrscht.
Mehrere Bauarbeiter in Hamburg von Gerüst gestürzt
Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr stehen vor der Baustelle in der Hafencity. © Bodo Marks/dpa

Nach dem verheerenden Unfall auf einer Großbaustelle in der Hamburger Hafencity mit vier Toten gehen am Dienstag die Ermittlungen zur Unglücksursache weiter. Spezialisten des Landeskriminalamts haben laut Polizei die Federführung übernommen. «Unsere staatliche Bauaufsicht ist mit mehreren Baustelleninspektoren vor Ort, um die Einsatzkräfte bei der Ermittlung der Unfallursache zu unterstützen», erklärte Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD) am Montagnachmittag.

Ein Baugerüst war ersten Erkenntnissen zufolge am Montagmorgen in einen Fahrstuhlschacht gestürzt. Vier Arbeiter kamen nach Angaben der Feuerwehr ums Leben, einer wurde lebensgefährlich verletzt. Die Opfer stammen nach Angaben der Stadtentwicklungsbehörde aus Bulgarien.

Warum das Gerüst zusammenbrach, war zunächst völlig unklar. Auf der Plattform hätten auch Baumaterialien gelegen, die mit in die Tiefe stürzten, sagte ein Feuerwehrsprecher. Medienberichte, wonach womöglich eine Überlastung der Plattform zum Zusammenbruch des Gerüstes führte, wollte der Sprecher zunächst nicht kommentieren.

Das Gerüst fiel laut Feuerwehr aus dem achten Obergeschoss ins Untergeschoss. Trümmerteile ragten bis ins zweite Obergeschoss. Die Rettung war kompliziert. Höhenretter und ein Technischer Zug der Freiwilligen Feuerwehr waren über Stunden im Einsatz. Die Schwierigkeit bestand laut Feuerwehr darin, dass die Rettungskräfte viele Gerüstteile sichern und sich zugleich Stockwerk für Stockwerk nach unten vorarbeiten mussten. Der Einsatzleiter beschrieb den Trümmerberg als «Riesen-Mikado» aus Gerüststangen.

Auf der Baustelle arbeiteten regulär etwa 1400 Arbeiter, am Montag - wegen des Reformationstages am Dienstag in Hamburg ein Brückentag - seien es aber nur gut 700 gewesen, sagte der Feuerwehrsprecher. Nach dem Unglück wurde das Gebäude gesperrt, alle dort Beschäftigten mussten den Bereich verlassen. Zur Betreuung der Einsatzkräfte und Augenzeugen wurden Notfallseelsorger hinzugerufen. Auch ein Kriseninterventionsteam war im Einsatz.

Das Überseequartier ist Teil der Hafencity, die als Europas größtes innerstädtisches Stadtentwicklungsvorhaben gilt. Auf dem 14 Hektar umfassenden Gelände an der Elbe entstehen ein großes Einkaufszentrum mit vielen Geschäften, Gastronomie, Entertainment, Büros, ein Kreuzfahrtterminal, Hotels und mehr als 1000 Wohnungen.

Auf den Baustellen der Hafencity hat es bereits mehrfach schwere Unfälle gegeben. Erst am 2. September waren vier Arbeiter bei einem ähnlichen Unfall an einer Baustelle an den Hamburger Elbbrücken - unweit der Hafencity - teils lebensbedrohlich verletzt worden.

© dpa ⁄ Carola Große-Wilde, Markus Klemm und Bernhard Sprengel, dpa
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