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Ehefrau zu Tode misshandelt: Mehr als zehn Jahre Haft

In einer Hamburger Flüchtlingsunterkunft misshandelt ein 38-Jähriger seine Ehefrau wiederholt - bei einer erneuten Attacke stirbt sie. Nun hat das Landgericht ein Urteil gesprochen.
Strafjustizgebäude Hamburg
Das Strafjustizgebäude am Sievekingsplatz. © Jonas Walzberg/dpa

Nach dem gewaltsamen Tod einer 36-Jährigen in einer Flüchtlingsunterkunft hat das Landgericht Hamburg am Donnerstag ihren Ehemann zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Fall sei eindeutig, als Täter komme nur der Angeklagte in Betracht, sagte die Vorsitzende Richterin Jessica Koerner. Das Gericht sprach den 38-Jährigen wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Körperverletzung mit Todesfolge schuldig.

Der Ukrainer fügte seiner Frau laut Gericht bereits am 15. April 2023 oder einige Tage zuvor in einer Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Barmbek Hämatome am Bauch und eine Rippenfraktur zu. Nach Überzeugung des Gerichts wurde die Frau über Monate immer wieder verprügelt, das hätten die rechtsmedizinischen Untersuchungen und Zeugenaussagen belegt.

Die Frau habe sich immer mehr von der Außenwelt zurückgezogen und versucht, ihre Verletzungen mit Sonnenbrille und Schminke zu verdecken, berichtete die Vorsitzende Richterin. Das Opfer hatte den Angaben zufolge bereits früher in der Heimat Alkoholprobleme, diese aber zunächst in den Griff bekommen. Nach der Flucht 2022 vor dem Krieg in der Ukraine habe die Frau in Deutschland wieder viel getrunken. Sie habe versucht, sich wegen der Misshandlungen zu betäuben, war die Kammer überzeugt. Zeuginnen hatten laut Anklage geschildert, bei ihrer Ankunft sei die 36-Jährige eine wunderschöne, lebenslustige Frau gewesen, doch am Ende ihres Lebens nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Mitte November habe der Angeklagte seine Ehefrau dann so schwer misshandelt, dass sie starb. Die Mutter einer pflegebedürftigen Tochter erlitt unter anderem großflächige Einblutungen am Schädel, zwei Rippenfrakturen und einen Dünndarmriss, der letztlich zu ihrem Tod führte.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe im Prozess bestritten. «Ich habe meine Frau sehr geliebt, ich habe sie nicht misshandelt», sagte der Mann im sogenannten letzten Wort. In dem Verfahren hatte er unter anderem angegeben, seine Frau sei bei einem Überfall in einem Park verletzt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Gesamtfreiheitsstrafe von elf Jahren für den Ehemann gefordert. Der Verteidiger erklärte, er sei von der Unschuld seines Mandanten überzeugt und forderte Freispruch. Es könne auch jemand anderer der Täter gewesen sein. Vor dem Urteil hatte der Anwalt an die Richter appelliert, seinen Mandanten wegen seiner kräftigen Statur nicht vorzuverurteilen. Eine Bestrafung sei höchstens wegen unterlassener Hilfeleistung möglich, weil der Angeklagte die Lage falsch eingeschätzt und zu spät einen Rettungswagen für seine verletzte Frau geholt habe.

© dpa
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