Games Music Hörbücher Gymondo MyTone Alle Services
vodafone.de

Frauenakte von Modigliani: Museum mit neuer Perspektive

Aus Paris, London, New York kommen die Meisterwerke für die neue Modigliani-Ausstellung im Museum Barberini in Potsdam. Aktgemälde gehören zum Herzstück der Schau. Dabei sollen die Besucher ein neues Frauenbild des Künstlers zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdecken können.
Vorbereitung der Modigliani-Ausstellung
Mitarbeiter des Museums Barberini hängen in Vorbereitung der Ausstellung „Modigliani. Moderne Blicke“ das Gemälde „Liegender Frauenakt auf weißem Kissen“ (1917, Staatsgalerie Stuttgart) von Amedeo Modigliani an die Wand. © Soeren Stache/dpa/Archivbild

Für weit mehr als 100 Millionen Euro ist vor Jahren ein Aktgemälde des italienischen Malers Amedeo Modigliani in New York versteigert worden. Das Werk im Privatbesitz ist nun Teil einer neuen Ausstellung im Potsdamer Museum Barberini. Die Schau, die zusammen mit der Staatsgalerie Stuttgart entstand, zeigt von Samstag (27.) an das ganze Schaffen des früh gestorbenen Künstlers Modigliani (1884-1920) und soll einen neuen Blick auf seine Frauenakte werfen.

Die Werke des jüdischen Malers, die einst Skandale auslösten, gelten als äußerst gefragte Leihgaben. Im Barberini sind aber noch weit mehr Stars zu sehen. Denn die Ausstellungsmacher spannen den Bogen auch zu anderen europäischen Künstlern wie Klimt, Picasso, Schiele und Modersohn-Becker. Die Bilder stammen etwa aus Museen in Paris, Washington, New York und London.

«Modigliani. Moderne Blicke» sei die erste Ausstellung über den Maler in Deutschland seit fünfzehn Jahren, so das Museum Barberini. Sie ist bis zum 18. August zu sehen und umfasst insgesamt um die 90 Werke.

Zuvor hatten rund 90 000 Besucher die Schau in Stuttgart gesehen. Die Staatsgalerie dort besitzt zwei wertvolle Modiglianis wie das Werk «Der liegende Akt mit weißem Kissen». Das Haus in Baden-Württemberg gehört damit zu nur vier Museen in Deutschland mit eigenen Modiglianis, wie die Direktorin des Barberini, Ortrud Westheider, am Donnerstag sagte. Daher gebe es auch eine riesige Konkurrenz um internationale Leihgaben, zudem seien viele Werke in Privatsammlungen.

Typisch für Modiglianis Stil: Mandelförmige, blicklose Augen, lang gezogene Frauengesichter. Das Barberini, das seine Aktgemälde als «Ikonen der Moderne» bezeichnet, will jedoch vor allem eine neue Perspektive auf das Werk ermöglichen. Die Ausstellung revidiere das Image von Modigliani, indem sie ihn als Künstler zeige, der seinen Blick auf die emanzipierte Frau richte, teilte das Museum mit. Er porträtierte emanzipierte Frauen mit Kurzhaarfriseur und in Männerkleidung. Lange Zeit seien seine Darstellungen von Frauen als Ausdruck männlichen Voyeurismus betrachtet worden. Die Schau bewerte nun das Frauenbild des Malers, dem das Image eines dem Alkohol zugeneigten Frauenheldes anhaftete, in der Zeit des Ersten Weltkrieges neu.

© dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
Prozess gegen Jerome Boateng
People news
Milderes Urteil für Jérôme Boateng
Autor Oswald Egger wird mit Büchner-Preis 2024 ausgezeichnet
Kultur
Büchner-Preis für Autor Egger - «Nachricht als Glücksgefühl»
Taylor Swift «Eras Tour» - Schweiz
Musik news
Charts: Taylor Swift vor Eminem an der Spitze
Weltweite IT-Ausfälle - Los Angeles International Airport
Internet news & surftipps
Wie ein Fehler weltweite Computerprobleme auslöste
Weltweite IT-Ausfälle - Symbolbild
Internet news & surftipps
Debakel für IT-Sicherheitsfirma Crowdstrike
Netflix
Internet news & surftipps
Netflix gewinnt acht Millionen Kunden hinzu
Tour de France - 19. Etappe
Sport news
Vorentscheidung: Pogacar gewinnt schwere Alpen-Etappe
Flugverkehr am BER eingestellt
Reise
Technische Probleme an Flughäfen: Das sind ihre Rechte