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Berlin baut weniger Wohnungen als 2022: Kritik

Beim Neubau von Wohnungen geht es in Berlin langsamer voran als erhofft. Erneut wird das Wunschziel von 20 000 Wohnungen nicht erreicht. Aus der Baubranche gibt es deshalb Kritik am Senat.
Wohnungsbau
Eine Baugerüst an einem Wohnhaus. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Keine Trendwende: Die Zahl der 2023 in Berlin neugebauten Wohnungen bleibt noch unter der des Vorjahres. «Die 20.000 werden wir dieses Jahr nicht erreichen. Nach unserer Prognose werden wir bei rund 16.000 neu gebauten Wohnungen landen», sagte Stadtentwicklungs- und Bausenator Christian Gaebler der Deutschen Presse-Agentur. «Das liegt unter dem Vorjahreswert von 17.310. Gemessen an dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld und auch im Bundesvergleich liegen wir damit aber noch ganz gut.»

Zahl der Neubauten liegt unter dem Bedarf von 20.000

Im Koalitionsvertrag haben CDU und SPD vereinbart, dass angesichts der Mangelsituation jährlich bis zu 20.000 neue Wohnungen entstehen sollen. «Ja, wir bleiben 2023 unter dem Bedarf von 20.000, sind damit aber nicht alleine. Auch der Bund rechnet damit, sein Ziel von 400.000 Wohnungen zu verfehlen», sagte Gaebler.

Auch für 2024 ist Gaebler pessimistisch: «Ich schätze, dass es nächstes Jahr noch einmal schwierig wird, vielleicht gehen die Zahlen auch noch einmal runter», so der SPD-Politiker. «Danach aber, ab 2025, werden wir eine deutliche Entspannung bekommen. Das sagen mir Projektentwickler und auch die Investitionsbank Berlin.» Die Durststrecke halte im nächsten Jahr noch an. «Danach geht es aber wieder aufwärts - das ist die Hoffnung und die Erwartung.»

Kritik aus der Bauwirtschaft

Die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg, die die Interessen des Baugewerbes vertritt, sieht die Politik in der Pflicht. Die Auftragseingänge im Wohnungsbau seien 2023 auf einem erschreckend niedrigen Niveau. «Die Ursachen dafür sind hohe Materialpreise, gestiegene Kreditzinsen, kaum Förderung des energieeffizienten Bauens, aber auch die zu langen Genehmigungszeiten», so Geschäftsführerin Katarzyna Urbanczyk-Siwek.

«Außerdem, wer wie in Berlin nach wie vor über eine Enteignung von Wohnungseigentümern diskutiert, braucht sich in der jetzigen Situation nicht über die Zurückhaltung bei den Investitionen in neue Wohnungsprojekte zu wundern.» Aus Sicht des Baugewerbes brauche es entschlossenes Handeln der Politik, damit der Bau nicht komplett zum Erliegen komme.

Der Generalsekretär der Berliner FDP, Lars F. Lindemann, sagte, Schwarz-Rot sei für Fortschritt und Aufbruch angetreten. «So sehen aber die Zahlen im Wohnungsbau nicht aus.» Was Berlin brauche, sei eine ambitionierte Neubauoffensive, die Ausweisung von mehr Bauflächen, eine Aufstockungsoffensive und die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. «Schwarz-Rot muss endlich den Standstreifen verlassen und auf die Überholspur wechseln.»

Baubranche spürt die Zinsentwicklung

Gaebler sagte, in der Baubranche gebe es bei vielen Unternehmen zwar den Zinsschock. «Die sagen: Wir haben ganz anders kalkuliert, was machen wir denn jetzt?» Die aktuellen Bauzinsen seien aber nichts völlig Neues. «Vor 20 Jahren hatten wir das Niveau schon einmal. Aber der Sprung in relativ kurzer Zeit, der hat alle Kalkulationen durcheinandergebracht», sagte Gaebler. «Und weil die Preise sowieso schon relativ hoch sind am Markt, haben die Unternehmen keine Spielräume mehr.» Wohnungsbau müsse sich aber auch rechnen. «Wenn selbst der Vorstand eines großen privaten Wohnungsunternehmens sagt, er baut nicht mehr, weil er nicht zu Preisen von 20 oder 22 Euro den Quadratmeter im Neubau vermieten will, weil er den Anspruch hat, für breitere Schichten der Bevölkerung Wohnungen anzubieten, dann heißt das ja schon was.»

© dpa
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