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50 Jahre Filmwochenende: Junges Publikum muss her

Es ist kein Festival mit Blockbustern für alle und ausgiebigem Schaulaufen der Schauspieler und Schauspielerinnen. Stattdessen sind beim Internationalen Filmwochenende in Würzburg Werke abseits des Mainstreams gefragt - auch zum Jubiläum.
50 Jahre internationales Filmwochenende Würzburg
Arnold Schatzler (l), Gründungsmitglied und Florian Hoffmann, Vorstandsmitglied des Vereins Filminitiative Würzburg. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Den Filmregisseur Werner Herzog (81) zog es bereits 1975 zum Internationalen Filmwochenende nach Würzburg. Ihm taten es in den Folgejahren viele weitere große Talente wie Regisseur Wim Wenders oder Kameramann Michael Ballhaus gleich: Das Internationale Filmwochenende in Würzburg bietet seit 50 Jahren den Machern des unabhängigen Kinos eine Bühne.

Zum Jubiläum vom 25. bis zum 28. Januar wollen die Veranstalter wieder eine ungewöhnliche wie internationale Filmauswahl präsentieren - und einen Blick zurück zu den Anfängen 1974 werfen. So soll etwa eine kleine Auswahl der Filme gezeigt werden, die vor 50 Jahren liefen, wie die Filminitiative Würzburg ankündigte.

Als Gast sei unter anderem «Tatort»-Schauspieler Axel Prahl gewonnen worden, sagte Vorstand Florian Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur. Prahl ist einem breiten Publikum als Kommissar Frank Thiel bekannt, der in Münster zusammen mit Professor Karl Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) ermittelt.

An den vier Festivaltagen sollen rund 60 internationale Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme gezeigt werden, unter anderem im Central-Kino im Bürgerbräu. Das Publikum wählt alljährlich aus den Filmen seine Favoriten aus. Die Sieger erhalten ein Preisgeld. Viele der Produktionen sind traditionell in der Originalsprache zu sehen, in der Regel mit deutschem oder englischem Untertitel.

Filme jenseits des Normalen gesucht

«Es ist der experimentelle Film beim Filmwochenende gefragt, also der weniger im normalen Programm läuft», erklärte Gründungsmitglied Arnold Schatzler. Mainstream sei beim Festival nicht gewollt, er selbst gehe ausschließlich in Programmkinos, möglichst einmal wöchentlich. «Große Leinwand, guter Ton, ein Gemeinschaftserlebnis.» Leider habe die ständige Verfügbarkeit von Filmen auf dem Handy oder über Streamingdienste am heimischen Fernseher Publikum gekostet. «Die Kinos werden voraussichtlich nicht mehr die Zahlen von 2018, 2019 oder so erreichen - also vor der Pandemie», sagte der 87-Jährige.

Auch das Filmwochenende war vor der Pandemie mit bis zu 13.000 Zuschauern deutlich stärker besucht als zuletzt - 2023 zählten die Organisatoren nach eigenen Angaben etwa 6000 Ticketverkäufe, wobei dies aber auch am reduzierten Platzangebot gelegen habe.

Kaum einer war noch nicht in Würzburg

Viele große Namen des nationalen und internationalen Films sind mit dem Festival verbunden: so etwa die Regiegröße Eric Rohmer («Meine Nacht bei Maud», 1969). Der Franzose reiste 1983 mit dem Zug nach Würzburg und war lediglich mit einem Rucksack unterwegs. Der italienische Regisseur Bernardo Bertolucci («Himmel über der Wüste», 1990) kam im selben Jahr in die Mainstadt, wechselte aber gleich nach seiner Ankunft das Hotelzimmer, weil ihm seines wohl zu klein erschien.

Aus den Aufzeichnungen der Festivalmacher geht ebenso hervor, dass der britische Filmproduzent Stephen Frears («Die Queen», 2006) nach seinem Festivalbesuch 1986 wohl derart in der Würzburger Kneipenszene versackte, dass er am nächsten Morgen nur ganz knapp seinen Zug zum Flughafen erreichte.

Aufgaben für Morgen

Auch künftig sollen bekannte und weniger bekannte Filmschaffende das Festival bereichern. Zugleich arbeiten die Veranstalter an Konzepten, um jüngere Menschen für das Filmfest zu gewinnen. «Das Publikum ist mit uns gealtert», sagte Vorstand Hoffmann. «Ich bin 50 Jahre, und ich bin im Verein die Nachwuchshoffnung.» Das jährliche Festival wird ehrenamtlich von der Filminitiative Würzburg gestemmt.

«Uns fehlt der Nachwuchs. Das gilt sowohl für uns vereinsintern als dann eben auch beim Publikum. Wir hätten gerne jüngere Leute drin», sagte Hoffmann. «Aber das gilt für jeden Kulturbetrieb», auch für Theater, Oper und Kabarett. Es gebe Comedians, die zögen junges Publikum an, «aber im Gro ist natürlich ein normales Kabarettpublikum ab 40 Jahren aufwärts.» Eine Generationenmischung wäre schön, «aber wir wissen noch nicht genau, wie wir das hinkriegen sollen».

© dpa
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