"Tatort: Die goldene Zeit": Wer hat ein Kind als Auftragsmörder engagiert?

Thorsten Falke ermittelt im Hamburger Rotlichtmilieu. In "Tatort: Die goldene Zeit" (Sonntag, 31. Juli, 20.15 Uhr im Ersten) steht der Mörder schnell fest - doch wer hat ihn beauftragt?

Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) fühlt sich auf dem Kiez Zuhause. Schließlich war der Kommissar einst Türsteher in einem Club auf St. Pauli. Jetzt muss er in einem Bordell ermitteln und trifft auf alte Bekannte.

"Tatort: Die goldene Zeit": Darum geht's

Ein 13-jähriger Junge aus Rumänien bringt den erwachsenen Sohn einer Kiezgröße um. Es handelt sich offensichtlich um einen Auftragsmord. Der Vater des Toten, Egon Pohl (Christian Redl), wird wohl auch bald das Zeitliche segnen. Er lebt nur noch mit Hilfe eines Atemgerätes und wirkt zudem dement. Auch seine Tochter (Deborah Kaufmann), die inzwischen eine Stiftung zur Förderung für Hochtalentierte leitet, will oder kann den Tod ihres Bruders nicht rächen. Also schreitet Eisen-Lübke (Michael Thomas) ein.

Der ehemalige Türsteher war der Familie schon immer treu ergeben. Doch mit dem Wandel auf dem Kiez sind die Revierkämpfe weniger geworden und Lübke hat an Ansehen verloren. Jetzt wittert er seine Chance, die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen. Er krallt sich den rumänischen Jungen. Matei (Bogdan Iancu) gibt auch zu, den Mord begangen zu haben - für ein paar hundert Euro, von denen er seinem Vater in Rumänien einen Fernseher kaufen wollte. Doch wer ihn beauftragt hat, verschweigt der Junge.

Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Julia Grosz (Franziska Weisz) sind Matei und Lübke bald auf den Fersen. Sie ermitteln zudem im Bordell der südosteuropäischen Konkurrenz. Doch Falke ist befangen. Schließlich war Lübke einst sein Auszubildender und so eine Art Vorbild für ihn.

 

Hintergrund zum "Tatort" vom Kiez

Drehbuchautor Georg Lippert erzählt, wie er zu der Geschichte im "Tatort" kam: "Ich bin durch ein Zeitungsinterview mit Eddy Kante darauf gestoßen. Der Ex-Bodyguard von Udo Lindenberg, ein Kiez-Urgestein, philosophiert darin über die gute alte Ganovenzeit. Früher hätten die Luden ihre Konflikte noch vor der Tür mit Fäusten ausgetragen. Heute würde man 14-jährige Kinder aus Osteuropa mit einem Messer losschicken und sie nach der Tat sofort zurück über die Grenze schleusen. Es gebe auf der Meile keine Ehre mehr."

Die Dreharbeiten fanden direkt auf St. Pauli statt. Regisseurin Mila Spengler, die selbst einige Jahre dort gelebt hat, sagt: "Das schmutzige Licht passt genau zum Kiez, so wie wir ihn wahrnehmen. Man ist hier wie in einem Sog unterwegs, aus Lichtern und engen Gassen. Unsere Guerilla-Drehs am Freitag- oder Samstagabend waren natürlich nicht ganz ungefährlich, weil zu diesen Stoßzeiten alle betrunken sind. Dann eskaliert das Leben auf der Meile. Richtig brenzlig ist es aber nie gewesen. Wir hatten ein sehr gutes Security-Team an unserer Seite. Es bestand aus lauter Türstehern, die ewig auf dem Kiez gearbeitet haben. Ich habe mich sehr gefreut, auf dem Kiez zu drehen. Diese Chance bekommt man nicht so häufig."

 

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Der Täter steht von Anfang an fest. Einzig die Frage, wer ihn beauftragt hat, bleibt offen. Der Krimiplot ist insgesamt nur mäßig spannend. Der Film lebt eher von der Atmosphäre, den Schauplätzen und den besonderen Charakteren - allen voran der gefallenen Kiezgröße Eisen-Lübke. Gezeigt wird eine düstere und dreckige, testosteronschwere Kiez-Ballade.

 

© Goldene Kamera ⁄ Kristina Heuer
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