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«Der Fall Marianne Voss» im TV

Ein packender Justiz-Krimi bei ZDF und Arte erzählt den Fall von zwei Menschen aus der Provinz, die sich immer wieder verletzen, aber nicht verlassen können. Nach einer wahren Geschichte.
Der Fall Marianne Voss
Marianne (Valerie Koch) und Karsten Voss (Jörg Schüttauf) waren ein gern gesehenes Vorzeigepaar. © Stefan Erhard/ZDF/dpa

Karsten Voss (Jörg Schüttauf) trägt noch Schlafanzug, als der Staatsanwalt mit Haftbefehl und Spurensicherung an der Tür klingelt. «Es besteht der dringende Verdacht des Mordes an Ihrer Frau», trägt der Ermittler dem sprachlosen Endsechziger vor. «In Tateinheit mit der Tötung eines Wirbeltieres.»

Am 2. Januar 2013 soll der Rentner und Ex-Bürgermeister der (fiktiven) Stadt Griesenow seine Frau und ihren kleinen Hund bei deren Waldspaziergang umgebracht haben. Nun sitzt er im Gefängnis und beteuert seine Unschuld. Der ZDF-Krimi «Der Fall Marianne Voss» beruht frei auf einem echten Kriminalfall aus Brandenburg. Der Film wird an diesem Freitag auf Arte und am Montag im ZDF ausgestrahlt, jeweils um 20.15 Uhr.

Marianne Voss (Valerie Koch) muss schrecklich gestorben sein. Niedergeschlagen mit einem Fausthieb, der Luft beraubt durch eine Tüte über dem Kopf, mit Paketschnur erdrosselt. Am Hals finden die Gerichtsmediziner auch Würge-Male. Auffällig sei die Sorgfalt, mit der die Leiche unter Moos verborgen wurde, zitiert der Staatsanwalt die Polizei im Prozess. «Wie bei einer Beerdigung. Der Hund ist auf die gleiche Weise getötet worden.» Marianne Voss habe sich nicht gewehrt. «Der Täter muss ihr beim Todeskampf in die Augen gesehen haben.»

Ein Zeitsprung: Griesenow, 1990. Während das Ehepaar Voss Silberhochzeit feiert, sucht Tochter Heike das Glück im Westen. Karsten überrumpelt seine Frau mit der Entscheidung, für die SPD als Bürgermeister anzutreten. Er erweist sich als lokalpolitischer Tausendsassa, der Millionen-Investitionen in das Kaff holt, während seine Frau ihm vor allem Herablassung, Ironie und emotionale Kälte entgegenbringt. Die Friseurin hat Karsten einst zwar geheiratet, doch ihre große Liebe war er nie. Ein ungleiches Paar: Marianne, kühle Perfektionistin, und Karsten, jovialer Teddybär. Er habe seine Frau zu Beginn der Ehe sehr verehrt, sagt Karsten seiner Therapeutin. Doch das habe man sich nie gesagt. «Das brauchen wir nicht.» 

Als er Anzeichen für eine schwere Darmkrankheit an sich entdeckt, vertraut er sich nicht seiner Frau an. Als er im Krankenhaus landet, reagiert sie mit Ekel. So leben sich die zwei mehr und mehr auseinander. Dennoch sind sie nicht zur Trennung fähig. Er - der mit einer kalten Mutter aufwuchs - will nicht verlieren, was er sich aufbaute. Seine Frau will die Fassade wahren, wie sie es im Elternhaus lernte. «Sie wollte immer allen eine heile Welt vorspielen», sagt eine Freundin als Zeugin. Und er schluckt jede Demütigung - doch legt er sich eine Geliebte zu. '

Die Ehehölle wird immer schlimmer. «Möglich wäre, dass Herr Voss seine Frau im Affekt erwürgt hat», sagt die Psychologin. Das Gericht sieht es anders: Zu geplant wirkt die Tat. Am Paketband war seine DNA. Doch wären auch andere Erklärungen denkbar? Etwa, dass sie ihren Tod aus Rache in Auftrag gab? Oder dass ein Verehrer von ihr dahintersteckte? 

«Der Fall Marianne Voss» erschreckt mit Brutalität. Weniger im Sinne der entsetzlichen Tat, von der kaum was zu sehen. Es ist vielmehr die seelische Gewalt zwischen den Ehepartnern, die einen immer schlimmeren Sog ausübt - eine exzellente schauspielerische Leistung, die an dunkle Fassbinder-Filme der 1970er-Jahre erinnert. 

Jörg Schüttauf erklärt sich das Bleiben Karstens mit der Konstante: «Der sich immer wiederholende Rhythmus; aufwachen, Aufgaben entgegennehmen und nach getaner Arbeit nach Hause kommen. Vielleicht ist das Alleinsein nicht so sein Ding, und da sind ja auch noch die Tochter, das Haus und die Leute in der Nachbarschaft. Was sollen die wohl denken, wenn er plötzlich nicht mehr dort wohnt?» Für Schüttauf macht die offene Frage den Reiz aus: «Das ist ja gerade das Spannende. War er's, oder war er's nicht? Nur er selbst weiß es.»

© dpa ⁄ Christof Bock, dpa
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