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J.K. Rowling zeigt sich in Trans-Debatte unversöhnlich

Sind Transfrauen Frauen? Diese Frage wird in Großbritannien erregt diskutiert. Mittendrin: J.K. Rowling.
Buchautorin J.K. Rowling
Erntete viel Kritik, weil sie Transfrauen als Männer bezeichnet: «Harry Potter»-Autorin J.K. Rowling. © Joel C Ryan/Invision via AP/dpa

In der aufgeheizten britischen Debatte um geschlechtliche Identität hat sich «Harry Potter»-Autorin J.K. Rowling unversöhnlich gezeigt. Die Schriftstellerin bezeichnet Transfrauen als Männer und wurde dafür scharf kritisiert, unter anderem von «Harry Potter»-Darsteller Daniel Radcliffe.

«Promis, die sich einer Bewegung angeschlossen haben, die die hart erkämpften Rechte von Frauen aushöhlen will, und die ihre Plattformen genutzt haben, um die Geschlechtsanpassung von Minderjährigen zu bejubeln, können sich ihre Entschuldigungen für traumatisierte Detransitionisten und gefährdete Frauen aufsparen, die auf gleichgeschlechtliche Räume angewiesen sind», schrieb Joanne K. Rowling auf der Plattform X (früher Twitter).

Die 58-Jährige antwortete damit auf die Anmerkung eines Nutzers, dass «Dan und Emma» sich bei ihr für ihre Kritik entschuldigen müssten. Britische Medien interpretierten Rowlings Aussage so, dass sie eine Entschuldigung von Radcliffe und seiner Filmpartnerin Emma Watson («Hermine Granger») ablehnen würde.

Neuer Untersuchungsbericht kritisiert Pubertätsblocker

Anlass war ein am Vortag veröffentlichter Untersuchungsbericht zu staatlichen Angeboten für transsexuelle Jugendliche in Großbritannien. Die Studie der pensionierten Kinderärztin Hilary Cass stellt unter anderem fest, dass ein Mangel an Forschung und Evidenz zum falschen Einsatz von Hormonen und sogenannten Pubertätsblockern, die das Einsetzen von Pubertätsmerkmalen wie Menstruation, Brustwachstum und Stimmbruch verhindern, geführt habe. Rowling sah daraufhin ihre Position bestätigt.

Die gesellschaftliche Debatte um geschlechtliche Identität wird in Großbritannien vor allem von konservativen Kreisen zunehmend als Kulturkrieg geführt. Rowling sorgt dabei regelmäßig mit Äußerungen zu Transmenschen für Aufsehen und wird dafür von konservativen Politikern wie Ex-Premierminister Boris Johnson gelobt. 

Im Juni 2020 hatte sie einen Artikel kritisiert, in dem Frauen als «Menschen, die menstruieren» bezeichnet wurden. Das englische Wort «women» für Frauen war in dem Artikel vermieden worden. «Ich bin sicher, dass es früher ein Wort für diese Menschen gab. Kann jemand helfen?», schrieb Rowling spöttisch. 

Kritik aus dem «Harry Potter»-Universum

Daraufhin distanzierten sich auch Schauspieler aus den «Harry Potter»-Verfilmungen von ihr. Zauberlehrling-Darsteller Radcliffe (34) entschuldigte sich für den Schmerz, den die Autorin den Betroffenen zugefügt habe und betonte: «Transgender-Frauen sind Frauen.» Die 33-jährige Watson schrieb damals: «Transsexuelle Menschen sind die, für die sie sich ausgeben, und haben es verdient, ihr Leben zu leben, ohne ständig infrage gestellt zu werden oder gesagt zu bekommen, dass sie nicht die sind, für die sie sich ausgeben.»

Als Transmenschen oder Transgender werden Personen bezeichnet, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig fühlen.

Neues Gesetz gegen Hasskriminalität in Schottland

Die Debatte um Transmenschen wird in Großbritannien noch genauer beobachtet, seitdem am 1. April in Schottland, wo Rowling lebt, ein verschärftes Gesetz gegen Hasskriminalität in Kraft ist. Damit werden neben rassistisch motivierten Taten und Aufrufen zum Hass auch solche aufgrund von Alter, Behinderung, Religion, sexueller Orientierung oder Trans-Identität unter Strafe gestellt.

Rowling setzte am 1. April mehrere provozierende Posts ab und fügte hinzu: «Sollte das, was ich hier geschrieben habe, im Sinne des neuen Gesetzes als Vergehen gelten, freue ich mich darauf, festgenommen zu werden (...).» Die Polizei betonte, ihre Posts stellten keine Straftaten unter dem neuen Gesetz dar.

In der ersten Woche registrierte die schottische Polizei mehr als 7100 Online-Beschwerden, von denen 240 als Hassverbrechen eingestuft wurden.

© dpa ⁄ Benedikt von Imhoff, dpa
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