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Wirbel um zurückgezogenes Royals-Buch zieht weiter Kreise

Ein bessere Werbung kann sich der Autor des Buchs «Endgame» über die britische Königsfamilie wohl gar nicht wünschen. Die Namen zweier Royals, denen Harry und Meghan Vorwürfe machen, sorgen weiter für Schlagzeilen.
Britisches Königshaus
Prinz Harry (l-r), Prinz William, Meghan, Herzogin von Sussex, und Kate, damalige Herzogin von Cambridge, verlassen hinter dem damaligen Prinz Charles (vorne) Westminster Abbey nach dem Gottesdienst anlässlich des Commonwealth-Tages. © Phil Harris/POOL Mirror/AP/dpa

Der Streit um Vorwürfe von Prinz Harry (39) und Herzogin Meghan (42) gegen die britische Königsfamilie hat auch am Wochenende weiter die Gemüter im Vereinigten Königreich erregt. Eine Enkelin des früheren südafrikanischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela stellte sich hinter Harry und Meghan. Der frühere britische Premierminister Boris Johnson nahm hingegen die Royals in Schutz.

Vorangegangen waren Schlagzeilen über Schlagzeilen zu den - bisherigen Angaben nach versehentlich - in einem Buch des Autors Omid Scobie veröffentlichten Namen zweier Royals, denen Harry und Meghan demnach vorwarfen, über die Hautfarbe ihrer damals noch ungeborenen Kinder spekuliert zu haben.

Abgeordneter will Harry und Meghan Titel aberkennen

Obwohl Scobie abgestritten hatte, «Sprachrohr» Harry und Meghans zu sein oder auch nur mit diesen befreundet zu sein, wurden die beiden mit dessen Buch in britischen Medien in Verbindung gebracht. Ein konservativer Abgeordneter schlug vor, ein ursprünglich gegen deutsche Adlige mit britischen Titeln gerichtetes Gesetz aus dem Ersten Weltkrieg zu nutzen, um Harry und Meghan ihre Titel als Herzog und Herzogin von Sussex abzuerkennen.

«Wenn jemand nicht royal sein möchte, ist das eine Entscheidung, die wir respektieren - aber sie sollten keine Titel und Privilegien behalten, wenn sie eine Institution beschädigen, die eine wichtige Rolle in unserem nationalen Leben spielt», schrieb der Abgeordnete Bob Seely in der «Mail on Sunday». Er werde in den kommenden Wochen eine Änderung an dem sogenannten «Titles Deprivation 1917 Act» ins Unterhaus einbringen, kündigte er an.

Mandela-Enkelin vergleicht Harry und Meghan mit ihrem Opa

Ndileka Mandela, die als Aktivistin für soziale Gerechtigkeit und Frauenrechte in die Fußstapfen ihres 2013 gestorbenen Großvaters tritt, forderte, Harry und Meghan sollten «zum Ausdruck bringen dürfen, was auch immer es ist, das sie zum Ausdruck bringen wollen und ihren eigenen Weg wählen können», wie sie der BBC sagte. Sie verglich die beiden dabei mit ihrem berühmten Großvater, der sich gegen eine arrangierte Ehe zur Wehr gesetzt habe. Nur weil er seinen eigenen Weg gegangen sei, gebe es das Südafrika von heute. Harry und Meghan sollten die Freiheit haben, eigene Wege zu beschreiten, befand Ndileka Mandela.

Ob Harrys und Meghans Kinder durch angebliche Spekulationen über ihre Hautfarbe Opfer von Diskriminierung wurden, wollte die Mandela-Enkelin nicht beurteilen. «Ich habe dazu keine Informationen aus erster Hand», sagte sie.

Namen bezichtigter Royals in niederländischer Version genannt

Aufgekommen waren die Vorwürfe in einem aufsehenerregenden Interview mit US-Talkshowlegende Oprah Winfrey im März 2021. Meghan zufolge war Prinz Harry von verschiedenen Mitgliedern der Royal-Family mit Spekulationen konfrontiert worden, wie dunkel die Haut seines damals noch ungeborenen Sohns Archie (4) sein werde. Meghan, die teils afroamerikanische Wurzeln hat, wollte die Namen der bezichtigten Royals nicht preisgeben, weil es «sehr schädlich für diejenigen wäre».

Die Namen der angeblich bezichtigten Royals wurden jedoch in der niederländischen Übersetzung des kürzlich erschienenen Buchs Scobies veröffentlicht. Der Verlag rief die Bücher daraufhin zurück. Laut übereinstimmenden Berichten großer britischer Medien wie der BBC und des «Guardian» handelt es sich bei den beiden darin Genannten um König Charles (75) und Prinzessin Kate (41). Seitdem macht das Thema in Großbritannien unaufhörlich Schlagzeilen.

Johnson verspottet Prinz Archie als «princeling»

Warum die Namen nur in der niederländischen Fassung des Buchs mit dem Titel «Endgame» (Endspiel) zu lesen waren, blieb zunächst unklar. Autor Scobie versicherte, er habe kein Buch eingereicht, das die Namen enthielt. Die niederländischen Übersetzerinnen beharrten allerdings ebenfalls darauf, nichts hinzugefügt zu haben.

Ex-Premier Boris Johnson mischte sich in einem Meinungsbeitrag in der Boulevardzeitung «Daily Mail» am Samstag in die Debatte ein. Er befand darin die angeblichen Spekulationen über die Hautfarbe Archies, den er als «princeling» verspottete, als harmlos. Die Vorwürfe seien «ein weiteres Beispiel des Prozesses, in dem normale menschliche Denkmuster und Verhaltensweisen denunziert, dämonisiert und vom Kanon des Akzeptablen gestrichen werden», schrieb der konservative Politiker.

Die «Sunday Times» berichtete unter Berufung auf Insider-Quellen, der Streit habe dazu geführt, dass Harry und Meghan von einer Aristokraten-Hochzeit im kommenden Juni ausgeschlossen worden seien. Demnach habe der sowohl mit Prinz Harry als auch mit dessen Bruder Prinz William (41) eng befreundete Herzog von Westminster, Hugh Grosvenor, schweren Herzens beschlossen, den Herzog und die Herzogin von Sussex nicht einzuladen, um unangenehme Situationen zu vermeiden. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

© dpa
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