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DTB-Team ohne Zverev vor kompliziertem Duell in Ungarn

Mit Alexander Zverev wären die deutschen Tennis-Herren in Ungarn in der Favoritenrolle gewesen. Doch Zverev fehlt erkrankt. Wird der Auftakt in die Davis-Cup-Saison ein Zitterspiel?
Jan-Lennard Struff
Jan-Lennard Struff führt nach der Absage von Alexander Zverev das deutsche Davis-Cup-Team an. © Frank Molter/dpa

Die Bilder von Australian-Open-Halbfinalist Alexander Zverev sind bei der Einstimmung auf die Davis-Cup-Qualifikationsrunde in Ungarn weiter präsent.

Am Eingang der modernen Multifunktionsarena von Tatabánya leuchtet Zverev auf einem großen Monitor ebenso auf wie auf den Fernsehern im Raum der Auslosung. Doch der eingeplante Star dieses zweitägigen Tennis-Duells tauchte gar nicht in der kleinen Stadt rund 60 Kilometer westlich von Budapest auf. Die Absage des erkrankten Zverev erschwert für die deutschen Tennis-Herren die Herausforderungen am Freitag und Samstag in Ungarn erheblich.

«Er kann in so einem Duell den Unterschied ausmachen. Er war in großartiger Form», bedauerte Teamchef Michael Kohlmann. «Er wünscht uns natürlich nur das Beste. Er ist scharf darauf, die späteren Runden zu spielen. Der Sieg ist für uns sehr wichtig».

Zverev bringt Virusinfekt aus Melbourne mit

Zverev schleppt sich mit seiner Erkältung herum, die ihn schon in Melbourne schwächte. Allein er hätte in Tatabánya als Favorit in den Einzeln für zwei von drei notwendigen Punkten sorgen können. Mit einem Sieg qualifiziert sich das Team für die Gruppenphase im September. Im Falle einer Niederlage müsste der DTB die Chance auf den Davis-Cup-Titel erneut früh abhaken und stattdessen wie 2023 um den Verbleib in der Weltgruppe bangen.

«Es ist 50:50 würde ich sagen», prognostizierte Jan-Lennard Struff und ergänzte mit Blick auf Zverev: «Ich weiß gar nicht, ob wir mit Sascha unbedingt so klarer Favorit gewesen wären. Natürlich hilft es, aber das gegnerische Team ist gut, und wir spielen auswärts. Deswegen ist es eine schwierige Aufgabe - egal wer im Team ist.»

Struff und Koepfer sollen es in den Einzeln richten

Struff (Weltranglisten-24.) übernimmt in Abwesenheit von Zverev die Rolle als deutsche Nummer eins. Er trifft am Freitag im zweiten Einzel auf Marton Fucsovics. Zuvor tritt Dominik Koepfer gegen die ungarische Nummer eins Fabian Marozsan an (15.00 Uhr/DAZN und TennisChannel). Für das Doppel am Samstag (13.00 Uhr) sind Kevin Krawietz und Tim Pütz eingeplant, es folgen zwei weitere Einzel.

Erst am Mittwoch herrschte Gewissheit darüber, dass Zverev nicht rechtzeitig genesen würde. Doch Koepfer (60.) hatte schon zuvor geahnt, dass er infrage kommen könnte. «Er hat sich irgendwas eingefangen, ist ja klar, wenn du wochenlang so viel Tennis spielst, es sei ihm verziehen», sagte Koepfer: «Es ist natürlich schade, dass er nicht dabei ist, aber ich denke, wir haben ein gutes Team. Deswegen denke ich, dass wir das kompensieren können.»

Koepfer hatte in der ersten Runde der Australian Open bei der Niederlage gegen Zverev ein starkes Match geboten. Aber die Ungarn sind in der ausverkauften Halle vor rund 6500 Zuschauern und auf dem von ihnen gewählten langsameren Hartplatz keineswegs zu unterschätzen. Marozsan (57.) imponierte 2023 mit einem Sieg gegen den spanischen Tennisstar Carlos Alcaraz und beeindruckte Kohlmann beim Erreichen der dritten Runde in Australien. Routinier Fucsovics (82.) kratzte schon an den Top 30 der Weltrangliste.

«Darum spielst du Tennis»

«Es macht auf jeden Fall auch Spaß auswärts zu spielen mit Fans, die gegen dich sind. Es ist eine coole Atmosphäre. Darum spielst du Tennis», sagte Koepfer und mutmaßte: «Es kommt auf eins, zwei Punkte an. Es wird eine knappe Begegnung.»

Auch deswegen hätte Kohlmann auf die Nachnominierung von Maximilian Marterer gern verzichtet, selbst wenn Zverev nur am Samstag, dem zweiten Spieltag, eine «Riesenhilfe» hätte sein können. «Ich hatte ihm signalisiert, dass ich bis zum letzten Moment warten würde, weil ich uns die Chance geben wollte, dass er auf jeden Fall kommt», sagte Kohlmann: «Wir mussten dann eine Entscheidung treffen.» Mit vier Spielern ins Wochenende zu gehen, wäre zu «riskant» und «nicht professionell» gewesen.

© dpa ⁄ Kristina Puck, dpa
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