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Nach 33 Jahren: Ermittler klären Raubmord an Friseur auf

Mord verjährt nicht: 33 Jahre nach einem Raubmord führt ein Treffer in einer Fingerabdruck-Datenbank zu einem Tatverdächtigen. Er soll einen Friseur in seiner Wohnung erdrosselt haben - aus Habgier.
Pressekonferenz zu einem mehrere Jahre zurückliegenden Mordfall
Die Polizisten Michael Detscher (aD, l) und Dustin Wisnewski bei einer Pressekonferenz zu dem «Cold Case». © Christoph Reichwein/dpa

Mehr als 33 Jahre nach einem mutmaßlichen Raubmord an einem Friseur in Mülheim an der Ruhr hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Der heute 62 Jahre alte Mann ist am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt worden und sitzt nun in Untersuchungshaft, so die Ermittler am Donnerstag. Die Ermittlungsgruppe der Essener Polizei für «Cold Cases» war dem Mann mit deutscher und polnischer Staatsangehörigkeit durch einen Neu-Abgleich von Fingerabdrücken auf die Spur gekommen.

Die Ermittlungen in dem Fall dauerten an, betonte der ermittelnde Staatsanwalt aus Duisburg Martin Mende am Donnerstag. So sei man derzeit dabei, das Umfeld des Beschuldigten zu erhellen, um möglichst viel über Tathergang, Motiv und Verbleib der Beute zu erfahren.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen bislang von Mord aus Habgier aus: Am 19. Januar 1991 war der 63-jährige Friseurmeister erdrosselt in seiner Wohnung gefunden worden. Angestellte hatten sich Sorgen gemacht, nachdem er an dem Samstag nicht in seinem Salon erschienen war. Die Polizei fand seine Wohnung durchwühlt vor, es fehlten zwei wertvolle Uhren sowie Goldmünzen im Wert von mehreren Tausend Mark. Das Opfer war vor der Tat bis in die frühen Morgenstunden durch Mülheimer Kneipen gezogen. Trotz intensiver Ermittlungen habe sich damals kein Tatverdächtiger feststellen lassen.

Spuren vom Tatort - wie Fingerabdrücke oder DNA - hatten die Ermittler viele Jahre nicht weitergebracht. Die Essener Ermittler glichen einen damals gefundenen Fingerabdruck nun auch mit inzwischen verfügbaren internationalen Datenbanken ab - und landeten schließlich doch einen Treffer in Polen. Der Tatverdächtige war dort zuvor im Zusammenhang mit einem Einbruch erkennungsdienstlich behandelt worden. Nach seiner Festnahme wurde am Tatort gefundene DNA mit der des Mülheimers verglichen und stimmte ebenfalls überein, wie der zuständige Ermittlungshauptkommissar außer Dienst, Michael Detscher, erläuterte.

Seit einigen Jahren unterstützen pensionierte Kriminalbeamte die aktiven Ermittler bei der Aufklärung solcher «Cold Case»-Fälle. Dabei setzen sie häufig auf die heutigen Möglichkeiten von Genanalysen und auf Öffentlichkeitsarbeit. NRW-weit geht das Landeskriminalamt von mehreren hundert solcher ungelösten Verbrechensfälle aus, bei den es noch Chancen gebe, die Täter aufzuspüren. Allein die Essener Ermittlungsgruppe für «Cold Cases» - bestehend aus drei aktiven und drei pensionierten, aber aus dem Ruhestand zurückgerufenen Beamten - versucht, mehr als 52 Fälle doch noch zu lösen.

© dpa
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