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Minister schließt höheren Preis für D-Ticket nicht aus

Das Deutschlandticket soll erhalten bleiben. Darin sind sich alle Beteiligten einig. Verkehrsverbünde vermissen aber konkrete Zusagen, dass Einnahmeverluste vollständig ausgeglichen werden. Inzwischen droht auch der Preis des Deutschlandtickets ins Wanken zu geraten.
Oliver Krischer
Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer sitzt bei einer Pressekonferenz. © Henning Kaiser/dpa/Archivbild

Nach den jüngsten Absprachen von Bund und Ländern zum Deutschlandticket hält NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) eine Preiserhöhung im Mai des kommenden Jahres für nicht ausgeschlossen. Die Verkehrsministerkonferenz werde dem Auftrag nachkommen und ein Konzept zur langfristigen Finanzierung des Deutschlandtickets entwickeln, sagte er am Dienstag in Düsseldorf als deren Vorsitzender. Der von der Ministerpräsidentenkonferenz festgelegte Finanzrahmen «schränkt allerdings vieles ein und könnte dazu führen, dass der Einführungspreis ab Mai nächsten Jahres nicht mehr zu halten sein wird», erklärte der Grünen-Politiker.

Das im Mai 2023 eingeführte, bundesweit gültige Deutschlandticket für Fahrten im Nah- und Regionalverkehr kostet in der Regel 49 Euro im Monat. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Vertreter der Länder hatten in der Nacht zu Dienstag nach wochenlangem Streit und Warnungen vor einem Aus des Tickets Schritte zu einer weiteren Finanzierung vereinbart. So sollen in diesem Jahr nicht verbrauchte Zuschüsse im kommenden Jahr genutzt werden dürfen, um bei den Verkehrsunternehmen finanzielle Nachteile auszugleichen, die durch das günstigere Ticket entstanden sind.

Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und der Aachener Verkehrsverbund (AVV) äußerten sich skeptisch, dass in diesem Jahr für 2024 ein finanzieller Puffer erwirtschaftet werden kann. «Wir gehen eher nicht davon aus», erklärten Sprecher von VRS und AVV am Dienstag. Jedoch lasse sich der Finanzbedarf 2023 noch nicht genau abschätzen. Auch der Verkehrsverbund Westfalentarif erklärte, dass für die Berechnung noch die Verkaufsdaten für November und Dezember benötigt würden. Die Verkehrsverbünde fordern, dass die durch das D-Ticket entstehenden Mindereinnahmen auch künftig vollständig ausgeglichen werden.

Die finanzielle Hängepartie für Verkehrsunternehmen gehe weiter, betonte Westfalentarif. «Wir appellieren daher an Bund und Länder, schnellstmöglich Verbindlichkeit für die Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger zu schaffen», sagten die Geschäftsführer Matthias Hehl und Oliver Mietzsch. VRS und AVV berichten von einem Horrorszenario: «Wenn jetzt nicht unmittelbar eine Finanzierungszusage seitens des Bundes kommt, muss in den ersten Monaten 2024 die Beendigung des Deutschlandtickets angestoßen werden, um finanziellen Schaden von den Verkehrsunternehmen und kommunalen Aufgabenträgern abzuwenden», erklärten die Sprecher. Nötig seien umgehend konkrete Entscheidungen zur auskömmlichen Finanzierung und gegebenenfalls zur Preishöhe.

Auch der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) mahnte schnellstmöglich Klarheit über die Finanzierung und rechtliche Rahmenbedingungen an, damit das Deutschlandticket 2024 fortgeführt werden könne und die Kundinnen und Kunden Planungssicherheit bekämen. Festzuhalten bleibe aber auch, dass die Politik mit dem Deutschlandticket grundsätzlich einen mutigen Schritt in Richtung Verkehrswende gegangen sei.

Krischer zeigte sich enttäuscht, dass nicht schon beim Treffen der Ministerpräsidenten mit dem Bundeskanzler eine langfristige Finanzierung «des erfolgreichsten Tickets in der ÖPNV-Geschichte» erreichte wurde. Es müsse jetzt gelingen, «schnell Klarheit und Zuverlässigkeit für die Verkehrsbranche und die elf Millionen Kundinnen und Kunden zu erreichen», sagte er. Darüber hinaus sprach sich der Grünen-Politiker für eine bundesweite «Umsteigeoffensive» aus, um weitere Neukunden für das Deutschlandticket zu gewinnen.

© dpa
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