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ÖPNV-Fahrten werden zum 1. Januar in vielen Regionen teurer

Bus- und Bahnfahren wird in vielen Regionen bald teurer. Angesichts der hohen Energiekosten heben große Verbünde im öffentlichen Personennahverkehr die Preise an. Andere haben das schon getan.
Augsburger Verkehrsverbund
Der Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund hebt seine Preise um durchschnittlich 12,7 Prozent an. © Stefan Puchner/dpa

In vielen Regionen wird der öffentliche Personennahverkehr zum neuen Jahr abermals teurer. Mehrere vor allem große Verkehrsverbünde erhöhen zum 1. Januar die Fahrpreise, wie eine Auswertung der Deutschen Presse-Agentur unter rund einem Dutzend Verbünden ergeben hat. Dazu gehören unter anderem der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und der Münchner Verkehrsverbund (MVV). Andere Verbünde haben in diesem Jahr bereits die Preise erhöht, wieder andere wollen im Frühjahr darüber entscheiden.

Am deutlichsten steigen die Preise bei den untersuchten Verbünden im Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV). Durchschnittlich 12,7 Prozent mehr kosten die Tickets für Bus und Bahn dort ab dem 1. Januar, wie der AVV mitteilte. Ein Einzelticket kostet dort dann 1,90 Euro, was im Vergleich mit anderen Gebieten günstig ist. Vergleichen lassen sich die einzelnen Tarife allerdings schlecht, weil die Verbünde unterschiedlich groß und die Verkehrsnetze unterschiedlich dicht sind.

Auch in Nordrhein-Westfalen steigen die Fahrpreise deutlich: Im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) im Schnitt um 10,4 Prozent, im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) um 9,4 Prozent. Im VRR kostet das Einzelticket in der günstigsten Variante damit künftig 3,30 Euro, in der teuersten 17,90 Euro.

Höhere Kosten für Personal und Energie

Begründet werden die Fahrpreiserhöhungen stets mit den für die Unternehmen gestiegenen Kosten, insbesondere bei Energie und Personal. Beim Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) etwa beschreiben die Verantwortlichen die Lage als dramatisch. Preisanpassungen werden dort zum Januar nicht fällig, der Stichtag dafür ist im VMT traditionell der 1. August. «Aber wir werden damit umgehen müssen», sagte Geschäftsführer Christoph Heuing auf Anfrage.

In Berlin und Brandenburg steigen die Preise wiederum ebenfalls zum 1. Januar, um durchschnittlich 6,7 Prozent. Die jüngste Preiserhöhung ist erst acht Monate her. Der VBB hatte sie von Januar auf April dieses Jahres verschoben. Nun kehrt der Verbund zurück zum üblichen Rhythmus. Auch der VBB verweist auf gestiegene Kosten bei Personal, Kraftstoffen und Energie. Auch der Großraumverkehr Hannover (GVH) erhöht die Ticketpreise, im Schnitt um sieben Prozent zum 1. Januar.

Moderate Preisanhebung in München

Deutlich niedriger fallen die Preisanpassungen hingegen im Verkehrs- und Tarifverbund München aus (MVV). Die Gesellschafter beschlossen dort zum Januar eine Preisanpassung von durchschnittlich 4,3 Prozent. «Das ist eine der niedrigsten Preissteigerungen im öffentlichen Verkehr in diesem Jahr in Deutschland», teilte der Verbund mit. «Bis zu 10,8 Prozent Tariferhöhung wären nötig, um den Verkehrsunternehmen im MVV die gestiegenen Kosten auszugleichen», hieß es.

Der ÖPNV in Deutschland finanziert sich zum einen aus den sogenannten Regionalisierungsmitteln. Die andere Hälfte kommt für die Verkehrsunternehmen aus den Fahrgasteinnahmen. Es ist die einzige Schraube, an der die Unternehmen selbst drehen können, um steigende Kosten zu kompensieren.

Die Fahrpreiserhöhungen beziehen sich stets nur auf die Tarifangebote der jeweiligen Verbünde. Unberührt davon bleibt zunächst der Preis des Deutschlandtickets. 49 Euro pro Monat kostet das Abo weiter, das Inhaberinnen und Inhabern bundesweit Fahrten im Nah- und Regionalverkehr ermöglicht. Das Abo ist monatlich kündbar.

Doch auch dort ist eine Preissteigerung im kommenden Jahr nicht unwahrscheinlich. Bund und Länder gleichen zwar Verluste aus, die den Verkehrsunternehmen wegen des Deutschlandtickets entsteht. In diesem Jahr übernehmen sie zu gleichen Teilen auch darüber hinaus gehende Mehrkosten. Doch im kommenden Jahr sollen diese auch über einen höheren Preis des Deutschlandtickets ausgeglichen werden können.

© dpa
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