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Staudte sieht positiven Trend bei Belastungen durch Düngung

Der Einsatz von Gülle, Mist und Mineraldünger auf den landwirtschaftlichen Flächen ist erneut zurückgegangen. Dennoch sieht Ministerin Staudte noch Handlungsbedarf.
Sensorgestützte Düngung soll Nitrat verringern
Gülle als organisches Düngemittel von einem Traktor mit Schleppschlauchverteiler ausgebracht. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Bei der Belastung der Böden und Gewässer in Niedersachsen durch landwirtschaftliche Düngung sieht Landesagrarministerin Miriam Staudte einen positiven Trend. Es gebe aber weiterhin Handlungsbedarf, sagte die Grünen-Politikerin am Montag bei der Vorstellung des aktuellen Nährstoffberichts in Hannover.

«Wir haben vor allem im Landkreis Cloppenburg noch durchaus Überschreitungen, wenn man den organischen Dünger betrachtet. Und wenn man den mineralischen Dünger hinzunimmt, sind es vier Landkreise», sagte Staudte. Bei der Belastung von Grund- und Oberflächengewässern könne noch kein positiver Trend flächendeckend verzeichnet werden. Bei einer Minderzahl der Messstellen gebe es sogar signifikant steigende Werte.

Der zum elften Mal vorgelegte Nährstoffbericht erfasst sowohl die gemeldeten ausgebrachten organischen Düngemengen aus Biogasanlagen, Schweine- und Rindergülle sowie Geflügelmist, als auch den mineralischen Stickstoffdünger. Der Meldezeitraum erstreckt sich vom 1. Juli 2022 bis 30. Juni 2023. Demzufolge sank der Dung- und Gärresteanfall aus der Tierhaltung und den Biogasanlagen erneut und lag in dem Zeitraum bei 53,1 Millionen Tonnen, was einer Minderung um 1,7 Prozent entspricht. Der Absatz von Mineraldünger sank auf einen historischen Tiefstand von rund 142.000 Tonnen.

Zwei Faktoren haben nach Angaben des Ministeriums zu einer Verminderung der Düngung im Land geführt: Zum einen sind die Tierzahlen, vor allem bei den Schweinen, im Land spürbar gesunken. Sie gingen den Angaben zufolge im Berichtszeitraum um mehr als 780.000 Tiere (7,5 Prozent) zurück. Der Geflügelbestand sank um 1,25 Millionen Tiere (1,2 Prozent). Gleichzeitig seien die Preise für Mineraldünger wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine weltweit stark angestiegen, hieß es. Das habe Auswirkungen auf die ausgebrachten Düngemengen gehabt.

Auf Landesebene sei die rechtlich zulässige Düngung mit Stickstoff eingehalten und nicht mehr voll ausgeschöpft worden. Allerdings gebe es in den vier Landkreisen Cloppenburg, Emsland, Grafschaft Bentheim und Vechta eine Überschreitung. Im vergangenen Jahr seien es noch neun Landkreise gewesen, hieß es. Staudte kündigte an, für den Raum Cloppenburg einen Runden Tisch einzurichten, um zusammen mit den Landwirten den Nährstoffüberschuss zu verringern. «Wir dürfen uns mit der Situation nicht begnügen», sagte sie.

Die Verringerung der ausgebrachten Düngemengen wirke sich bei der Verbesserung der Qualität des Grundwassers erst mit Verzögerung aus, hieß es. Nach wie vor gebe es einen hohen Anteil an Grundwassermessstellen mit Nitratgehalten über 50 Milligramm pro Liter.

Damit würden die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie in Niedersachsen noch nicht flächendeckend erreicht. Die im Grundwasser gemessenen Nitratgehalte seien eine Folge der Düngungen aus vergangenen Jahren. Die Verbesserungen in der Nährstoffbilanz würden sich damit erst in den kommenden Jahren zeigen.

Der Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Gerhard Schwetje, sagte, die Landwirte hätten die Trendumkehr beim Düngen hinbekommen. «Wir Landwirte in Niedersachsen düngen, um Pflanzen zu ernähren», erklärte er. Die Reduzierung der Düngung sei eine Folge der gesetzlichen Bestimmungen, von Kontrollen, aber auch der Beratungen der Landwirte, nur so viel zu düngen, wie es der Pflanzenbedarf erfordere.

Der Präsident des Landvolks Niedersachsen, Holger Hennies, sagte, dass die 2020 verschärfte Düngeverordnung deutlich Wirkung gezeigt habe. Die Landwirte hätten ihre Hausaufgaben bereits erledigt. In den sogenannten Roten Gebieten - das sind Gebiete mit einer besonders hohen Nitratbelastung - dürfen die Landwirte nur zwanzig Prozent unterhalb des Bedarfs der Pflanzen düngen. Das führe inzwischen vielerorts zu spürbaren Qualitätsverschlechterungen und zu Ertragsrückgängen. Hennies forderte eine deutliche Verschlankung des aktuellen Düngerechts mit eindeutigen Zielvorgaben für die Betriebe und weniger Bürokratie.

Aus Sicht der CDU-Landtagsfraktion zeigt der Nährstoffbericht die erheblichen Anstrengungen landwirtschaftlicher Betriebe bei der Verringerung von Umweltwirkungen der Produktion sowie für den Gewässerschutz, sagte Fraktions-Experte Uwe Dorendorf. «Warum der Bericht trotz anerkennenswerter Zahlen «hohe landwirtschaftliche Nährstoffeinträge» beklagt, ist für uns nicht ersichtlich», erklärte er. Die düngerechtlichen Einschränkungen in den Roten Gebieten sollten schnellstmöglich überprüft und das Verursacherprinzip im Düngerecht eingeführt werden.

© dpa
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