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Archäologische Entdeckungen bei Bau von Stromleitung

Bei Arbeiten im Untergrund werden routinemäßig auch archäologische Untersuchungen gemacht. Was dabei entdeckt wird, gibt Hinweise auf frühere Lebensweisen.
Archäologische Fundstücke an der Stromtrasse von Suedlink
Eine Archäologin zeigt auf einen Teil von einem Fingertupfen zur Datierung der Fundstücke. © Swen Pförtner/dpa

Bei Bauarbeiten für die neue Stromleitung Suedlink haben Forscher archäologische Entdeckungen gemacht, die mehrere Tausend Jahre alt sind. Archäologen und Archäologinnen entdeckten nahe dem südniedersächsischen Einbeck unter anderem ein Grab sowie Hinweise auf menschliche Siedlungen, wie der Stromnetzbetreiber TransnetBW mitteilte. Die ältesten Funde sind demnach mehr als 5.000 Jahre alt.

Konkret fanden die Wissenschaftler am sogenannten kleinen Heldenberg unter anderem Keramikscherben, Teile von Feuersteingeräten und auch wenige Knochen einer sogenannten Hockerbestattung, wie Sabine Stoffner von der archäologischen Fachfirma Streichardt & Wedekind sagte. Der Tote wurde demnach mit angezogenen Beinen und Händen in Embryonalstellung bestattet. An seinem Hinterkopf habe sich ein Teil einer Klinge aus Feuerstein befunden. All das deute auf eine Bestattung in der Jungsteinzeit hin.

Die meisten Funde stammen demnach aber aus der jüngeren Eisenzeit. Zu der Zeit waren den Angaben nach Gefäße mit Fingertupfenverzierungen auf dem Rand typisch. Weiter entdeckten die Forscher dunkle Verfärbungen im Boden, die auf frühere Pfosten oder Vorratsgruben und damit auch auf Hausgrundrisse hinweisen. Die Funde würden geborgen, geputzt und dokumentiert.

«Schon vor Jahrtausenden war der Kleine Heldenberg infrastrukturell erschlossen. Zunächst als Jagd- und Sammelplatz, später entstanden erste Siedlungen», sagte die archäologische Fachexpertin bei TransnetBW, Alissa Foltin. Bereits seit 60 Jahren stehe er daher im Fokus archäologischer Forschungen. Die Wissenschaftler hatten den Angaben nach ein halbes Jahr lang die für den Suedlink benötigten Flächen zwischen den Kreisen Hildesheim und Göttingen durchkämmt.

Dazu sei auf der gesamten Länge auf vier Metern Breite der Oberboden mit Baggern abgetragen worden. Bei Arbeiten für eine ähnliche Stromleitung nahe Göttingen hatten Wissenschaftler im Mai 2022 bereits Hinweise auf eine Siedlungsstätte aus der Jungsteinzeit gefunden.

Die rund 700 Kilometer lange Stromleitung soll künftig komplett unterirdisch verlaufen und Energie von Windrädern in Schleswig-Holstein nach Bayern und Baden-Württemberg transportieren. Für das Projekt sind laut TransnetBW zehn Milliarden Euro veranschlagt.

© dpa
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