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LNG-Arbeiten wegen Eilverfahren gestoppt

Kürzlich genehmigte Arbeiten im Greifswalder Bodden waren vielfach kritisiert worden, vor allem wegen des Herings. Nun ruhen die Arbeiten im Zusammenhang mit dem Rügener LNG-Terminal.
Arbeiten an LNG-Pipeline
Das Spezialschiff «Munin R» ist auf dem Greifswalder Bodden unterwegs und transportiert Aushub, der bei den Arbeiten für die Anbindungspipeline des Rügener LNG-Terminals entstanden ist. © Jens Büttner/dpa

Der Gasnetzbetreiber Gascade hat wegen eines laufenden Eilverfahrens Arbeiten im Zusammenhang mit dem Rügener LNG-Terminal im Greifswalder Bodden vorläufig gestoppt. «Bis zu einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts sind die Arbeiten im Greifswalder Bodden ausgesetzt», teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte eine Klage samt Eilantrag eingereicht. Laut Gericht ist in der Sache noch keine Entscheidung ergangen. Vielmehr sei es so, dass der Eilantrag der DUH gegen diese Ausnahmegenehmigung vom Bergamt Stralsund erst am 9. Januar eingegangen ist und das Gericht die Beteiligten gebeten habe, bis zu einer Entscheidung mit den Bauarbeiten «erstmal zuzuwarten». Das sei in Eilverfahren eine übliche Verfahrensweise, sagte die Sprecherin.

Gascade teilte weiter mit: «Arbeiten zur Fertigstellung der Leitung sind nicht betroffen und werden fortgesetzt.» Laut einem Sprecher geht es vielmehr um die Wiederverfüllung des Rohrgrabens für die Anbindungspipeline für das Terminal.

Anfang der Woche hatte das Bergamt Stralsund Gascade erlaubt, auch im Januar und Februar auf dem ersten Seeabschnitt der Anbindungsleitung für das Terminal zu arbeiten. Es geht dabei unter anderem um den Greifswalder Bodden, der als Kinderstube des Herings gilt, dessen Bestand stark unter Druck steht. Die Verlängerung des Baufensters war mit Blick auf die bevorstehende Laichsaison des Herings kritisiert worden.

«Der vorläufige Baustopp ist ein Etappensieg für Natur- und Klimaschutz», wurde DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner, in einer Mitteilung vom Donnerstag zitiert. «Die gewonnene Zeit muss nun genutzt werden, das Projekt grundsätzlich zu überdenken.»

Das LNG-Terminal soll nach Vorstellungen der Bundesregierung noch in diesem Winter betriebsbereit sein. Sie hält es mit Blick auf die Energievorsorgungssicherheit für wichtig. Kritiker sehen Gefahren für Umwelt und Tourismus und sprechen von Überkapazitäten.

Der Jahrhundertsturm an der Ostsee im Oktober hatte zu Verzögerungen bei den Bauarbeiten an der Anbindungsleitung geführt, die rund 50 Kilometer vom Gasleitungsknotenpunkt in Lubmin auf dem Festland durch die Ostsee bis zum geplanten Terminal in Mukran auf Rügen führt. Laut ursprünglicher Genehmigung durfte nur bis Ende vergangenen Jahres auf dem ersten Abschnitt in und vor dem Greifswalder Bodden gearbeitet werden.

Bei den ausstehenden Arbeiten geht es laut Bergamt um das Wiederherstellen des Oberbodens am Meeresgrund in zwei Bereichen von insgesamt 3,3 Kilometern Länge sowie der Steinbedeckung in einem Bereich von etwa 3,5 Kilometer Länge.

© dpa
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