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Nach Gasleck-Unglück: Anwohner erleichtert und besorgt

Bereits seit Montag ist ein Teil des Ortes evakuiert. Anwohner hoffen auf eine baldige Rückkehr, allerdings auch mit einem mulmigen Gefühl.
Entwicklungen nach Gasleck in Hadamar
Einsatzkräfte der Feuerwehr untersuchen Häuser in Hadamar auf eine mögliche Explosionsgefahr. © Thomas Frey/dpa

Nach dem Gasleck in Hadamar haben die betroffenen Bewohner tagelang abwarten müssen, doch am Freitag waren die Vorbereitungen für ihre Heimkehr auf der Zielgeraden. Bis zum Abend hatten die Messtrupps bereits 80 Prozent der Wohnhäuser, Garagen und Scheunen überprüft und für sicher befunden, wie ein Pressesprecher des Landkreises Limburg-Weilburg gegen 18 Uhr sagte. Dabei gingen die Einsatzkräfte im Evakuierungsradius von außen nach innen vor. Voraussichtlich am Samstagvormittag dürften die Menschen wieder zurück in ihre Häuser.

Austretendes Propangas aus einem Tank auf einem Firmengelände am Ortsrand sorgt seit Montag für einen größeren Einsatz von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Polizei in dem gut 1500-Einwohner-Stadtteil. Alle Bewohner in einem Sicherheitsradius von rund 400 Metern rund um den Tank hatten deshalb ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen. Am Freitag und damit später als ursprünglich geplant, konnten die zwölf Messtrupps die betroffenen Gebäude begehen und prüfen, ob dort noch Explosionsgefahr besteht.

Die Kanalisation werde gespült und ständig überprüft, bislang ohne Auffälligkeiten, hieß es. Weil Propangas schwerer als Luft ist, sinkt es nach unten und kann sich in Kellern, Senken und Kanälen sammeln und dort zum Explosionsrisiko werden. Neben dem Freimessen der Häuser wollten die Einsatzkräfte diese deshalb auch durchlüften.

«Die Stimmung ist bei den meisten gut», sagte Ewald Schlitt, Ortsvorsteher des betroffenen Stadtteils Niederzeuzheim. Die meisten Betroffenen seien in den vergangenen Tagen bei Verwandten, Freunden und Bekannten untergekommen, zudem hätten Hotels und Pensionen Zimmer zu vergünstigten Preisen angeboten. «Es ist ein Lehrstück, wie man zusammenhält», so der Ortsvorsteher. Manche Anwohner blicken der erwarteten Rückkehr in ihre Häuser allerdings nicht nur freudig entgegen. «Es ist schon auch ein bisschen ein mulmiges Gefühl», sagte Patrick Reuscher, der am Rande des Evakuierungsgebietes lebt. «Aber ich bin trotzdem froh, wenn wir bald zurückkönnen und wieder einen normalen Alltag haben.»

Für die Überprüfung der Häuser waren alle Betroffenen aus dem Sicherheitsradius gebeten worden, ihre Schlüssel abzugeben. Die Aushändigung der Schlüssel an die Bürger in Niederzeuzheim sei bereits vorbereitet und werde am Sportplatz erfolgen, sagte der Bürgermeister von Hadamar, Michael Ruoff (CDU). Generell gelte: «Sicherheit geht vor Schnelligkeit», betonte er.

Die Ursache des Unglücks ist nach Angaben eines Sprechers des zuständigen Regierungspräsidiums Gießen bislang nicht geklärt. Ein Sachverständiger sei bereits im Einsatz. Voraussichtlich werde zunächst ein teilweises Betriebsverbot verhängt. Die Tyczka Group als Betreiberin der Anlage erklärte in einem Schreiben, das die Stadt Hadamar veröffentlichte, man werde erst wieder die Arbeit aufnehmen, wenn ein sicherer Betrieb gewährleistet sei.

Das Leck an dem Gastank war am Montagvormittag gemeldet worden und vermutlich bei Wartungs- und Reparaturarbeiten entstanden. In einem Umkreis von zunächst rund 300 Metern um den Tank hatten daraufhin die Menschen wegen Explosionsgefahr ihre Wohnungen und Häuser verlassen müssen. Später war der Sicherheitsradius auf 400 Meter ausgeweitet worden, nachdem bei einer Explosion und dem Einsturz eines laut Informationen des Ortsvorstehers denkmalgeschützten Bruchsteinhauses ein Mann schwer verletzt worden war. Das Haus sei von einer Familie bewohnt worden, sagte Schlitt. Der Mann war nach Polizeiangaben entgegen den Anweisungen der Sicherheitskräfte dorthin zurückgekehrt. Er wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt.

Im Rahmen einer Pressekonferenz äußerte eine direkte Anwohnerin ihre Bedenken. Ob es sicher sei, dass ihr Haus keine Schäden erlitten habe, fragte sie. Eine weitere Nachbarin wollte wissen, ob sie den bei der Explosion entstandenen Schutt in ihrem Garten nun wegräumen dürfe.

© dpa ⁄ Sabine Maurer und Christine Schultze, dpa
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