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Prozess um sexuelle Nötigung: Frau schwer verletzt

Es sollte wohl nur ein freundschaftliches Treffen zwischen einer Frau und einem Mann sein: Doch die nächtliche Begegnung endet mit einem Polizeieinsatz. Jetzt steht der 30-Jährige wegen eines schweren Sexualdelikts in Hamburg vor Gericht.
Gerichtsmikrofon
Ein Mikrofon steht in einem Saal eines Gerichts. © Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Fünf Monate nach einem schweren sexuellen Übergriff auf eine Frau in Hamburg-Borgfelde muss sich ein 30-Jähriger vor einer Großen Strafkammer am Landgericht verantworten. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten am Montag neben schwerer sexueller Nötigung auch gefährliche Körperverletzung vor. Der Eritreer soll in der Nacht zum 3. August vergangenen Jahres eine Frau mit einer Glasscherbe bedroht und verletzt haben, nachdem sie den Geschlechtsverkehr mit ihm abgelehnt hatte.

Er habe die 33-Jährige in deren Wohnung in einer Flüchtlingsunterkunft auf das Bett geschubst, am Hals gewürgt und gedroht, sie umzubringen. Dann habe er sie geschlagen und versucht, sie zu vergewaltigen. Die Frau erlitt den Angaben zufolge Nasenbluten, Hämatome, Kratzspuren und eine blutende Verletzung am Ohr. Der Angeklagte und die Frau kannten sich. Sie soll ihn zu einem Kaffee eingeladen haben. Beide waren befreundet, eine Beziehung hatten sie aber den Angaben zufolge nicht. Der Angeklagte lebt seit mehreren Jahren in Deutschland, wohnte aber nicht in der Flüchtlingsunterkunft.

Der Verteidiger kündigte an, er werde beim nächsten Prozesstermin eine Erklärung im Namen seines Mandanten abgeben. Er deutete an, dass er keinen großen Streit der Prozessbeteiligten um das Tatgeschehen erwarte. «Streiten werden wir uns möglicherweise um die Glasscherbe», sagte der Anwalt. Der Angeklagte selbst äußerte sich zunächst nicht.

Ein Polizist, der unmittelbar nach der Tat mit Kollegen im Einsatz war, berichtete als Zeuge, die verletzte Frau habe sehr unter dem Eindruck des Geschehens gestanden. «Sie hat stark gezittert und geweint», sagte der 30 Jahre alte Beamte. Seine Kolleginnen hätten sie vernommen, er habe sie zum Polizeikommissariat gefahren.

Auf dem Weg zum Einsatzort habe er erfahren, dass der Tatverdächtige vor dem Gebäude gesehen worden sei und vermutlich auf dem Weg zu einem Bahnhof war. Noch am Tattag wurde der Angeklagte festgenommen und kam am Folgetag in Untersuchungshaft.

Die Gewaltkriminalität und besonders Sexualstraftaten haben im vergangenen Jahr in Hamburg zugenommen. Nach vorläufigen Zahlen der der Polizeilichen Kriminalstatistik stieg die Gewaltkriminalität in den ersten neun Monaten 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 13 Prozent, wie der Senat im November auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion mitgeteilt hatte. Besonders deutlich nahm die Zahl der Vergewaltigungen, sexuellen Nötigungen und Übergriffe zu - und zwar um gut 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

© dpa
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