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Irvine rettet FC St. Pauli beim 1:0: Aufstieg nah

Der FC St. Pauli steht vor dem Aufstieg in die Bundesliga. Schon am kommenden Freitag kann er perfekt sein - beim Stadtrivalen HSV. Die Pflicht fällt gegen Hansa Rostock dem Kiez-Team aber schwer.
FC St. Pauli - Hansa Rostock
St. Paulis Jackson Irvine (l) und Rostocks Sarpreet Singh kämpfen um den Ball. © Marcus Brandt/dpa

Siegtorschütze Jackson Irvine kam freudestrahlend in die Katakomben des Millerntor-Stadions und feierte den knappen, aber bedeutenden Sieg des FC St. Pauli gegen Hansa Rostock. Das mühsam erkämpfte 1:0 (0:0) brachte die Hamburger am Freitagabend zurück an die Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga und ganz nah an den Aufstieg in die deutsche Beletage. 

«Ein wunderbares Gefühl. Das sind die Spiele, für die du als Spieler lebst», sagte der Kapitän nach dem letztlich verdienten Erfolg gegen den tapferen Gegner aus Mecklenburg-Vorpommern. Der Australier hatte nach einer schwachen ersten Hälfte in der 52. Minute mit seinem sechsten Saisontor - zum vierten Mal nach einer Ecke - für die Entscheidung gesorgt. «In der ersten Halbzeit haben wir keine Lösungen gefunden gegen die Art, wie sie angetreten sind», fügte Irvine hinzu.  

Vor den Spielen der Aufstiegs-Konkurrenten hat der Kiez-Club bei noch drei verbleibenden Partien vorerst acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz drei und kann nicht mehr auf Rang vier fallen. Den hat der Stadtrivale Hamburger SV eingenommen.

Damit steht auch fest: Der Kiezclub wird die Saison zum ersten Mal seit 70 Jahren vor dem Rivalen Hamburger SV beenden. «Wir müssen jetzt aufpassen, dass die Spannung nicht abfällt», warnte Abwehrspieler Hauke Wahl im Sender Sky mit Blick auf die noch drei anstehenden Saisonpartien. 

Rostock kassierte die dritte Niederlage nacheinander und könnte an diesem Spieltag noch auf den vorletzten und damit auf einen direkten Abstiegsrang abrutschen. Dazu müsste der 1. FC Kaiserslautern am Samstag beim bisherigen Tabellenersten Holstein Kiel aber mindestens ein Remis holen.

«Das ist 2. Liga. Abstiegskampf pur. Wir haben noch Chancen. Wir sind noch 16. Ich hoffe, dass das auch nach dem Spieltag so bleibt», meinte Hansas Trainer Mersad Selimbegovic bei Sky. «Fakt ist, dass wir heute richtig mutig aufgetreten sind, dass wir einen richtig guten Plan hatten, dass wir dadurch zu guten Chancen gekommen sind.»

Doch das galt nur für die erste Halbzeit. Nach der Pause zeigte der FC St. Pauli, warum er in dieser Saison ein Top-Team in der Liga ist. «Das war eine fantastische zweite Halbzeit», lobte Irvine.  «Erste Halbzeit war Rostock besser, die zweite wir», stellte Trainer Fabian Hürzeler fest. «Ob verdient oder nicht. Das müssen andere entscheiden», meinte der 31-Jährige.  

Die Rostocker starteten mit sechs Änderungen im Vergleich zum 0:2 gegen Magdeburg. Der radikale Umbruch funktionierte zunächst. In der 19. Minute rannte José Perea alleine auf Torhüter Nikola Vasilj zu, der den Schuss parierte. Allerdings war der Angreifer im Abseits. Etwas später verpasste Perea erneut die Führung (34.) gegen den starken Vasilj. 

Die Hamburger legten erst in der zweiten Hälfte zu. Irvine erlöste die Heimfans durch seinen Treffer nach einem Eckball per Kopf. Aber auch danach blieben die klaren Torchancen für die Hanseaten aus.

Positiv war indes: Auf den Rängen blieb es bei dem brisanten Nordduell zumindest bis zum Schlusspfiff ruhig. Auch vor dem Spiel hatte die Polizei keine Zwischenfälle gemeldet. Die Anreise einiger Rostocker Fans war durch einen Unfall mit einem Bauzug im Hamburger Hauptbahnhof erschwert worden. Der S-Bahn- und Fernverkehr kam zeitweise zum Erliegen. 

Die Polizei war mit einem erhöhten Aufgebot an Beamten im Einsatz, unterstützt von Kräften aus anderen Bundesländern. In der Vergangenheit hatte es bei Begegnungen der beiden Clubs gegeneinander immer wieder Ausschreitungen gegeben. Beim letzten Gastspiel der Rostocker im Februar 2023 hatten Fans unter anderem Sanitäranlagen zerstört und Keramikteile als Wurfgeschossen benutzt. Die Fan-Lager der beiden Vereine sind seit den 90er-Jahren verfeindet. 

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Ausschreitungen auf den Rängen gegeben. Zuletzt hatten Rostocker Fans im vergangenen Jahr massiv Pyrotechnik abgebrannt, zudem in den Sanitäranlagen des Gästeblocks randaliert und Keramikteile auf gegnerische Zuschauer geworfen.

© dpa
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