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90 Hamburger Schulen im Startchancen-Programm

In zehn Jahren soll die Zahl der Schüler ohne Grundkenntnisse in Deutsch und Mathe halbiert werden. Bund und Länder geben dafür 20 Milliarden. Bedarf gibt es vor allem in sozialen Brennpunkten.
Grundschule
Sporttaschen und Schulranzen hängen an der Garderobe vor einem Klassenzimmer in der Grundschule Wesperloh in Hamburg-Osdorf. © Christian Charisius/dpa

90 Hamburger Schulen sollen ab dem kommenden Jahr vom bundesweiten Startchancen-Programm zur gezielten Lernförderung von sozial-benachteiligten Schülerinnen und Schüler profitieren. Gefördert würden dabei rund 42.000 Kinder und Jugendliche, sagte Bildungssenatorin Ksenija Bekeris (SPD) am Dienstag im Rathaus. Unter den jetzt ausgewählten Schulen seien 57 Grundschulen und Grundschulabteilungen von Stadtteilschulen, 24 Stadtteilschulen und vier Gymnasien sowie neun berufsbildende Schulen. Nahezu alle befinden sich in Stadtteilen mit schwieriger Lage. 

Bund und Länder wollen in das neue Programm binnen zehn Jahren 20 Milliarden Euro investieren. Ziel ist es, die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die die Mindeststandards in Mathematik und Deutsch nicht erreichen, zu halbieren. Etwa 215 Millionen Euro zusätzlich sollen dazu aus dem Programm nach Hamburg gehen. 

«Der Abbau von Bildungsbenachteiligung ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe, zu der Schulen einen großen Beitrag leisten können», sagte Bekeris. «Mit den zusätzlichen Mitteln des Bundes und den landeseigenen Mitteln kann Hamburg seine bestehenden Programme wie beispielsweise die Sprachförderung, die Lernförderung oder Fördermaßnahmen des bisherigen „23+ Starke Schulen“-Programms ausweiten, aber auch neue Maßnahmen für mehr Bildungsgerechtigkeit auflegen.» 

Mit dem Sozialindex für die Schulen, der Ganztagsschule und zahlreichen Förderprogrammen konzentriere sich die Schulpolitik in Hamburg seit Jahren auf sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. «Mit dem neuen Programm können ab dem neuen Schuljahr sehr viel mehr Schülerinnen und Schüler gefördert und die Fördermaßnahmen qualitativ weiterentwickelt werden.» Bislang erhielten rund 40 Hamburger Schulen entsprechende Unterstützung.

Laut Länder-Vergleichsstudien haben sich Hamburgs Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Jahren in zentralen Kompetenzen wie Lesen, Textverstehen, Rechtschreibung und Mathematik von Platz 14 auf Platz 6 verbessert. 

Jedoch sei der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die nur die Mindeststandards erreichen oder noch darunter liegen, «immer noch viel zu hoch und macht je nach Kompetenzbereich einen Anteil von mindestens 17 Prozent der Schülerschaft aus», sagte Bekeris. Diese Schüler hätten in der Folge signifikant schlechtere Chancen. «Hier setzt das Startchancen-Programm an und soll die Förderung sowohl quantitativ als auch qualitativ deutlich stärken.»

Gefördert werden neben baulichen Vorhaben zur Verbesserung der Lernumgebung auch die Fortentwicklung von Unterrichtsmethoden und mehr Personal für multiprofessionelle Teams, die die Schülerinnen und Schüler begleiten sollen. 

Die CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft forderte den rot-grünen Senat auf, die für das Programm ausgewählten Schulen bei der Ausgestaltung der Fördermaßnahmen nicht allein zu lassen. «Das Startchancen-Programm ist zwar ein richtiger Schritt, darf aber nicht zu einem bürokratischen Monster werden», warnte die bildungspolitische Sprecherin, Birgit Stöver. «Schulentwicklungsberatung und eine enge Begleitung durch die Schulaufsicht seien wichtig, andernfalls könnten sie mit der Vielfalt der Maßnahmen überfordert sein.»

Sie begrüße jeden Cent, der zu einer Verbesserung der Lage für die Schülerinnen und Schüler eingesetzt werde, sagte die Schulexpertin der Linken, Sabine Boeddinghaus. Allerdings stünden den einzelnen Schulen aus dem Programm gerade einmal 239.000 Euro pro Jahr an Bundesmitteln zur Verfügung. Der Senat dürfe deshalb bei der Kofinanzierung seine bisher bereits geleisteten Fördermaßnahmen nicht anrechnen. «Für uns steht fest: Durch das Startchancen-Programm müssen auch wirklich zusätzliche Mittel bei den Schulen ankommen – und bei den Landesmitteln darf weder geschönt noch durch Verrechnungstricks faktisch gespart werden», sagte sie. 

Redaktionshinweis: Im letzten Absatz wurde die Zahl korrigiert: 239.000 statt 39 000 Euro

© dpa
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