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Mehrere Jahre Haft für Betreiber von Online-Drogenplattform

Ein Student aus Niederbayern betreibt eine der größten Drogenplattformen im Darknet. Nur mit Mühe kommen die Ermittler ihm auf die Schliche. Der Prozess vor Gericht endet mit einer langen Haftstrafe.
Landgericht Bamberg
Der Schriftzug „Justizbehörden Bamberg“ steht an der Außenfassade des Landgerichts Bamberg. © Daniel Vogl/dpa

Es war laut Ermittlern einer der größten deutschsprachigen Drogen-Verkaufsplätze im Darknet: Für den Betrieb der Website «Deutschland im Deep Web 3» und einen umfassenden Online-Drogenhandel ist ein 23-Jähriger zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Bamberg sprach den ehemaligen Studenten unter anderem wegen Betreibens krimineller Handelsplattformen im Internet und des bandenmäßigen Drogenhandels schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. Die Richter ordneten zudem die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Der junge Mann soll die Plattform im Darknet, einem verborgenen Teil des Internets, zwischen Oktober 2021 und März 2022 am Laufen gehalten haben. Laut Ermittlern hatte sie zuletzt rund 16.000 Nutzer und zählte damit zu einer der größten deutschsprachigen Plattformen ihrer Art. Ein Marktplatz mit Vorgeschichte: Der Betreiber der ersten Version des Marktplatzes war 2018 zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden, nachdem der Attentäter vom Olympia-Einkaufszentrum in München dort seine Waffe und Munition gekauft hatte.

Auf der Plattform, die der Angeklagte betrieb, sollen dagegen hauptsächlich Drogen verkauft worden sein. Auf die Schliche kamen ihm die Ermittler, darunter auch Beamte des Bundeskriminalamts, durch eine Handynummer und ein Online-Bahnticket nach Dingolfing, das sie aus einem Wust an Daten in Verbindung mit der Plattform bringen konnten. Auch Überweisungen eines Kontos für Kryptowährungen führten letztlich bis ins Zimmer des Studenten in Landshut.

Im Prozess vor dem Bamberger Landgericht musste sich der 23-Jährige zudem wegen eines regen Drogenhandels verantworten. Zusammen mit zwei bereits verurteilten Komplizen soll der junge Mann geplant haben, einen weiteren Marktplatz im Darknet einzurichten. Und über einen weiteren Shop im frei verfügbaren Internet soll der Angeklagte zahlreiche Drogen verkauft haben. Fast 3,5 Kilo Ketamin, 1,7 Kilo MDMA und mehr als 17.000 Ecstasy-Tabletten fanden so ihre Abnehmer. Der bei diesen Geschäften erzielte Umsatz belief sich laut der ermittelnden Zentralstelle Cybercrime Bayern in Bamberg auf rund 110.000 Euro.

Der Angeklagte legte im Prozess ein umfassendes Geständnis ab. Zuvor hatten die Verteidiger des Mannes erklärt, das Ganze sei vom «Freigeist» des Angeklagten auch im Umgang mit Drogen geprägt gewesen. In seinem sozialen Umfeld habe es dem Studenten an Wertschätzung gefehlt, im Netz dagegen habe er diese erfahren. Ihr Mandant bereue die Tat und ihre Folgen.

Seit seiner Festnahme im Oktober 2022 sitzt der 23-Jährige in Untersuchungshaft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

© dpa
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