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Tag gegen Gewalt an Frauen: Forderung nach besserem Schutz

Einmal im Jahr wird mit Aktionen auf Gewalt an Frauen aufmerksam gemacht. In Madrid gehen Zehntausende auf die Straße. Auch US-Präsident Joe Biden findet deutliche Worte.
Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
Demonstranten in Madrid tragen Schilder mit den Namen von Frauen, die durch männliche Gewalt ermordet wurden. © Diego Radamés/EUROPA PRESS/dpa

Spitzenpolitiker und Verbände haben vor dem Hintergrund vieler Fälle von Gewalt an Frauen einen besseren Schutz von Betroffenen gefordert. «Um Frauen besser zu schützen, sensibilisieren wir (...) unsere Polizeien.

Wenn sie Anzeichen und Warnsignale erkennen, können sie früh eingreifen und Schlimmeres verhindern», sagte etwa Bundesinnenministerin Nancy Faeser am Samstag in einem auf der Plattform X (vormals Twitter) verbreiteten Video zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen (25. November). In mehreren Ländern wurde das Thema mit Aktionen aufgegriffen.

«Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache. Sie geht uns alle an», sagte Faeser (SPD). Fast jeden dritten Tag werde eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. «Wir alle müssen helfen, Gewalt gegen Frauen zu stoppen.» Ähnlich äußerten sich andere Mitglieder der Bundesregierung. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) schrieb bei X: «Mädchen und Frauen sollen frei von Angst und Gewalt leben können - in Deutschland und überall auf der Welt.»

Stark-Watzinger X-Post

Joe Biden: «Das ist ein Skandal»

US-Präsident Joe Biden bezeichnete das weltweite Ausmaß von Gewalt gegen Frauen als Skandal. «Schätzungsweise eine von drei Frauen weltweit wird irgendwann in ihrem Leben körperliche Gewalt, Vergewaltigung oder Stalking erleben. Das ist ein Skandal.», teilte Biden mit. Insbesondere in Konfliktgebieten litten unzählige Frauen und Mädchen unter geschlechtsspezifischer Gewalt und dem Einsatz von Vergewaltigung als Kriegswaffe, hieß es.

Laut den Vereinten Nationen stieg die Zahl der weltweit ermordeten Frauen und Mädchen 2022 auf den höchsten Stand seit 20 Jahren. Rund 89.000 Frauen und Mädchen seien absichtlich getötet worden, hierbei handelt es sich um die bekannten Fälle. Es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

In Deutschland zählte das Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr 240 547 Opfer häuslicher Gewalt - 8,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Bereich der Gewalt in Partnerschaften seien es 157 550 Fälle gewesen. Rund 80 Prozent der Opfer waren Frauen.

Der gefährlichste Ort für Frauen sei das eigene Zuhause, sagte Sylvia Haller vom Deutschen Frauenrat der Mediengruppe Bayern. «Nicht im nächtlichen Park oder in der dunklen Unterführung sind Frauen in Deutschland nämlich am meisten gefährdet, sondern im eigenen Wohnzimmer. Dafür fehlt ein gesellschaftliches Bewusstsein.»

Demonstrationen in mehreren Bundesländern

In mehreren Bundesländern gab es Aktionen und Demonstrationen. In Braunschweig wurden auf dem Schlossplatz symbolisch 113 Paar Schuhe auf einer orangenen Folie aufgestellt, um an die 113 Frauen zu erinnern, die im Jahr 2021 in Deutschland von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet wurden. Auch im Ausland gab es Aktionen: Allein in Madrid nahmen nach Angaben der Organisatoren an einer ersten Kundgebung am Samstagmittag etwa 25.000 Menschen teil.

Die Vereinten Nationen haben 1999 erstmalig den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ausgerufen, er ist am 25. November. Das Datum bezieht sich auf den Tag, an dem drei politische Aktivistinnen aus der Dominikanischen Republik im Jahr 1960 ermordet wurden. Ziel ist es, auf das Problem geschlechtsspezifischer Gewalt aufmerksam zu machen, die Ursachen zu bekämpfen und Frauen und Mädchen zu stärken.

© dpa
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