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Gewalt in Partnerschaft: 80 Prozent der Opfer sind Frauen

In Sachsen-Anhalt sind im vergangenen Jahr rund 5100 Fälle von physischer oder sexualisierter Gewalt in der Partnerschaft erfasst worden. Dabei wurden 3977 Frauen Opfer. Das entspricht einem Anteil von rund 80 Prozent, wie das Innenministerium am Samstag anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen mitteilte. Zu den Taten gehörten unter anderem Stalking und Belästigung sowie häusliche Gewalt und Vergewaltigung. Auch bundesweit seien vier von fünf Opfern Frauen.
Tamara Zieschang
Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang spricht während einer Pressekonferenz. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

«Die betroffenen Frauen müssen wissen, dass sie nicht allein sind. Ob bei der Polizei oder den zahlreichen Hilfseinrichtungen - niemand muss sich davor scheuen, Unterstützung zu suchen oder diese anzunehmen», erklärte Innenministerin Tamara Zieschang (CDU). Es sei wichtig, sich in einem ersten Schritt Hilfe zu suchen und Anzeige bei der Polizei zu erstatten. «Denn häusliche Gewalt ist kein Bagatelldelikt.»

Die Kriminalstatistiken bilden nur die tatsächlich angezeigten Straftaten ab. In vielen Fällen blieben die Straftaten im Verborgenen und es komme gar nicht erst zur Strafverfolgung oder Hilfeleistung, hieß es. Die Polizei klärt mit anderen Akteuren über Risiken und Hilfsangebote auf. In der Landespolizei stehen sogenannte Opferschutzbeauftragte beratend zur Seite.

Die Linke verwies darauf, dass Trägervereine beim Opferschutz in Sachsen-Anhalt immer wieder um ihre Finanzierung bangen müssten. «Der Zugang zu Schutz ist lebenswichtig. Manche Frauen wagen den Gang ins Frauenhaus nicht, weil sie die Nutzungsgebühren nicht aufbringen können», erklärte Landeschefin Janina Böttger. Das dürfe nicht so bleiben. «Ein Platz im Frauenhaus muss für die Schutzsuchenden kostenfrei sein. Wir brauchen mehr und verlässlich Geld für Beratungsstellen und Frauenschutzhäuser.»

Die Vereinten Nationen haben im Jahr 1999 erstmalig den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ausgerufen, er ist am 25. November. Das Datum bezieht sich auf den Tag, an dem drei politische Aktivistinnen aus der Dominikanischen Republik im Jahr 1960 ermordet wurden. Ziel ist es, auf das Problem geschlechtsspezifischer Gewalt aufmerksam zu machen, die Ursachen zu bekämpfen und Frauen und Mädchen zu stärken.

© dpa
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