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Neuer Außenminister sieht Israel im «Dritten Weltkrieg»

Scharfer Rhetorik bedient sich der neue israelische Außenminister. Währenddessen führt eine Explosion zu einer noch angespannteren Lage zwischen Israel und dem Libanon. Die News im Überblick.
Chan Junis
In einer Zeltstadt in Chan Junis im Gaza-Streifen werden Tausende von Palästinensern beherbergt, die wegen vor der israelischen Bombardierung geflohen sind. © Mohammed Talatene/dpa

Der neue israelische Außenminister Israel Katz sieht sein Land «mitten in einem Dritten Weltkrieg» gegen den Iran. «Dieser Feind erinnert an die dunkelsten Perioden in der Geschichte der Menschheit, und wir sind entschlossen, unser Ziel zu erreichen, die Hamas zu stürzen», sagte Katz bei der Amtsübernahme von seinem Vorgänger Eli Cohen, wie die israelische Nachrichtenseite ynet und die Zeitung «Times of Israel» berichteten.

Unterdessen berichtete das palästinensische Bildungsministerium von bisher mehr als 4000 im Gazastreifen getöteten Schülern. Die Zahl der bei israelischen Angriffen auf die islamistische Hamas getöteten Bewohner des Gazastreifens steigt nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde derweil auf mehr 22.000.

Der Krieg in Gaza dauert mittlerweile fast drei Monate an. Auslöser war die grausame Terrorattacke der islamistischen Hamas und anderer extremistischer Palästinenserorganisationen am 7. Oktober. Sie ermordeten mehr als 1200 Menschen. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Ziel ist die völlige Zerstörung der Hamas.

Angesichts der katastrophalen humanitären Lage in dem abgeriegelten Küstengebiet und der hohen Zahl ziviler Opfer geriet Israel zuletzt international immer mehr in die Kritik.

Katz: Stehen an vorderster Front für ganze Welt

«Dies ist der Dritte Weltkrieg mit den heutigen Möglichkeiten, und wir stehen an vorderster Front für die ganze Welt», sagte Katz weiter. Irans Staatsführung hatte den Großangriff der Hamas gelobt, eine direkte Verwicklung aber entschieden zurückgewiesen. Seit der Revolution von 1979 ist Israel der erklärte Erzfeind der Islamischen Republik. Teheran hat seit den Neunzigerjahren seine politischen und militärischen Beziehungen in der Region ausgebaut, um mit der Unterstützung schiitischer Milizen eine «Achse des Widerstands» gegen Israel zu schaffen. Der Iran unterhält auch gute Beziehungen zur Hamas. Selten war der Konflikt zwischen den verfeindeten Ländern so angespannt wie derzeit.

Israel wirft Teheran vor, heimlich den Bau von Nuklearwaffen anzustreben und sieht sich dadurch in seiner Existenz bedroht. Der Iran beteuert, sein Nuklearprogramm nur für zivile Zwecke zu nutzen.

Hisbollah meldet Tod eines Hamas-Anführers

Mit dem Tod eines Hamas-Anführers in Beirut wächst die Sorge, dass inmitten des Gaza-Kriegs auch der Konflikt Israels mit der libanesischen Hisbollah eskalieren könnte. Der stellvertretende Leiter des Politbüros der islamistischen Hamas, Saleh al-Aruri, ist bei einer Explosion in Libanons Hauptstadt ums Leben gekommen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der Hisbollah-Miliz nach der Explosion erfuhr.

Die Explosion ereignete sich vor einem Büro der Hamas und Polizeikreisen zufolge in einem südlichen Stadtteil Beiruts, in dem die Hisbollah stark vertreten ist. Die genauen Hintergründe der Explosion blieben zunächst unklar. Schnell kam aber der Verdacht auf, dass es sich um eine gezielte Tötung handeln könnte - möglicherweise durch Israels Armee oder im Auftrag Israels. Israels Militär kommentierte die Berichte auf Anfrage nicht.

Der libanesische Militärexperte und frühere General Chalil Hilo bezeichnete die Situation unterdessen als «sehr gefährlich». Die Hisbollah werde einen «Angriff in ihrer Hochburg in Beirut nicht tolerieren». Al-Aruri, den Israel als Drahtzieher von Anschlägen im Westjordanland sah, galt schon länger als mögliches Ziel für einen Anschlag. Er soll für die Aktivitäten des militärischen Hamas-Arms im Westjordanland zuständig gewesen sein. Israel und die Hamas hatten im Sommer - schon vor Beginn ihres laufenden Kriegs - Drohungen ausgetauscht.

Nach der mutmaßlichen Tötung sind die Verhandlungen über ein mögliches neues Geisel-Abkommen zwischen Israel und der Hamas einem Bericht zufolge zum Stillstand gekommen. Die Gespräche konzentrierten sich nun darauf, eine Eskalation zwischen Israel und dem Libanon zu verhindern, meldete die israelische Zeitung «Haaretz» am Dienstagabend unter Berufung auf arabische Diplomatenkreise. Das «Attentat» habe die Situation verändert. Fortschritte, um einen weiteren Geisel-Deal zu erreichen, seien derzeit nicht mehr möglich.

Hamas: Zahl der Gaza-Toten steigt

Die Zahl der bei israelischen Angriffen auf die islamistische Hamas getöteten Bewohner des Gazastreifens ist nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde auf 22.185 gestiegen. Weitere 57.035 Menschen seien seit Kriegsbeginn verletzt worden, teilte die Behörde mit. Es handele sich überwiegend um Zivilisten. Die Zahlen lassen sich gegenwärtig nicht überprüfen.

Nach Angaben des palästinensischen Bildungsministeriums mit Sitz in Ramallah sind seit Kriegsbeginn mindestens 4119 Schülerinnen und Schüler im Gazastreifen getötet worden. Darüber hinaus seien im Gazastreifen 221 Lehrerinnen und Lehrer sowie Verwaltungsbeamte getötet worden, teilte das Ministerium laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa mit. Demnach wurden 278 öffentliche und 65 UN-Schulen bei Angriffen beschädigt oder zerstört.

UN-Einrichtungen dienen nach Angaben der Vereinten Nationen 1,4 Millionen der insgesamt 1,9 Millionen Binnenflüchtlinge im Gazastreifen als Notunterkunft. Es gab immer wieder Berichte über Tote und Verletzte bei israelischen Angriffen auf Schulgebäude. Die israelische Armee wirft der islamistischen Hamas vor, Schulen, Moscheen und Krankenhäuser im Gazastreifen systematisch für militärische Zwecke zu missbrauchen. Die Hamas weist dies zurück.

Türkei: Israelischer Geheimdienst plante Aktionen

Die Türkei hat dem israelischen Geheimdienst Mossad vorgeworfen, Aktionen gegen in der Türkei registrierte Ausländer geplant zu haben. In dem Zusammenhang seien 33 Personen gefasst worden, teilte der türkische Innenminister Ali Yerlikaya auf X (ehemals Twitter) mit. Ob die Verdächtigen verhaftet oder festgenommen wurden, war nicht klar. Aus Israel gab es zunächst keine Reaktion auf die Vorwürfe.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Israel Anfang Dezember im Falle einer Verfolgung von Mitgliedern der islamistischen Hamas in seinem Land gedroht. Die Türkei attackiert Israel verbal immer wieder scharf für das Vorgehen im Gaza-Krieg. Die türkische Regierung unterhält ihrerseits Verbindungen zur Hamas, es sollen sich auch Funktionäre im Land aufhalten. Die Hamas gilt in Europa und den USA als Terrororganisation, in der Türkei nicht.

Israels Armee greift erneut Ziele im Libanon an

Unterdessen griff das israelische Militär nach eigenen Angaben als Reaktion auf Raketenbeschuss aus dem Libanon erneut Ziele der Schiitenmiliz Hisbollah an. Wie die israelische Armee am Dienstag mitteilte, wurden Ziele in der Gegend der südlibanesischen Stadt Jarun unter Feuer genommen. Die Hisbollah teilte mit, sie habe israelische Einheiten bei dem nordisraelischen Dorf Sarit beschossen. Im Norden Israels gab es am Vormittag erneut Luftalarm.

Über mögliche Opfer auf beiden Seiten der Grenze war zunächst nichts bekannt. Im Libanon starben nach Angaben der Hisbollah bislang 140 ihrer Kämpfer. Der libanesische Zivilschutz zählte weitere mindestens zwölf Todesopfer unter Zivilisten. In Israel wurden neun Soldaten und zwei Zivilisten durch Beschuss aus dem Libanon getötet.

Raketenalarm an Israels Grenze zum Gazastreifen

Nach mehr als 40 Stunden ohne Beschuss hat es in israelischen Grenzorten nahe dem Gazastreifen wieder Raketenalarm gegeben. Am Abend heulten im Sünden des Landes die Sirenen, wie Israels Armee meldete. Es gibt bisland keine Berichte über Verletzte.

USA ziehen Flugzeugträger aus dem Mittelmeer ab

Nach einem knapp dreimonatigen Sondereinsatz im östlichen Mittelmeer ziehen die USA den Flugzeugträger «USS Gerald R. Ford» wieder ab. Das Schiff und der dazugehörige Verband würden in den kommenden Tagen in ihren Heimathafen in Norfolk im Bundesstaat Virginia zurückkehren, um sich auf künftige Einsätze vorzubereiten, teilte die US-Marine mit. Das US-Militär werde aber im Mittelmeerraum und im gesamten Nahen Osten umfangreiche Kapazitäten beibehalten. Dazu gehörten etwa der Flugzeugträger «USS Dwight D. Eisenhower», der zur Abschreckung in den Persischen Golf entsandt worden war.

Proiranische Milizen greifen US-Ziele im Irak und Syrien an

Proiranische Milizen griffen erneut Ziele des US-Militärs im Irak und in Syrien an. Der «Islamische Widerstand im Irak» reklamierte am Dienstag unter anderem einen Drohnenangriff auf US-Truppen in der Nähe des Flughafens in Erbil im Nordirak für sich. Laut der Generaldirektion für Terrorismusbekämpfung im Irak wurde die Drohne abgeschossen. Örtlichen Medien zufolge soll es bereits der dritte Angriff auf US-Kräfte in Erbil seit Samstag gewesen sein. Seit Beginn des Gaza-Kriegs haben proiranische Milizen verstärkt US-Stützpunkte im Irak und in Syrien angegriffen.

© dpa
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