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Aktualisierter Einkaufsführer: So finden Sie torffreie Erde

Wer Moore schützen und etwas fürs Klima tun will, greift beim Gärtnern zu torffreier Erde. Doch Vorsicht: Schauen Sie bei den Angaben auf dem Sack besser genau hin.
Person bepflanzt im Freien Blumentöpfe
Erkennen kann man torffreie Erde an den Angaben «ohne Torf» oder «torffrei». © Karl-Josef Hildenbrand/dpa-tmn/dpa

Sie brauchen frische Erde fürs Blumenbeet, den Balkonkasten oder den Kräutertopf auf der Fensterbank? Dann sollten Sie darauf achten, dass die ohne Torf auskommt. Dazu rät der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Denn bei der Torfgewinnung werden demnach auch heute noch Hochmoore zerstört, die ein wichtiger Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen sind. Außerdem speichern Moore viel Kohlenstoff. Werden sie abgebaggert, gelangen große Mengen CO2 in die Atmosphäre. Torffreies Gärtnern ist also auch ein Beitrag zum Klimaschutz.

Zu finden sind torffreie Erden im Handel, also etwa in Baumärkten oder Gartencentern. Der BUND listet in einem kürzlich aktualisierten Einkaufsführer über 250 Produkte von 27 Herstellern auf, die demnach bundesweit verfügbar sind. Die Broschüre können Sie auf der Webseite des BUND herunterladen. Und auch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) führt auf der Webseite «torffrei.info» eine Produktdatenbank für torffreie Erden – von der Rhododendronerde über die Tomatenerde bis zur Graberde.

Torfarm ist nicht torffrei

Erkennen kann man torffreie Erde übrigens an den Angaben «ohne Torf» oder «torffrei». Der Begriff «Bioerde» ist hingegen kein Garant dafür, dass es sich um torffreie Erde handelt. Und Erde, die mit den Hinweisen «torfreduziert» oder «torfarm» beworben wird, kann noch immer jede Menge Torf enthalten. Laut der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe nämlich bis zu 70 Prozent. 

Ist die Kennzeichnung nicht eindeutig, helfe auch ein Blick auf die Inhaltsstoffe: In torffreien Erden kommen anstelle des Torfes alternative Rohstoffe wie Grüngutkompost, Holzfasern, Rindenhumus oder Kokosprodukte zum Einsatz.

Übrigens am besten laut BUND, wenn man einen Garten hat: gar keine Erde kaufen, sondern mit dem eigenen Kompost arbeiten. Blumenerde kann man laut Verbraucherzentrale Hamburg mit gesiebtem, ausgereiftem Kompost, der älter als ein Jahr ist, selber zusammenmischen. Etwa indem man Pflanzenfasern wie Holz oder Rindenhumus dazugibt. Sie sorgen für eine gute Durchlüftung der Erde. 

Eine Alternative sind laut BUND Erden von regionalen Kompostwerken. Hier sollte man allerdings genau auf die Schilder schauen. Denn einige Kompostwerke verkauften neben torffreien Erden auch Kompost, dem Torf beigemischt wurde.

Kompost eignet sich zudem nicht für alle Pflanzen. Rhododendron, Lavendel oder Erdbeeren etwa kommen nicht gut damit zurecht. Denn er ist oft reich an Salz und hat einen hohen ph-Wert. Brauchen die Pflanzen eher ein saures, kalkarmes oder mineralisches Substrat, sollte man besser torffreie Spezialerden nehmen.

Torffreie Erden nicht lange lagern

Gut zu wissen: Weil Blumenerde ohne Torf weniger Wasser speichern und halten kann, sollte man der FNR zufolge Pflanzen in torffreier Erde öfter und in kleineren Mengen gießen. Am besten fühlt man vor dem Gießen einmal etwa zwei bis drei Zentimeter tief mit dem Finger nach, ob gerade gegossen werden muss. Auch ein Gefäß mit Wasserspeicher kann sinnvoll sein. 

Weil sich bei torffreien Erden das Volumen, der Nährstoffgehalt und der pH-Wert während der Lagerung verändern können, verwendet man sie am besten möglichst direkt. Wichtig: Angebrochene Erdsäcke wieder fest verschließen und an sonnengeschützten, nicht zu warmen Orten aufbewahren. 

© dpa
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