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Was macht eigentlich eine Logopädin?

Logopädie: kein Alltagsbegriff, doch von großer Bedeutung. Logopäden therapieren Sprech- und Sprachstörungen und werden dringend gebraucht. Doch Berufseinsteiger haben es nicht immer leicht.
Logopädin und Patientin üben das Ansaugen der Zunge
Logopädin Selma Klee in der Logopädiepraxis
Lautsymbolkarte in einer Logopädiepraxis
Stotter-Therapie in einer Logopädischen Praxis
Logopädin Selma Klee
Was macht eigentlich eine Logopädin?
Logopädin Selma Klee bei der Arbeit
Porträt der Logopädin Selma Klee
Logopädin Selma Klee im Porträt
Logopädin Selma Klee bei einer Übung

Wenn die Worte stolpern oder einfach nicht über die Lippen kommen wollen, sind Logopäden die Helfer in der Not. Ob bei Kindern oder Erwachsenen, Logopäden helfen bei Sprach-, Sprech-, Stimm- oder Schluckproblemen durch genaue Diagnosen und Therapien.

Selma Klee ist eine von ihnen. Gut ausgebildete Logopädinnen wie die 26-Jährige werden händeringend gesucht. Doch eine verhältnismäßig schlechte Bezahlung und die fehlende Anerkennung im Gesundheitssystem machen dem Berufsbild schwer zu schaffen. 

Im Job-Protokoll erzählt Selma Klee, warum sie sich dennoch für den Beruf entschieden hat: 

Der Weg in den Beruf

Es gab nicht den einen Moment, in dem ich mich für den Beruf der Logopädin begeisterte. Das war ein schleichender Prozess. Über eine Bekannte der Familie erfuhr ich von dem Beruf. Sprachen haben mich schon immer interessiert und so machte ich kurz vor dem Abitur ein Orientierungspraktikum in einer lokalen Logopädiepraxis. Es war genau das, was ich mir erhofft hatte.

Nach meinem Abitur habe ich dann eine logopädische Ausbildung und parallel ein Bachelor-Studium im Fach Logopädie begonnen. Nachdem ich etwas Berufserfahrung gesammelt hatte, erschien mir eine Weiterbildung verlockend, sodass ich im Herbst 2022 einen berufsbegleitenden Master im Fach Gesundheitsforschung & Therapiewissenschaften begonnen habe. Neben dem Studium arbeite ich aktuell mit großer Freude als angestellte Logopädin in einer Logopädiepraxis in Friedrichshain.

Der Berufsalltag

Ich behandele sowohl Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen, myofunktionellen Störungen (motorische und/oder sensorische Auffälligkeiten der Muskelfunktionen im Mund-Gesichts-Bereich, Anm. d. Redaktion) oder Stottern als auch Erwachsene mit Stimmstörungen oder neurologischen Erkrankungen. 

Jede Therapiestunde wird individuell nach dem Störungsbild der Patienten mit Übungssequenzen und bei Kindern auch mit Pausensequenzen ausgerichtet. Dafür muss ich die an das Alter und die Fähigkeiten des jeweiligen Patienten angepassten Übungen im Vorfeld nach mir bekannten Therapieverfahren vorstrukturieren und das entsprechende Material bereitstellen. 

Das kann beispielsweise bei einem Vorschulkind mit einer Aussprachestörung wie die Ersetzung von «sch» durch «s» so aussehen, dass man in der Therapie das auditive Differenzieren der Laute «sch» und «s» trainiert und dann das «sch» in Übungen festigt, zum Beispiel mit Bildkarten. 

Bei Erwachsenen mit Stimmstörungen werden je nach Störungsschwerpunkt Übungen zu einer physiologischen Atmung, zu einem glatten Stimmlippenschluss oder zu einem guten Stimmeinsatz für den Alltag oder Beruf angewandt.

Daneben gibt es auch zahlreiche organisatorische Aufgaben zu erledigen: Terminabsprachen und die Kommunikation mit Patienten und Patientinnen, die Prüfung der Verordnungen und Rücksprache mit den Ärzten, das Schreiben von Berichten oder die Verwaltung der Patientendaten. Auch die Therapievorbereitung und deren Nachbereitung gehören zu meinem Berufsalltag - genauso wie der Austausch mit Fachkollegen.

Schöne und weniger schöne Seiten

Die Arbeit mit den Menschen macht mir großen Spaß. Jeder Tag ist anders, da kommt keine Langeweile auf. Auch fachlich ist die Arbeit immer wieder herausfordernd, was ich sehr schätze. Die Vielfältigkeit des Berufsalltags und der Patienten motiviert mich. Außerdem erfährt man sehr viel Dankbarkeit der Patienten und Patientinnen.

Die unmittelbare Arbeit mit den Menschen kann aber auch sehr energiezehrend sein. Wir erfahren sehr wenig Anerkennung im Gesundheitssystem und unsere breit gefächerten Fachkompetenzen sowie unsere berufliche Verantwortung stehen leider nicht im Verhältnis zu unserer Bezahlung.

Die größten Herausforderungen

Vor allem die Abhängigkeit von Ärzten stellt eine große Herausforderung dar. Patienten und Patientinnen können ausschließlich durch ärztliche Verordnung in unsere Praxis kommen. Manchmal kommt es dazu, dass Patienten trotz vorhandenem Behandlungsbedarf keine Erst- oder Folgeverordnung bekommen. Das liegt auch daran, dass Ärzte nur über ein begrenztes Budget an Verordnungen verfügen.

Eine weitere Herausforderung stellen Absetzungen eingereichter Verordnungen durch die Krankenkassen dar. Fehlerhafte Angaben der Ärzte auf den Verordnungen werden uns Logopäden angelastet, sodass sie mit hohen Gebühren erneut eingereicht werden müssen. Nicht selten werden erbrachte logopädische Leistungen deshalb auch nur teilweise oder gar nicht bezahlt.

Auch die Kommunikation mit anderen Fachpersonen im Gesundheitswesen empfinde ich als erschwert. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit wird von den Krankenkassen nicht vergütet, weshalb neben der bezahlten Arbeit häufig keine Zeit bleibt, um relevante fachliche Gespräche mit anderen Professionen des Gesundheitswesens zu führen.

Info-Kasten: Verdienstmöglichkeiten und Berufsaussichten

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das mittlere Bruttoentgelt (Median) für den Beruf bei 3066 Euro im Monat. Der Median ist der Wert, der genau in der Mitte einer Datenverteilung liegt. Er gibt somit den Wert an, bei dem die Hälfte mehr verdient, die andere Hälfte weniger. Viele Logopädinnen und Logopäden arbeiten auch freiberuflich, hier liegen keine repräsentativen Daten vor.

Logopädinnen werden dringend gebraucht. Die Anzahl der Berufseinsteiger kann die aktuelle Nachfrage nicht decken, die Bundesagentur für Arbeit zählt die Logopädie zu den sogenannten Engpassberufen. Das hat verschiedene Gründe: Durch die wachsende Anzahl älterer Menschen nehmen auch altersbedingte neurodegenerative Erkrankungen zu. Gleichzeitig sind die Anforderungen an die kommunikativen Kompetenzen junger Menschen gestiegen. In der Gesellschaft gibt es eine wachsende Sensibilität für eine gute Sprachentwicklung.

© dpa ⁄ Protokoll: Anke Dankers, dpa
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