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Kung-Fu-Kämpfer und gerne Kommunist - Jackie Chan wird 70

Jackie Chan ist auf der ganzen Welt für seine Kampfkunst-Filme bekannt. Doch wie viele Filmstars hat auch der sympathische Chinese turbulente Zeiten erlebt.
Jackie Chan
Jackie Chan

Jackie Chan weiß schon gar nicht mehr, wie sich Schmerzen anfühlen. Gebrochene Nase, gebrochene Hand, gebrochener Fuß: «Wenn du dir oft diesen Schmerz einprägst, traust du dich viele Bewegungen nicht mehr zu machen», erzählte der chinesische Kampfkunst-Schauspieler in einem Interview des Magazins «Harper's Bazaar» im Januar. Als er sich vor Jahren während Dreharbeiten verletzt habe, habe ihn der Regisseur gefragt, ob das nicht weh tue. «Ich habe gesagt, das habe ich schon vergessen», sagte der in Hongkong geborene Star von Kung-Fu-Filmen wie «Drunken Master» und Action-Streifen wie «Rush Hour». 

Nach Jahrzehnten im Showgeschäft, mehr als 80 Filmen als Darsteller, zahlreichen weiteren als Regisseur ist Chan wohl weltweit einer der bekanntesten Chinesen. Auch wenn er heute seinen 70. Geburtstag feiert, denkt er trotzdem nicht ans Aufhören. «In der Zukunft liegen immer noch zehn Filme, die darauf warten, dass ich sie drehe», sagte er. Chan wollte immer ein Schauspieler sein, der auch kämpfen kann - nicht umgekehrt. Denn das Leben als Actionheld sei kurz, erklärte er. 

Von ganz unten hochgearbeitet

Geboren als Chen Gangsheng (etwa: Der in Hongkong geborene Chen) wuchs er in ärmlichen Verhältnissen auf. Seine Eltern arbeiteten für einen Diplomaten als Koch und Dienstmädchen in einer wohlhabenden Hongkonger Gegend. Ein Job in Australien lockte den Vater schließlich nach Canberra. Der kleine Jackie blieb zurück und besuchte fortan ein strenges Schauspieler-Internat. Mit Aufstehen frühmorgens um fünf Uhr, harten Trainingseinheiten und Strafen bildete ihn die Schule in Kampfkunst aus. «Schrecklich», beschrieb er die Zeit Jahrzehnte später in einer britischen Talkshow.

Doch die Mühe sollte sich auszahlen. Mit 17 Jahren verließ er die Drama-Akademie im Jahr 1971 und arbeitete sich als Stuntman in der Hongkonger Filmszene nach oben. Trotz mächtiger Konkurrenz schaffte er es, in Filmen mit der Kung-Fu-Legende Bruce Lee mitzuwirken, welcher eher für seinen ernsten Kampfstil bekannt war. Chan dagegen zeichnete sich durch amüsante Einlagen aus und entwickelte bewusst seinen eigenen Kampfstil, in dem er oft torkelnd und betrunken wirkte. In Hongkong drehte er wie am Fließband Filme. Der Weg nach Hollywood verlief zunächst beschwerlich.       

Loch im Kopf

Viele seiner Stunts wagte der Chinese selbst - viele Verletzungen waren die Folge. Seit «Der rechte Arm der Götter» hat Chan zum Beispiel ein mit Plastik versiegeltes Loch im Kopf, nachdem er bei den Dreharbeiten von einem Baum gefallen war. Fast keine Stelle an seinem Körper ließ er aus, als er in der US-amerikanischen Late-Night-Show von Conan O'Brien mit dem Finger auf vergangene Knochenbrüche deutete. Das war im Jahr 2000.  

Seinen großen Hollywood-Durchbruch hatte Chan zu diesem Zeitpunkt endlich vollbracht. Mit der Actionkomödie «Rush Hour» etwa landete der Martial-Arts-Star auf der ganz großen Bühne. Große Bekanntheit erlangte er außerdem mit «Rumble in the Bronx», «Karate Kid» und «Shanghai Noon». Sein Fleiß ließ den preisgekrönten Chinesen immer wieder auf den Ranglisten bestbezahlter Schauspieler erscheinen. 

Turbulentes Privatleben

Privat ging es bei Chan fast so turbulent zu wie in seinen Kung-Fu-Szenen. Im Buch «Never Grow Up» bezeichnete er sein früheres Ich als «totalen Vollidioten». Er sei betrunken Auto gefahren und habe einmal an einem Tag gleich zwei Luxusautos kaputt gefahren. Als er berühmter wurde, habe er viel Geld für Alkohol, Glücksspiel und Prostituierte ausgegeben, gab er zu.    

1982 heiratete er eine taiwanische Schauspielerin, mit der er einen Sohn hat. Ende der 1990er-Jahre leistete sich Chan einen Seitensprung, aus dem eine Tochter hervorging. Jahre später bracht Sohn Jaycee Chan seinen Vater in große Verlegenheit, als er 2014 wegen Drogenbesitzes in Peking festgenommen wurde. Jackie Chan, den die chinesische Polizei Jahre zuvor zum «Botschafter» einer Drogenkampagne berief, geriet unter Druck und gab später öffentlich seinen Ärger über den Vorfall zu.

Möchtegern-Kommunist

Was im internationalen Rampenlicht oft untergeht: Chan ist auch ein glühender Patriot. Er machte nie ein Geheimnis aus seiner Bewunderung für Chinas Kommunistische Partei. «Ich beneide euch, dass ihr Parteimitglieder seid», sagte er 2021 bei einem von der chinesischen Filmvereinigung organisierten Treffen. «Ich möchte auch Parteimitglied werden», fügte er hinzu. Berichten zufolge feixten jedoch später Nutzer im Internet, Chan sei wegen seiner zurückliegenden Skandale womöglich nicht dafür geeignet. 

Zwischen 2013 und 2023 war er Mitglied der politischen Konsultativkonferenz, die Chinas Nationalen Volkskongress berät - jenes nicht frei gewählte Parlament unter der Alleinherrschaft der KP. Mittlerweile taucht er nicht mehr in der Liste des Gremiums auf, was an seinem Alter liegen könnte. Parolen sind ihm deshalb jedoch nicht ausgegangen: Dass China so stark geworden sei, liege am Erfolg jedes einzelnen und an der Führung unter der Partei, sagte er im «Harper's Bazaar»-Interview. In China ist Chan sehr beliebt. Seit Jahren treibt er sein soziales Engagement voran und setzt sich etwa über das UN-Kinderhilfswerk Unicef für Not leidende Kinder ein.

© dpa ⁄ Johannes Neudecker, dpa
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