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Diebstahl, Boll-Aus, neue Schläger: Ovtcharovs turbulente WM

Am Mittwoch will das deutsche Team bei der Tischtennis-WM die Olympia-Qualifikation perfekt machen. Sportlich läuft also alles nach Plan. Ansonsten könnte diese WM bislang aber turbulenter kaum sein.
Dimitrij Ovtcharov
Dimitrij Ovtcharov hat eine ganz besondere Beziehung zu seinem Tischtennisschläger. © Michael Kappeler/dpa

Seinen Humor hat Dimitrij Ovtcharov noch nicht verloren. «Bei so viel Pech», sagte der deutsche Tischtennis-Star bei der Team-WM in Südkorea, «können wir eigentlich nur noch Weltmeister werden. Oder Olympiasieger.» Oder beides.

Mit so viel Pech meinte die frühere Nummer eins der Weltrangliste die Folgen einer turbulenten WM-Vorbereitung, wie selbst er sie mit seinen 35 Jahren noch nicht erlebt hat. Ovtcharov wurden im Zug auf dem Weg zum Flughafen seine Tischtennis-Schläger, Geld, Laptop und Reisepass gestohlen. Während er aber wenigstens mit einem Tag Verspätung noch nach Busan nachreisen konnte, blieb sein Freund und Teamkollege Timo Boll gleich ganz zu Hause. Den bekanntesten deutsche Spieler erwischte mitten im Formhoch eine Entzündung im Auge.

Rein von den Ergebnissen her betrachtet, hat die deutsche Mannschaft das bislang gut weggesteckt bei diesem Turnier. Die amtierenden WM-, EM- und Olympia-Zweiten gewannen alle vier Vorrunden-Spiele und freuen sich nun darauf, am Mittwoch mit einem Sieg im ersten K.o.-Runden-Spiel das WM-Viertelfinale und damit auch die Qualifikation für den Team-Wettbewerb der Olympischen Spiele in Paris erreichen zu können.

Aber Ovtcharov sagte in Busan auch schon sehr deutlich, dass er «noch viel mit der Situation beschäftigt ist, die mir vor dem Turnier widerfahren ist».

«Zu seinem Holz hat man eine besondere Beziehung»

Ein Nicht-Profisportler kann sich nur schwer vorstellen, was es für einen Weltklasse-Tischtennisspieler bedeutet, zwei Tage vor einem wichtigen Turnier den Schläger wechseln zu müssen. Vergleichbar ist das vielleicht mit einem Fußballspieler, dessen Schuhe nicht richtig passen: Aufs Tor schießen geht noch. Aber Gefühl und Vertrauen sind erst einmal weg.

Er habe seit dem Beginn der WM permanent am Griff seiner Ersatzschläger herumgeschliffen, «damit der sich wieder so anfühlt, wie es soll», sagte Ovtcharov. «Zu seinem Holz hat man eine besondere Beziehung. Das hat auch viel mit Vertrauen zu tun.»

Beim 3:2 gegen Kasachstan etwa verlor er gegen den Bundesliga-Profi Kirill Gerassimenko von Werder Bremen und sagte hinterher: «Ich war im Kopf sehr schnell sehr negativ. Wenn man mal zwei Bälle nicht trifft, dann läuft ein bisschen Kopfkino und man fängt an, noch schlechter zu spielen.»

Dennoch ist Ovtcharovs bisherige WM-Bilanz mit vier Siegen in fünf Matches sehr ordentlich. Dazu besteht die deutsche WM-Mannschaft auch ohne den Rekord-Europameister Boll noch immer aus dem Einzel-Europameister Dang Qiu (Borussia Düsseldorf), den ehemaligen Team-Europameistern Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken) und Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt) sowie dem Olympia-Dritten Ovtcharov. «Mit einer Truppe, die so viele Titel errungen und um so viele Medaillen und große Ziele gespielt hat, ist es klar, dass wir bei dieser WM eine Medaille holen wollen», sagte Bundestrainer Jörg Roßkopf.

Kampf gegen übermächtiges China-Team

Die Frage ist nur, ob das auch reicht, um eine der größten Herausforderungen zu meistern, die es im Weltsport gibt: Die Tischtennis-Übermacht China zu schlagen.

Sechs WM- und zwei Olympia-Finals verloren die Deutschen allein seit dem Jahr 2000 gegen diesen Gegner. Und die fünf Spieler, die die Chinesen bei dieser WM in ihrer Mannschaft haben, stehen in der Weltrangliste auf den Plätzen eins bis fünf.

Um die zu besiegen, muss alles passen. Nicht wie 2018, als Ovtcharov angeschlagen war. Oder 2022, als er, Franziska und Boll alle auf einmal fehlten. So gesehen steht die WM 2024 bereits jetzt wieder in der Tradition ihrer vorangegangenen Turniere.

Aber Ovtcharov sagte auch: «Die Chinesen haben ein Wahnsinns-Team. Es wird nicht leichter. Aber natürlich träumen wir davon, es einmal zu packen. Mit diesem Glauben lebe ich seit Jahren. Und wenn wir wieder im Finale stehen sollten, dann werden wir uns den Arsch aufreißen. Dann werden wir nicht sagen: Toll, dass wir im Finale sind.»

© dpa ⁄ Sebastian Stiekel, dpa
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