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Freiburgs Traum vom Viertelfinale geplatzt

Letztes Jahr Juventus, dieses Mal West Ham. Mehr als das Achtelfinale ist für Freiburg auf der europäischen Bühne derzeit nicht drin. Dabei war die Ausgangslage so gut.
West Ham United - SC Freiburg
Für den SC Freiburg ist die Europa-League-Saison beendet. © Nigel French/PA Wire/dpa

Schwer enttäuscht stapfte Trainer Christian Streich inmitten der bei West Ham United versprühten Seifenblasen über den Rasen, seine Freiburger Spieler wurden indes trotz der höchsten Europacup-Pleite vom mitgereisten Anhang noch frenetisch gefeiert.

Der Traum vom ersten Freiburger Europacup-Viertelfinale ist jäh geplatzt. Der Sport-Club verspielte mit dem deutlichen 0:5 (0:2) bei West Ham United seine gute Ausgangsposition und schied wie im Vorjahr im Achtelfinale der Europa League aus. Dabei hatten die Breisgauer nach dem 1:0 im Hinspiel noch auf den großen Coup gegen den Conference-League-Sieger der vergangenen Saison gehofft.

«West Ham hat uns gezeigt, was Effizienz bedeutet. Wir haben keine Chance gehabt», räumte Fußball-Nationalspieler Matthias Ginter bei RTL+ ein und Kapitän Christian Günter ergänzte: «Heute haben sie im Umschaltspiel ihre Momente genutzt. Gefühlt war jede Chance drin. Im Hinspiel konnten wir sie gut im Griff halten, heute in einigen Situation nicht. Das haben sie eiskalt bestraft.» Trotzdem sei es eine «Wahnsinns-Erfahrung» gewesen. «Wir haben viel mitgenommen. Insgesamt war es eine gute Europacup-Saison für uns.»

Freiburg in der Defensive zu fehleranfällig

Lucas Paqueta (9. Minute) und Jarrod Bowen (32.) brachten die Hammers mit ihren Toren bereits im ersten Durchgang auf Viertelfinal-Kurs, Aaron Cresswell (52.) und zweimal Mohammed Kudus (77. und 85.) machten alles klar. Die Freiburger Niederlage ist auch ein Rückschlag für die deutschen Hoffnungen im Kampf um einen fünften Champions-League-Platz. Schließlich duellieren sich aktuell Deutschland und England hinter den führenden Italienern um den zweiten Platz in der UEFA-Jahreswertung, der einen weiteren Startplatz bringen würde.

«Einfach rausgehen und für unsere Möglichkeiten ein gutes Spiel machen. Dann haben wir eine Chance», lautete die Marschroute von Streich. Doch der Bundesligist erwischte nicht seinen besten Abend bei Nieselregen im London Stadium, war gerade in der Defensive zu fehleranfällig. Das wurde vom Tabellensiebten der Premier League eiskalt bestraft. Die Londoner hatten sich bereits in der Gruppenphase mit zwei Siegen gegen die Freiburger durchgesetzt.

SC wird selten gefährlich

Das Vorhaben, die Gastgeber weg vom Tor zu halten, gelang schon in der Anfangsphase nicht. Die vierte Ecke der Gastgeber führte zum ersten Gegentreffer, als Tomas Soucek per Kopf verlängerte, sodass Paqueta am zweiten Pfosten nur noch einschieben musste. Die Freiburger antworteten mit einer Chance von Roland Sallai, der aber knapp verzog (10.).

Vielmehr kam aber nicht, stattdessen drückte weiter West Ham. Kudus hätte bereits erhöhen können (18.). Das erledigte dann Bowen, der SC-Kapitän Günter am Strafraum den Ball wegnahm und mit einem satten Schuss Torhüter Noah Atubolu keine Chance ließ. Erst danach wurden die Freiburger - unterstützt von 2400 mitgereisten Fans - etwas präsenter. Maximilian Eggestein (38.) und Vincenzo Grifo (40.) sorgten für etwas Torgefahr.

Auch Joker Gregoritsch bringt nicht die Wende

Der Auftritt war nicht nach dem Geschmack von Langzeit-Trainer Streich, der in der nächsten Woche eine Entscheidung über seinen möglichen Verbleib über das Saisonende hinaus angekündigt hat. So brachte er zur zweiten Halbzeit Edeljoker Michael Gregoritsch, der bereits im Hinspiel und auch gegen Racing Lens von der Bank kam und jeweils den Siegtreffer erzielte.

Doch die defensiven Probleme ließen sich damit nicht abstellen. Wieder nutzte West Ham eine Unsortiertheit des Bundesligisten, als Cresswell nach Vorlage von Bowen aus halblinker Position einschoss. Danach brachten die Gastgeber den Vorsprung souverän über die Zeit. Kudus gestaltete die Freiburger Niederlage in der Schlussphase sogar noch höher, was den Spielanteilen aber nicht gerecht wurde.

© dpa ⁄ Philip Dethlefs und Stefan Tabeling, dpa
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