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Bayerns Kane-Faktor: «Tore sind nur ein Teil der Qualität»

Bei Harry Kane ist der FC Bayern vor der Saison «all in» gegangen. Ein 100-Millionen-Euro-Wagnis? Nein, argumentiert ein Münchner Ex-Boss. Es war eine wohl kalkulierte (Re-)Aktion.
Harry Kane
Harry Kane hat in der Bundesliga bereits 21 Tore erzielt. © Swen Pförtner/dpa

Ein so entspannter Jahreswechsel war Harry Kane als Fußball-Profi noch nicht vergönnt. Kein Fußball an Weihnachten, kein Liga-Spiel an Neujahr - der 30 Jahre alte Torjäger des FC Bayern München kann vielmehr ein paar Urlaubstage mit seiner Frau Katie und den vier gemeinsamen Kindern im Warmen genießen.

Nach seinem letzten Einsatz mit einem Traumtor beim 2:1 in Wolfsburg hatte Kane verschmitzt angekündigt: «Ich werde allen meinen Freunden in England ein Bild von mir am Strand schicken, wenn sie spielen. Das wird bestimmt lustig.» Winterpause, dieses Privileg kannte Kane in England nicht. 

Der Topstürmer hat allen Grund, das Jahr gut gelaunt ausklingen zu lassen. Kane hat nach seinem komplizierten Wechsel von seinem Langzeit-Club Tottenham Hotspur zum FC Bayern in der Bundesliga auf Anhieb eingeschlagen. Kane ist hierzulande der neue Fußball-King. 

Kane, der Fan-Magnet

Die Rekord-Investition des deutschen Rekordmeisters von rund 100 Millionen Euro Ablöse und Gehaltskosten in ähnlicher Höhe für die vier vereinbarten Vertragsjahre zahlt Kane seit dem Rummel um seine Ankunft mit einem Privatjet auf dem Flughafen in Oberpfaffenhofen am 11. August mit Toren, Persönlichkeit und als wertvoller Fan-Magnet zurück. 

Kanes Trikot ist ein Verkaufsschlager, auch im Weihnachtsgeschäft. Über 100.000 Shirts wurden von einem Bayern-Profi noch nicht in einer Saison verkauft. «All in» war die Münchner Transfer-Taskforce um Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen sowie die alten Macher Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge im Sommer bei Kane gegangen. Für den früheren Vorstandschef Rummenigge war es ein kalkulierbares Risiko. «Ich war mir von Anfang an sicher, dass es passen würde. Bei Harry und der Bundesliga war es wohl Liebe auf den ersten Blick», sagte der 68-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. 

Die Fehleinschätzung, nach dem Wechsel von Robert Lewandowski zum FC Barcelona im Sommer 2022 auch ohne klassischen Neuner die hohen Ziele erreichen zu können, wurde korrigiert. «Wir sind super zufrieden mit Harry. Und wir waren von Anfang an überzeugt, dass wir diesen Spielertyp brauchen, um auf dieser Position wieder top besetzt zu sein. Denn die 40 bis 50 Pflichtspieltore, die uns Robert Lewandowski garantiert hatte, konnten die übrigen Spieler leider nicht kompensieren», erklärte Aufsichtsrat Rummenigge die Kane-Offensive. 

Alle schwärmen von Kane

Der neue Super-Neuner hat alle überzeugt, Bosse, Trainer, Teamkollegen, Fans. «Bei uns in der Kabine und in der Mannschaft hat er sich total schnell integriert», sagte Kapitän Manuel Neuer. Dreesen nennt Kane «einen Sportstar und Gentleman, der dem FC Bayern guttut». Trotzdem werde der gelungene Kane-Deal nicht dazu führen, dass «100-Millionen-Transfers die neue Tagesordnung» beim Bundesliga-Krösus seien, wie der Bayern-Chef anmerkte. 

Von Trainer Thomas Tuchel ist ausschließlich Schwärmerei zu vernehmen, wenn er auf Kane angesprochen wird: «Es ist bei Harry das gesamte Paket. Er ist eine Top-Persönlichkeit, ein absoluter Leader. Er hat in diesem halben Jahr eine Top-Leistung gebracht. Wir haben uns entschieden, den Kapitän der englischen Nationalmannschaft mit aller Macht nach Deutschland zu holen. Wir sind froh, dass Harry so im Rampenlicht steht.»

Kane ist ein Volltreffer. Spielt immer, trifft immer, ist nie verletzt. Als ihm Tuchel im DFB-Pokal ausnahmsweise eine Pause gönnte, flogen die Münchner in der zweiten Runde raus. Kane selbst ist überzeugt, dass es richtig war, nach 213 Toren in 320 Premier-League-Partien etwas komplett Neues gewagt zu haben. München ist für Kane die erste Auslandsstation. «Als ich England im August verlassen habe, wusste ich nicht, was mich erwarten würde», bemerkte der 30-Jährige jüngst. Nach fünf Monaten sagt er: «Ich liebe jede Minute.»

2024 hat Kane viel vor. Seine Familie wird dann dauerhaft bei ihm sein, ein passendes Haus wurde endlich gefunden. Die ersten Monate lebte Harry Edward Kane alleine im Hotel. Zum Auszug postete er in den sozialen Medien ein mit einem «großen Dankeschön» versehenes Foto, das ihn mit zahlreichen Hotelmitarbeiten neben einem Weihnachtsbaum zeigt.

Kane will die Champions-League-Trophäe

Wenn am 2. Januar das Training wieder losgeht, beginnt Kanes Jagd nach Titeln und Rekorden aufs Neue. Viele trauen ihm zu, sogar Lewandowskis Liga-Bestmarke von 41 Toren zu überbieten. Auf Kurs ist Kane. «Ich denke, es ist noch zu früh, um über die Saison-Bestmarken zu spekulieren», bemerkte Rummenigge: «Mich beeindruckt an Harry vor allem seine mannschaftsdienliche Spielweise. Er geht jeden Meter, er ist sich für keinen Laufweg zu schade. Und das zieht auch die anderen mit. Die Tore sind nur ein Teil seiner Qualität.»

Sie sollen auch dazu beitragen, eine Sehnsucht zu stillen. Den Champions-League-Pokal will Kane endlich in Händen halten. Zumal das Finale am 1. Juni 2024 in seiner Heimat London stattfindet. «Das ist das Ziel», bekräftigte Kane nach dem Bayern-Durchmarsch durch die Gruppenphase. Vier Tore trug er bei. Und auf ihrem ruhen viele Hoffnungen, wenn es ab Februar im Achtelfinale gegen Lazio Rom die entscheidende Phase in Europa beginnt.

Auch Rummenigge setzt auf den Kane-Faktor, weist aber auf die Besonderheit des Wettbewerbs hin: «Was das Champions-League-Finale angeht, ist es ein bisschen so wie mit Weihnachten: Da wünsche ich mir auch jedes Jahr "White Christmas", aber leider ist mir der Wunsch in den letzten Jahren nicht so oft erfüllt worden. Unsere Fans träumen natürlich immer von einer Teilnahme im Finale, zumal wir gerade an das Wembley-Stadion sehr gute Erinnerungen haben. Jetzt mit der K.o.-Phase geht die Champions League erst richtig los.» 2019 stand Kane schon mal im Endspiel, aber er verlor es mit Tottenham gegen Liverpool.

© dpa ⁄ Klaus Bergmann, dpa
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