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Anwaltsgesellschaft soll Theater Erfurt weiter überprüfen

Im Zuge von Vorwürfen wegen mutmaßlichen Machtmissbrauchs am Theater Erfurt sollen weitere Aspekte untersucht werden. Neben dem Rechnungsprüfungsamt sind nun weitere Experten gefragt.
Theater Erfurt
Das Theater Erfurt. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Vorwürfe von mutmaßlichen sexuellen Übergriffen und Machtmissbrauch haben den Blick auf Abläufe am Theater Erfurt und in der Stadtverwaltung gelenkt. Nun hat die Stadt eine Anwaltsgesellschaft mit einer zusätzlichen Prüfung verschiedener Aspekte beauftragt, wie die Verwaltung am Freitag mitteilte. Zuvor hatte der Stadtrat für eine solche Untersuchung gestimmt.

Der Auftrag sei an PricewaterhouseCoopers Legal (PwC) gegangen. Die Anwaltsgesellschaft soll nun den Umgang mit der Thematik seitens der Stadtverwaltung, der zuständigen Gremien sowie der maßgeblichen Organe des Eigenbetriebs untersuchen, hieß es. Die Experten sollen auch mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit überprüfen, wie zukunftsfähig das Theater ist. Parallel dazu laufen Untersuchungen des Rechnungsprüfungsamts.

Die Stadt hatte schon im vergangenen Spätjahr für das Theater eine Ausgabensperre von einer Million Euro für 2024 verhängt. Das Haus hatte unter anderem wegen schlechter Besucherzahlen bei den sonst beliebten Domstufen-Festspielen und höheren Personalkosten ein Defizit von rund drei Millionen Euro eingefahren. Durch ein erstes und bislang nicht veröffentlichtes Gutachten zu den Machtmissbrauchsvorwürfen am Theater stehen zudem mutmaßliche Vermögensdelikte im Raum.

Die Fachleute von PwC sollen die Vorgänge im Zusammenhang mit den Vorwürfen am Theater auch arbeitsrechtlich bewerten und einen Aufhebungsvertrag mit dem heftig in die Kritik geratenen Generalintendanten Guy Montavon erarbeiten. Einen von der Stadtverwaltung mit dem inzwischen von der Werkleitung freigestellten Montavon ausgearbeiteten Vertrag hatte der Stadtrat abgelehnt. Das Dokument hatte unter anderem eine Entlastungsklausel für Montavon beinhaltet.

Die Entwicklung zu den Querelen am und ums Theater ist kompliziert. Im Herbst vergangenen Jahres hatte die damalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Mary-Ellen Witzmann, die Vorwürfe mutmaßlich sexuell motivierter Pflichtverletzungen gegenüber Frauen und Machtmissbrauch am Theater Erfurt öffentlich gemacht. Die Stadt hatte daraufhin eine Anwaltskanzlei mit dem Gutachten zur Aufklärung der Vorwürfe beauftragt und Witzmann mit dem Vorwurf, sie habe eigenmächtig gehandelt, fristlos gekündigt. Gegen ihre Entlassung wehrt sich Witzmann derzeit gerichtlich.

Montavon wiederum war schließlich Anfang Februar in einer nicht öffentlichen Sondersitzung des Stadtrats infolge der Querelen als Werkleiter abberufen worden. Die Freistellung werde in beidseitigem Einvernehmen zunächst unbefristet fortgesetzt, hieß es dazu seitens der Stadtverwaltung.

© dpa
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