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Warnstreik legt ÖPNV in Sachsen weitgehend lahm

Erneut ist in weiten Teilen Sachsens der öffentliche Nahverkehr zum Erliegen gekommen. Pendler müssen sich Alternativen zu Straßenbahnen und Bussen suchen. In Leipzig greift zumindest ein Notfahrplan.
Nahverkehr - Straßenbahn
Straßenbahnen fahren aus der Zentralhaltestelle im Zentrum von Leipzig. © Hendrik Schmidt/dpa

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist am Freitag in weiten Teilen Sachsens nahezu lahmgelegt worden. Grund ist ein Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte. In Dresden blieben sämtliche Straßenbahnen und Stadtbusse in den Depots, wie ein Sprecher der Dresdener Verkehrsbetriebe (DVB) auf Anfrage sagte. Lediglich in den Stadtrandgebieten wären einige wenige Busse von Unternehmen in Betrieb, die nicht vom Warnstreik betroffen seien.

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsunternehmen im Freistaat am Freitag zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. In Leipzig sowie Dresden soll der Streik auf den Samstag ausgeweitet werden. Schon beim vergangenen Warnstreik Anfang Februar war der öffentliche Personennahverkehr in Sachsen nahezu komplett zum Erliegen gekommen.

«Weit mehr als 1000 Beschäftigte haben sich landesweit an dem Ausstand beteiligt. Das ist großartig», sagte am Freitag Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt der Deutschen Presse-Agentur. Der ÖPNV in Dresden, Chemnitz Zwickau und Plauen sei nahezu zum Erliegen gekommen. «Ich hoffe, dass sich die Arbeitgeber bald wieder mit uns an einen Tisch setzen», betonte Schmidt.

In Leipzig griff dagegen ein Notfahrplan. «Es haben sich am Freitagmorgen ausreichend Beschäftigte als arbeitswillig gemeldet», sagte der Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB). Daher könnten zumindest auf den Hauptlinien alle 20 Minuten Straßenbahnen und Busse verkehren. Zu den erwarteten Einschränkungen am Samstag konnten weder in Dresden noch in Leipzig Angaben gemacht werden. Fahrgäste sollten sich vor Antritt der Fahrt über die Verbindungen informieren, hieß es.

In Chemnitz stand der ÖPNV nahezu still. Es verkehrten keine Straßenbahn und nur wenige Buslinien, die von Subunternehmern betrieben werden, hieß es auf der Homepage der Chemnitzer Verkehrsbetriebe. Die Citybahn, eine Verbindung durch die Chemnitzer Innenstadt, ist demnach aber unterwegs.

In Sachsen geht es in dem Tarifkonflikt um den Manteltarifvertrag. Er regelt vor allem die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Verdi fordert unter anderem eine Erhöhung des Urlaubsanspruchs, die Einführung von Zeitzuschlägen für Samstagsarbeit oder Überstundenzuschläge. Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Sachsen hatte die für vergangenen Mittwoch (28. Februar) angedachte Verhandlungsrunde mit dem Hinweis auf die jetzigen Warnstreiks kurzfristig abgesagt. Die nächste Gesprächsrunde ist für den 19. März vorgesehen.

Zudem sind am Freitag gemeinsame Kundgebungen und Demonstrationen von Verdi mit Aktivistinnen und Aktivisten der Klimabewegung Fridays for Future (FFF) in Leipzig und Dresden mit jeweils mehreren tausend Teilnehmern geplant.

© dpa
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