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Fabrikerweiterung: Infineon leitet finale Bauphase ein

Auf dem Weg zur größten Chipfabrik Europas ist ein Meilenstein erreicht. Mit Erhalt der letzten Baugenehmigung kann Infineon nun das Gebäude für die «Smart Power Fab» errichten.
Infineon Dresden
Bauarbeiter stehen auf der Baustelle der «Smart Power Fab» von Infineon. © Sebastian Kahnert/dpa

Für Infineons Chipfabrikerweiterung im Dresdner Norden geht es in die finale Bauphase. Nach fast 90 gestellten Anträgen, dem Aushub von einer 180 olympischen Schwimmbecken großen Baugrube und der Umsiedlung von auf dem Baugelände ansässigen Zauneidechsen kann nun die Gebäudeerrichtung für die neue «Smart Power Fab» beginnen.

Die letzte dafür nötige Baugenehmigung übergab Ministerpräsident Michael Kretschmer am Donnerstag. Er beglückwünschte das Unternehmen. «Das Ziel in Europa ist, dass wir stärker an diesem großen Wachstumsmarkt der Mikroelektronik profitieren können, dass wir nicht nur einkaufen aus anderen Regionen der Welt, sondern dass hier die Wertschöpfung stattfindet, hier die Mitarbeiter beschäftigt werden, hier die Innovationen stattfinden», sagte Kretschmer. Um das europäische Ziel von einem Anteil von 20 Prozent am Weltmarkt zu erreichen, brauche es Fabriken wie die in Dresden.

Es sei kein Zufall, dass Infineon die Investition in Sachsen getätigt habe, sagte Rutger Wijburg, Vorstandsmitglied von Infineon. «Sachsen - oder Silicon Saxony - ist das Herz der europäischen Halbleiterindustrie.» Die Sachsen seien Macher, auch wenn sie manchmal meckerten. Mit dem Bau und der Schaffung von 1000 neuen Arbeitsplätzen investiere Infineon in eine langfristige Zukunft in Dresden. Bei der Gewinnung von Fachkräften sieht Wijburg sein Unternehmen auf einem guten Weg: «Ich glaube, wir machen alles richtig.» Sachsen sei schön, Infineon ein attraktiver Arbeitgeber. Er sei daher überzeugt, dass man Fachkräfte aus Europa und der Region finde.

Insgesamt fünf Milliarden Euro investiert Infineon in die Fabrikerweiterung - und rechnet künftig mit einem jährlichen Umsatzpotential in derselben Höhe. Spatenstich war vor etwas mehr als einem Jahr, damals war Bundeskanzler Olaf Scholz zu Gast. Die Baugrube ist inzwischen fertig ausgehoben. «Wir sind genau im Budget, sowohl zeitlich als auch finanziell», sagte Raik Brettschneider, Geschäftsführer von Infineon in Dresden. Mit der letzten Baugenehmigung kann nun die Gebäudeerrichtung beginnen. Zunächst werden die Untergeschosse gebaut. Dort sollen sich die Energieversorgung sowie Wasser-, Chemie- und Gasaufbereitung befinden. Der sogenannte Reinraum, in dem möglichst wenig Partikel in der Luft schwirren und in dem die Produktion stattfindet, wird als Herzstück der «Smart Power Fab» in der vierten Etage entstehen.

Auf der Baustelle wurden insgesamt 450.000 Kubikmeter Erde ausgehoben - das entspricht dem Volumen von 180 olympischen Schwimmbecken. Die Grube ist nun 22 Meter tief und bietet die Grundlage für die bis zu 190 Zentimeter dicke Betonfundamentplatte, die Vibrationen etwa von vorbeifahrenden Straßenbahnen auf ein Minimum reduzieren sollen, um die Produktion nicht zu stören. Der Ministerpräsident zeigte sich von der Baustelle als eine der größten Deutschlands beeindruckt. «Es ist das Ergebnis einer gemeinsamen Anstrengung der Wirtschaft, hier im besonderen Infineon, der Wissenschaft, der Politik.»

Der Produktionsstart ist für 2026 geplant. Zum Zeitpunkt der Eröffnung wird laut Unternehmensangaben dann in Dresden die größte Chipfabrik Europas stehen. Im neuen Fabrikteil sollen Halbleiter gefertigt werden, die die Dekarbonisierung und Digitalisierung befördern. Eingesetzt werden sollen sie in der Autoindustrie und im Bereich Erneuerbare Energien.

© dpa
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