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Frau getötet, zerteilt: 42-Jähriger wegen Mordes verurteilt

Leichenspürhunde, Hubschrauber und verdeckte Ermittler: Auf der Suche nach einer vermissten Frau hat die Polizei viel versucht. Das Landgericht Aachen hat den Ehemann jetzt wegen Mordes verurteilt.
Mordprozess gegen Mann von vermisster Frau beginnt
Der Angeklagte sitzt vor dem Prozessbeginn im Gerichtssaal zwischen seinen Anwälten Harald Bex (l) und Nikolai Doszna (r). © Christoph Reichwein/dpa

Nur zum Schluss bricht der Mann im Anzug mit Krawatte kurz sein Schweigen. «Hohes Gericht», sagt der 42-Jährige, er schließe sich dem Antrag seiner Verteidiger an. Nach neun Prozesstagen hat das Landgericht Aachen den Angeklagten mit deutscher und polnischer Staatsangehörigkeit zu lebenslanger Haft wegen Mordes an seiner Frau verurteilt, mehr als sieben Jahre nach der Tat. Seine Anwälte wollten diesen Schuldspruch vermeiden. Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten jeweils eine Verurteilung wegen Mordes und den Vorbehalt der anschließenden Sicherungsverwahrung beantragt.

Damit ging ein Prozess zu Ende, in dem es um verdeckte Ermittler, Trennungsabsichten der Frau, ihr Verschwinden und schließlich den spektakulären Fund ihrer Leiche gegangen war. Der in zwei Teile geteilte tote Körper war in mehrere Lagen Plastik verpackt vor gut einem halben Jahr im Garagenanbau der neuen Wohnung des Angeklagten entdeckt worden. Erst eine Untersuchung in der Kölner Gerichtsmedizin hatte letzte Gewissheit gebracht, dass es sich um die vermisste 29-Jährige handelte.

Die Frau sei ermordet worden, um eine andere Straftat zu verdecken, erklärte der Vorsitzende Richter in seiner einstündigen Urteilsbegründung. Nach einem Treppensturz im gemeinsamen Haus habe die nicht unerheblich verletzte 29-Jährige ihrem Mann gedroht, ihn deshalb in den Knast zu bringen. Der Angeklagte habe auch verhindern wollen, dass sie ihm das gemeinsame Kind wegnehme. Die Frau sei mit einer Tüte erstickt oder erwürgt worden. Am Abend des Tattags hatte sie mit ihrem neuen Freund gechattet und ihm im Sekundentakt Fotos von sich in Dessous geschickt.

Der Handwerker hatte seine Frau im Oktober 2016 vermisst gemeldet. Zuvor hatte ihm die hübsche Frau mit den langen blonden Haaren eröffnet, dass sie mit dem Sohn aus der Ehe und mit ihrem Freund nach Süddeutschland ziehen wolle. Die Version des Ehemanns, dass er seiner Frau nach einem Streit das Handy abgenommen und sie aus dem Haus geworfen habe, nahm ihm die Mordkommission nicht ab. Trotz vieler Suchaktionen, dem Einsatz von Leichenspürhunden, Tauchern, Hubschraubern und Einsatzhundertschaften blieb die Frau verschwunden. Der Ehemann schwieg.

Dynamik in die Ermittlungen brachte erst der Einsatz verdeckter Ermittler. Sie hatten sich als Nachmieter für das Haus des 42-Jährigen vorgestellt und vorgegeben, einer kriminellen Organisation anzugehören. Auch der 42-Jährige sollte aufgenommen werden und wurde bereits an fingierten Geschäften der vermeintlichen Bande beteiligt. Er hatte sich als Mann für «das Böse» angedient. Der Einsatz der drei getarnten Polizisten hatte eineinhalb Jahre gedauert. Die Anwälte des Angeklagten kritisierten, dort sei Druck aufgebaut worden.

Das Gericht befand am Freitag: «Die Erkenntnisse sind insgesamt verwertbar.» Es handele sich um «eine kriminalistische List». Durch die Mitschnitte, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit in den Prozess eingeführt wurden, wurden auch Details der Tat bekannt. «Ich habe ihr den Hals umgedreht», habe der 42-Jährige dort gesagt, so das Gericht.

© dpa ⁄ Ulrike Hofsähs, dpa
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