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Ehlert: Im Herbst droht Kurzarbeit in Baubranche

Bauen ist teuer, denn Zinsen und andere Kosten sind relativ hoch. Die Folgen bekommt die Branche zu spüren, die Auftragsbücher der Handwerker leeren sich. Im Herbst könnten viele Betriebe Kurzarbeit anmelden, warnt ein Branchenvertreter.
Nordrhein-Westfalen-Handwerkspräsident Andreas Ehlert
Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf und NRW-Handwerkspräsident. © Federico Gambarini/dpa

Angesichts des drohenden Abschwungs im Baugewerbe fordert Nordrhein-Westfalens Handwerk Entlastungen, um die Nachfrage wieder anzukurbeln. «Wir müssen Bauen dringend wieder bezahlbar machen, damit die Menschen sich ihr Eigenheim auch wieder leisten können», sagte NRW-Handwerkspräsident Andreas Ehlert der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Die Grunderwerbsteuer sollte von aktuell 6,5 Prozent auf 5 Prozent abgesenkt werden und überzogene bauliche Anforderungen gelockert werden.

Als Beispiel hierfür nannte er die Verschärfung des Gebäude-Energieeffizienzstandards für Neubauten vor einem Jahr. Dadurch soll der Bedarf an Heizenergie um 15 Prozentpunkte sinken. Der Einspareffekt stünde aber «in keinem vernünftigen Verhältnis zu dem immensen wirtschaftlichen Aufwand», monierte Ehlert.

Die im Baugewerbe tätigen Handwerker hätten zwar noch gut zu tun, da sie ihre alten Aufträge abarbeiteten. Es kämen aber nur wenige neue Aufträge rein. Daher sei der Blick nach vorne eingetrübt. «Der Optimismus ist zusammengebrochen», sagte Ehlert. «Die Unternehmen machen sich große Sorgen.»

Sollte der Staat nicht gegensteuern, sei zu befürchten, dass sich die Situation bis Herbst 2024 «so zuspitzen werde, dass viele Handwerksbetriebe dann wohl Kurzarbeit anmelden müssen». Die damit verbundenen Gehaltseinbußen wären für die Beschäftigten gravierend.

«Die Gastronomie hat es mit Kurzarbeit durch die Corona-Krise geschafft, hatte dann aber einen enormen personellen Aderlass: Weil die Menschen sich andere Beschäftigungsmöglichkeiten suchen und in andere Branchen wechseln», sagte Ehlert. «Das könnte auch dem Bauhandwerk drohen: Dass wir die gut ausgebildeten Fachkräfte verlieren und zu wenig Nachwuchskräfte finden und binden können.» Es gehe um alle Sparten des Bauhauptgewerbes, ob Dachdecker, den Betonbau, Stuckateure oder Fliesenleger.

Von der Politik fordert Ehlert einen klaren Kurs. So hätte die Berliner Ampel-Koalition mit ihrem Streit um die Austauschpflicht für Gas- und Ölheizungen für Verunsicherung gesorgt. «Seither halten sich die Immobilieneigentümer mit Investitionen zurück.»

© dpa
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