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Millionen-Projekt am Dethlinger Teich: 400 Granaten geborgen

Seit Jahrzehnten befindet sich Munition im Dethlinger Teich in der Lüneburger Heide. Im Oktober hat dort die Bergung von chemischen Waffen begonnen. Für das Projekt stellt das Land Millionen bereit.
Kampfmittelentsorgung bei der GEKA
Mehrere Munitions- und Explosivstoffbunker auf dem Gelände der Gesellschaft zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungs-Altlasten (GEKA). © Michael Matthey/dpa

Rund 400 Granaten und etwa 19 000 Zündladungen sind bislang bei den Sanierungsarbeiten im Dethlinger Teich gefunden worden. Für die aufwendigen Arbeiten stellen der Bund und das Land Niedersachsen insgesamt 72 Millionen Euro zur Verfügung. «Damit hat man eine klare Garantie, dass wir dieses Ewigkeitsproblem des Dethlinger Teiches auch lösen können», sagte Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer am Mittwoch bei der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung in Munster (Landkreis Heidekreis).

Das Land Niedersachsen übernehme davon 18,6 Millionen Euro, sagte der Grünen-Politiker. Den restlichen Betrag zahle der Bund. Dem Minister zufolge handle es sich um das bundesweit größte Altlasten-Sanierungsprojekt. Die Kampfmittel gefährdeten das Grundwasser sowie die Anwohner in der Region.

Mehr als 100.000 Wehrmacht-Granaten versenkt

Im Dethlinger Teich wurde nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums während und nach dem Zweiten Weltkrieg mehr als 100.000 Granaten der Wehrmacht in dem zehn bis zwölf Meter tiefen Teich entsorgt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Teich zugeschüttet worden.

Im Oktober vergangenen Jahres begannen vor Ort die Bergungsarbeiten. Seitdem fanden die Kampfmittelspezialisten den Angaben nach rund 20.000 Kampfmittel. Auch eine 300 Kilogramm schwere Phosgengranate aus italienischer Produktion sei geborgen worden.

Laut des Räumstellenleiters am Dethlinger Teich, Heiner Hoormann, überraschte die Experten die Vielzahl der verschiedenen Munitionsartikel. «Keiner weiß, was unten drin liegt und was uns erwartet», sagte Hoormann. Demnach fanden die Arbeiten bislang in den obersten eineinhalb Metern des Teichs statt, wo es auch viel Beton gebe. «Wenn die nächste Schicht kommt, kommen auf jeden Fall mehr Granaten raus.»

In einer überdimensionalen Bergungshalle über dem Dethlinger Teich werden die gefährlichen Stoffe geborgen. Ein Baggerfahrer holt die Munition heraus, zwei weitere Mitarbeiter bergen das Material. In den Anlagen der im nahen Munster ansässigen Gesellschaft zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungsaltlasten (Geka) werden die gefährlichen Stoffe dann entsorgt. Der Betrieb hat die Berechtigung zur systematischen Vernichtung von Chemiewaffen.

Sanierung läuft mindestens bis 2028

Ingo Schories, Leiter der Kampfmittelbeseitigungsanlage, zeigte sich zufrieden mit dem Fortschritt am Dethlinger Teich: «Es läuft prima, es läuft erwartungsgemäß.» Angesetzt sind die Sanierungsarbeiten bislang bis 2028. Er könne sich vorstellen, dass die Bergung innerhalb dieser Zeit abgeschlossen werden könnte. Es hänge aber auch davon ab, wie tief in der Grube Kampfmittel gefunden werden. Bei der Probeöffnung haben man damals nur bis 4,5 Meter gegraben.

Eine erste Kostenschätzung des Heidekreises 2015 ergab Gesamtkosten von 50 Millionen Euro für die Sanierung der bundesweit einmaligen Rüstungsaltlast. Bei der Erkundung des Teichs zwischen September 2019 und April 2020 an drei Teilflächen wurden bereits 2552 Teile Kampfstoffmunition geborgen.

© dpa
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