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Glätte am Flughafen sorgt für Beeinträchtigung

Für Teile Hessens gilt die höchste Unwetterwarnstufe. Extreme Glätte und Schnee wird befürchtet. Die Folge: Absagen und Ausfälle schon im Vorfeld. Maßnahmen, die sich zunächst auszuzahlen scheinen.
Autofahrt im Winter
Ein Auto fährt bei dichtem Nebel über eine schneebedeckte Straße. © Philipp von Ditfurth/dpa/Symbolbild

Das Winterwetter mit Glätte, Regen und Schneefällen hat am Mittwoch in Hessen für teils starke Beeinträchtigungen im Verkehr gesorgt. Am Frankfurter Flughafen wurden ab dem Mittag alle Starts wegen anhaltenden Eisregens gestoppt. Die Flugzeuge könnten vor dem Start nicht mehr sicher enteist werden, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport. Zuvor waren schon mehr als die Hälfte aller geplanten Flüge angesichts der Glatteis- und Schnee-Warnungen gestrichen worden. Von 1047 geplanten Flügen wurden bis Vormittag knapp 600 annulliert. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach hatte für Teile Hessens wegen extremer Glatteisesgefahr teils die höchste Unwetter-Warnstufe herausgegeben.

An den Terminals des Frankfurter Flughafens herrschte nach Angaben einer Sprecherin zunächst ein ruhiger und geordneter Betrieb. Man müsse schauen, wie viele Passagiere umgebucht werden müssten. Bereits am Vortag seien Feldbetten aufgestellt worden, falls Fluggäste stranden sollten, auch Snacks und Getränke würden bereitgehalten. Zu diesen Passagieren gehörte beispielsweise Dave, der mit seiner Familie am Vorabend in Neu-Delhi gestartet war. Sein Weiterflug nach Boston sei gestrichen worden, sagte er der Deutschen Presse-Agentur, möglicherweise gebe es nicht einmal an diesem Donnerstag eine Chance auf die Weiterreise.

Auch eine Fraport-Sprecherin machte deutlich, dass die Betriebsunterbrechung auch an diesem Donnerstag zu Verspätungen und Flugausfällen am Frankfurter Flughafen führen dürfte. Ein Lufthansa-Sprecher warb am Mittwoch ebenfalls um Verständnis für die Einschränkungen. «Wir erwarten sehr viel Schnee und Eis hier in Frankfurt und in München an den beiden Drehkreuzen der Lufthansa, das hat natürlich Auswirkungen, da kann man keinen normalen Flugverkehr durchführen», sagte er der dpa.

Unterschiedliche Lage bei Bus und Bahn

Im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrverbundes (RMV) müsse in weiten Teilen mit Verspätungen und Fahrtausfällen gerechnet werden, teilte der RMV mit. «Zum Teil muss der Busverkehr aufgrund der Wetterlage komplett eingestellt werden.» Im Schienenverkehr waren zunächst keine Beeinträchtigungen bekannt. Die Fahrgäste wurden gebeten, kurz vor Antritt ihrer Fahrt die RMV-Verbindungssuche zu nutzen, um sich über die aktuelle Lage und witterungsbedingten Ausfälle zu informieren. Im Kreis Groß-Gerau wurden alle im Auftrag des Kreises fahrenden Buslinien wegen Glatteises eingestellt, wie die Kommune am Vormittag im Auftrag der lokalen Nahverkehrsgesellschaft mitteilte. Betroffen waren insgesamt zehn Linien sowie ein On-Demand-Verkehr in Kelsterbach.

Auch auf den Straßen Situation zunächst ruhig

Laut den sieben Polizeipräsidien in Hessen war die Lage am Mittwochmorgen zunächst ruhig. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Offenbach der Deutschen Presse-Agentur sagte, waren nur wenige Autos auf den Straßen unterwegs. Das habe vermutlich an den Warnungen gelegen. Auch seien die Straßen zunächst noch nicht von Glatteis betroffen gewesen, hieß es am Mittag. Das Polizeipräsidium Südhessen meldete zwei Unfälle im Kreis Bergstraße und Glatteis auf wenigen Straßen. Insgesamt sei es auch dort jedoch ruhig geblieben. In Gießen habe es mittlerweile angefangen zu schneien, sagte ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen. Unfälle wegen Glätte oder Schnee habe es zunächst glücklicherweise nicht gegeben.

Viele Schulen bleiben geschlossen

Angesichts der Warnungen blieben in Hessen viele Schulen geschlossen. In Darmstadt beispielsweise waren alle Schulen betroffen. Man wolle die Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg keinen unnötigen Gesundheitsgefahren aussetzen und auch das Verkehrsaufkommen in der Stadt reduzieren, «um die Lage für Feuerwehr, Rettungsdienste und Krankenhäuser zu entschärfen», hatte die Stadt erklärt. Auch die Kinderbetreuung gehe in den Notbetrieb. An den Darmstädter Schulen sollte ebenfalls je nach Bedarf eine Notbetreuung eingerichtet werden.

Im Main-Kinzig-Kreis hatten die Kopernikusschule in Freigericht, die Friedrich-August-Genth-Schule in Wächtersbach, das Grimmelshausen Gymnasium und die Kreisrealschule in Gelnhausen sowie die Werner-von-Siemens- und die Adolph-Diesterweg-Schule in Maintal bereits vorab vorsorglich den Präsenzunterricht abgesagt.

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg wollten zahlreiche Schulen bereits nach der fünften oder sechsten Stunde schließen, der Nachmittagsunterricht sollte entfallen. Der Hochtaunuskreis hatte vorab alle Schulen aufgefordert, die Meldungen der Wetterdienste und die Verkehrslage zu beobachten. «Sollte es als notwendig erachtet werden, kann die Schule entscheiden, ob ihre Schülerinnen und Schüler vom Präsenzunterricht befreit werden», hieß es auf der Homepage. Im Lahn-Dill-Kreis und im Landkreis Offenbach sollten die Schulen auf Distanzunterricht umstellen. Auch die Wiesbadener Schulen durften in den Distanzbetrieb gehen, bei Bedarf sei dies auch am Donnerstag möglich, hieß es auf der Homepage der Stadt.

Veranstaltungen gecancelt

Wegen extremem Glatteis wurden auch Veranstaltungen in Hessen abgesagt beziehungsweise verschoben. So wurde der in Frankfurt geplante Neujahrsempfang des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen nach seinen Angaben auf den 9. Februar verschoben. «Das ist sicherheitshalber so entschieden worden, die Leute kommen ja aus allen Ecken her», sagte ein Mitarbeiter.

Auch die Kreisvolkshochschule Limburg-Weilburg annullierte alle ihre Veranstaltungen. Die Landesärztekammer Hessen teilte für denselben Tag die Absage für eine Informationsveranstaltung zur betriebsmedizinischen Betreuung von Arztpraxen mit.

Die feierliche Verabschiedung der ausscheidenden Mitglieder des hessischen Landtags und die Begrüßung der neuen Abgeordneten am Mittwochabend in Wiesbaden sollte hingegen nach Angaben des Parlaments stattfinden. Der saarländische Landtag verschob dagegen seine für Mittwoch geplante Plenarsitzung auf einen zunächst noch unbekannten Tag.

© dpa
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