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Schnee legt Verkehr in NRW lahm: Schulen geschlossen

Ein heftiger Wintereinbruch trifft den Süden Nordrhein-Westfalens. Selbst in den Städten im Rheinland gibt es so viel Schnee wie lange nicht. Auf vielen Straßen geht kaum noch etwas - aber viele Schüler jubeln gleich doppelt.
Winterwetter Nordrhein-Westfalen
Ein Auto und ein Lkw fahren in der Eifel bei starkem Schneefall über eine Bundesstraße. © David Young/dpa

Mit dicken Schneeflocken hat Tief Gertrud den Süden Nordrhein-Westfalens in eine weiße Winterlandschaft verwandelt und den Straßenverkehr massiv behindert - teils sogar lahmgelegt. Kinder zogen am Mittwoch mit dem Schlitten los, Autofahrer kämpften mit der Glätte, Lastwagen stellten sich quer. In zahlreichen Kreisen sowie in Köln und Bonn wurden der Busverkehr und teilweise auch die Bahnen eingestellt. In der Eifel kamen Rettungsdienste nur noch mit Schneeketten voran.

Der Deutsche Wetterdienst warnte, dass es auch im Berufsverkehr am Donnerstagmorgen noch Probleme durch starken Schneefall geben könne. Viele Schulen bleiben deshalb den zweiten Tag in Folge geschlossen.

Mit 15 bis 30 Zentimetern Schnee innerhalb von 24 Stunden rechnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) für die Region von der Eifel über Bonn bis nach Südwestfalen, örtlich seien sogar bis zu 40 Zentimeter möglich. Bei so viel Schnee in so kurzer Zeit sprechen die Experten von einem Unwetter. Die Behörden appellierten etwa über die Warnapp Nina: «Vermeiden Sie alle Autofahrten! Fahren Sie nur mit Winterausrüstung!» In der Südhälfte Deutschlands rechnete der DWD dagegen mit noch gravierenderen Unwetterfolgen - NRW lag schon am Rand des Schneegebiets.

Am Donnerstag sollen laut DWD in Nordrhein-Westfalen die Schneefälle im Südosten abziehen, von Nordwesten soll es den Prognosen zufolge Auflockerungen geben. Vereinzelt seien im Bergland noch einzelne schwache Schneeschauer mit Glätte möglich, sonst bleibe es weitgehend niederschlagsfrei. Auch am Freitag kann es zeitweise noch zu meist leichten Schneefällen kommen.

Schulen bleiben erneut geschlossen

Die Bezirksregierungen Arnsberg und Köln zogen deshalb Konsequenzen für die Schulen. Es sei durch Glatteis und Schnee auch am Donnerstagmorgen noch «mit starken Beeinträchtigungen» auf dem Schulweg zu rechnen. Deshalb werde der Präsenzunterricht in einem Dutzend Kreise und Städte im Süden Nordrhein-Westfalens wie schon am Mittwoch ausgesetzt. Ob der Unterricht ganz ausfällt oder ob die Schüler zu Hause büffeln müssen, entscheidet jede Schule selbst. Am Abend wurden die Unwetterwarnungen vor Glatteis in den Regierungsbezirken Köln und Arnsberg vom Deutschen Wetterdienst aufgehoben.

In allen anderen Kreisen könnten die Eltern am Donnerstagmorgen entscheiden, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar und sicher ist, sagte eine Sprecherin in Arnsberg. Für Lehrer gilt die Regelung nicht. Sie müssen in der Schule erscheinen, wenn die Witterungsverhältnisse dies zulassen.

Busverkehr in vielen Regionen eingestellt

Am Mittwochmorgen begann im Berufsverkehr noch alles ohne Wetter-Probleme. Aber von Süden näherte sich Tief Gertrud. Das Tiefdruckgebiet brachte warme und feuchte Luft von der Biskaya bis nach Nordrhein-Westfalen. Hier traf der Niederschlag dann auf kalte Luftmassen und fiel dadurch als Schnee vom Himmel.

Als erstes traf es den Busverkehr: In Siegen-Wittgenstein, Olpe, Wuppertal, im Rheinisch-Bergischen Kreis, im Kreis Euskirchen, im Rhein-Sieg-Kreis und im Oberbergischen Kreis wurde der ÖPNV auf der Straße weitgehend eingestellt. Zuvor waren schon rund ein Dutzend Busse in Unfälle verwickelt - es blieb aber bei Blechschäden.

Auf vielen Strecken stellten sich Lastwagen quer, schließlich ging etwa in der Eifel und im Siegerland auch für Autofahrer nicht mehr viel. Einige Lkw-Fahrer stellten sich darauf ein, die Nacht in ihren Fahrzeugen zu verbringen.

Polizei kommt mit Unfallaufnahme kaum hinterher

Auf den schneebedeckten Straßen kam es zu Dutzenden Unfällen. In Bonn gab es so viele Unfälle in kurzer Zeit, dass die Polizei mit der Aufnahme kaum hinterher kam. Die Beamten baten um Verständnis für längere Wartezeiten. Im Siegerland rutschte ein Streufahrzeug von einer eisglatten Straße. Dem Fahrer sei bei dem Unfall nichts passiert. Er habe anschließend seine Arbeit fortgesetzt und weiter die Straßen von Schnee und Eis befreit, sagte eine Sprecherin des Landesbetriebs Straßen.NRW.

Bei der Bahn kam es zu Verspätungen. ICEs fuhren vorsorglich langsamer, die Zugbindung sei für alle Tickets aufgehoben, teilte die Deutsche Bahn mit. Am Flughafen Köln/Bonn mussten immer wieder die Start- und Landebahnen kurz gesperrt werden, damit der Winterdienst ausrücken konnte. Am Flughafen in Düsseldorf fielen bis zum Abend wetterbedingt Dutzende Flüge aus. Auch in der Landeshauptstadt fielen mehrere Zentimeter Schnee.

Freude über Schnee in Wintersportgebieten

Die Wintersportgebiete im Sauerland freuen sich hingegen über den angekündigten Neuschnee. In den vergangenen kalten Tagen hätten die Schneekanonen etwa in Winterberg schon viel technischen Schnee produzieren können. Wenn jetzt noch Naturschnee dazukomme, sei das optimal für die Pisten, teilte das Skiliftkarussell Winterberg mit. «Die Bedingungen könnten kaum besser sein.» Am Wochenende rechnen Meteorologen zudem mit einigen Sonnenstunden im Sauerland.

Im Skiliftkarussell seien bei 80 Zentimetern Schneehöhe derzeit 20 Lifte in Betrieb. Auch viele andere Skigebiete im Sauerland haben geöffnet. Insgesamt sollen nach Angaben der Wintersport-Arena Sauerland bis zum Wochenende 80 Lifte laufen und mindestens 200 Kilometer Loipen gespurt sein. Die Wintersport-Arena ist ein Zusammenschluss der Skigebiete in den Kreisen Hochsauerland, Siegen-Wittgenstein, Olpe und der nordhessischen Gemeinde Willingen.

© dpa ⁄ Marc Herwig, dpa
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