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«Stück weit wie Tetris»: 400 Millionen Euro für Straßennetz

Bund und Land wollen weiter Geld in das Verkehrsnetz von Schleswig-Holstein stecken - aller Sparzwänge zum Trotz. Doch mit dem Fachkräftemangel kommen weitere Herausforderungen auf den Straßenbau zu.
Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU)
Claus Ruhe Madsen (CDU), Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein, nimmt an einer Pressekonferenz teil. © Sven Hoppe/dpa

Trotz Kürzungen im Landeshaushalt sollen in das Straßennetz in Schleswig-Holstein nach Angaben des Wirtschaftsministers Claus-Ruhe Madsen mehr als 400 Millionen Euro investiert werden. Dabei liege die Investitionssumme des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LSV.SH) bei rund 214 Millionen Euro, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Kiel. Für den Erhalt und Ausbau des norddeutschen Autobahnnetzes veranschlage die Autobahngesellschaft des Bundes zudem etwa 220 Millionen Euro.

«Es wird sehr viel Geld verbaut, gerade wenn man das im Vergleich zu vorherigen Jahren betrachtet», betonte Madsen. «Allein mit den 80 Millionen Euro für die Reparatur von Landesstraßen und 18 Millionen Euro für den Radwegebau investieren wir teils viermal so viel wie noch Anfang der 2000er-Jahre.» Hinzu kämen 20 Millionen Euro für die Sanierung von Kreisstraßen sowie 96 Millionen Euro Bundesmittel für den Neubau und die Erhaltung von Bundesstraßen.

Gleichzeitig gebe es aber auch einen sehr hohen Bedarf an Sanierungs- und Wiederherstellungsarbeiten, da es sehr viele Schäden im Straßennetz gebe - doch es könne nicht alles auf einmal gemacht werden: «Man stellt sehr schnell fest, dass das ein Stück weit wie Tetris ist», erklärte der Wirtschaftsminister weiter mit Verweis auf das Computerspiel, in dem unterschiedlich geformte Blöcke optimal angeordnet werden müssen. Baustellen und Umleitungen müssten miteinander abgestimmt werden, damit der Verkehr nicht zum Erliegen kommt.

Für den Landesbetrieb lägen bei den Sanierungsmaßnahmen die Kernpunkte bei dem Erhalt des knapp 3700 Kilometer langen Landesstraßennetzes sowie beim Ausbau der Bundesstraßen B5, B404 und B209, erläuterte der Direktor des Landesbetriebes für Straßenbau und Verkehr, Frank Quirmbach. Ebenso zeigten die zahlreichen Schlaglöcher, dass das Engagement bei den Straßen trotz aller Sparzwänge nicht nachlassen dürfe.

Ebenso wird Quirmbach zufolge der Radverkehr ein Schwerpunkt in diesem Jahr sein. Dabei habe sich der Landesbetrieb besonders das Thema Wurzelaufbrüche vorgenommen. Gemeinsam mit dem ADFC und anderen Akteuren sollen Sanierungsmethoden erprobt werden, damit die Bäume stehen gelassen werden können, Radfahrerinnen und Radfahrer aber gleichzeitig Spaß an den Wegen hätten.

Neben als den Sanierungsplänen sei eine der größten Herausforderungen allerdings das Geld, was zur Verfügung stehe, auch auf die Straße zu bringen, so der Wirtschaftsminister. Dies läge daran, dass im Straßenbau, wie überall in der Wirtschaft, Fachkräfte fehlten.

«Das Thema ist ja leider allumspannend», betonte Madsen. Es fehlten ebenso Leute in der Planung, wie bei den Baufirmen und den Zulieferern: «In jedem Bereich haben wir ein großes Problem.» Derzeit gebe es zwar noch eine gute Besetzung, dennoch würden bald zahlreiche Menschen aus der Babyboomer-Generation in den Ruhestand gehen. Landesbetriebs-Direktor Quirmbach präzisierte: In den nächsten sechs Jahre werde es etwa zehn Prozent Altersabgänge geben.

Der ehemalige Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) kritisierte hingegen, dass das Land bei den Straßen spare. «In Wahrheit soll der Landesbetrieb Verkehr 2024 nämlich satte 41 Millionen Euro weniger in die Infrastruktur verbauen als noch 2023.» Statt den Sanierungsstau zu bekämpfen, setze die CDU hingegen auf «Schlaglochpisten».

Auch der SPD-Abgeordnete Niclas Dürbrook kritisierte Kürzungen im Straßenbau. «90 Millionen standen 2023 für die Sanierung der Landesstraßen zur Verfügung.» In diesem Jahr stünden nur noch 80 Millionen Euro zur Verfügung, obwohl selbst das Geld im vergangenen Jahr nicht gereicht habe, um den Zustand der Landesstraßen dauerhaft zu sichern.

© dpa
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